Geschrieben von am 02. September 2013 in Regeln, Spielberichte, Spielen

Ende Juni 2013 besuchte Glorfunzel mich in Frankfurt. Schnell stand klar, dass wir die neuen SAGA Battleboards von Frank Becker ausprobieren wollten um mit unseren Herr der Ringe Miniaturen eine Runde SAGA zu spielen. SAGA ist ein Skirmishsystem von Studio Tomohawk und wird in Zusammenarbeit mit Gripping Beast vertrieben. Es erfreut sich zur Zeit großer Beliebtheit, da man sehr interessante Spiele mit einer recht übersichtlichen Anzahl an Miniaturen spielen kann.

Im folgenden zeige ich Euch Fotos aus zwei Spielen mit Glorfunzel und ein paar Anmerkungen, die erläutern sollen, wie SAGA funktioniert. Ich verfolge dabei keinerlei Systematik und werde sicherlich auch nicht in die Tiefe des Themas vorstoßen hoffentlich aber Interesse für das System wecken.

SAGA spielen in Mittelerde

Glorfunzel stellte eine Truppe nach der Gondorliste von Frank Becker auf, während ich eine Mordorliste ins Feld führte.

Das schöne an SAGA ist, dass man aus einer Herr der Ringe Armee mindestens eine komplette SAGA-Truppe zusammen stellen kann. Das Spiel spielt man in der Regel mit 5 Armeepunkten.

Für einen Punkt erhält man entweder einen Troll, 4 Elitekrieger, 8 Veteranen oder 12 Standardkrieger.

So wählte ich zum Beispiel zwei mal vier Morannonorks mit Handwaffen als Elite, 8 Morannonorks mit Speeren als Veteranen, einen Troll und acht Bogenschützen. Einen normalen Anführer bekommt man bei SAGA umsonst oben drauf. Einen berühmten Anführer muss man allerdings bezahlen.

Glorfunzel hat seine Truppe ähnlich aufgestellt mit der Besonderheit, dass er zwei Gondorianische Ritter zu Fuße ins Feld führt, eine Truppe die nur aus drei Modellen besteht, aber dafür einen leichteren Rüstungsrettungswurf hat.

Das Szenario

Das Szenario erwürfelten wir aus den SAGA-Standardszenarien. Wir spielten übrigens im Spieltrieb Frankfurt, wie ihr an den Platten erkennen könnt. Bei diesem Szenario muss der Verteidiger zwei von drei Gebäuden halten, der Angreifer muss ensprechend zwei Gebäude erobern und nicht ausgelöscht werden. Interessant bei diesem Szenario ist, dass die beiden Spieler darum bieten, wer mit weniger Truppen das Dorf verteidigen kann. Man spielt also in der Regel mit ungleich großen Armeen. Im Bild seht ihr, wie die Orks an der rechten Flanke auf die beiden Gebäude vorrücken. Links im Wald liegen Orks mit Bögen, die die Wachen der Veste im linken Gebäude angreifen.

Mordor gegen Minas Tirith

SAGA Battleboard for GondorJede Elite oder Veteraneneinheit generiert einen SAGA-Würfel, mit dem man auf dem SAGA Battleboard würfeln darf. Bei der Armeeaufstellung achtet man meist darauf, dass man sechs Würfel bekommt, was dem Maximum der Würfel entspricht. Alle sechs werden gewürfelt. Je nach Ergebnis stehen bessere oder schlechtere Optionen zur Auswahl.

In der Regel beginnt man damit die Würfel in der linken Spalte abzulegen um Einheiten aktivieren zu können, also eine Bewegung mit ihnen zu machen oder anzugreifen. Dabei gilt es zu beachten, dass Einheiten auch mehrfach aktiviert werden können.

Falls danach noch Würfel übrig sind, wählt man unter den besonderen Fähigkeiten der Fraktion in der rechten Spalte aus. Hierunter sind kleine Verbesserung oder auch heftige eher seltene Aktionen.

Wenn man zum ersten mal spielt wird schnell klar, dass bei SAGA die Ressourcen endlich sind und man nicht alles auf einmal machen kann. Alle Truppen bewegen und heftig zuschlagen ist nicht in jeder Runde möglich.

So ist es zum Beipiel  durchaus möglich, dass man alles genau geplant hat und der Gegner durch eine Fähigkeit auf dem Battleboard eine Bewegung verhindern kann. Dann fehlt genau dieser eine Würfel um in die Annalen Mittelerdes einzugehen.

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Die Bewegung

Bei der Bewegung ist eine recht simple Faustregel zu beachten:

Je schlechter die Truppen ausgebildet sind, desto schwieriger sind sie zu bewegen.

Um meinen Troll zu bewegen, muss ich eine 4, 5 oder 6 opfern, während meine Morannonorkveteranen mit einem beliebigen Wurf zu bewegen sind. Falls eine Einheit mehrere male bewegt wird, erhält sie einen Erschöpfungsmarker. Später im Nahkampf kann der Gegner entscheiden, ob er zu seinem Vorteil diese Marker einsetzen möchte.

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Eine Frage der Ehre

Eine sehr interessante Regel besteht bei SAGA darin, dass die Anführer den gegnerischen Kommandeur angreifen müssen, wenn sie ihn in einer Bewegung erreichen können. Da die Warlords recht stark zuschlagen und zusammen mit einer Einheit angreifen können, neigt man dazu, sie viel einzusetzen. Falls der gegnerische Warlord in die Nähe kommt, ist es aber unwahrscheinlich, dass der Endkampf zwischen beiden an einem gänzlich anderen Ort statt findet. Es will also wohl überlegt sein wo und wie früh man seinen Anführer einsetzt. Um den Verlust des Warlords zu verhindern, kann man Veteranen oder Elite in seine Nähe stellen und diese als Verluste aus dem Spiel nehmen, wenn der Warlord Schaden nimmt. Wer seinen Warlord nicht abschirmt wird es erleben, dass wiederholte Angriffe den Beistand zusammenschrumpfen lassen. So geschehen in diesem Spiel. Der Truchsess wurde nach zwei Angriffen in einer auf seinen Angriff folgenden Runde aus dem Spiel gekegelt. Diese Regeln regulieren den Einsatz der Warlords sehr interessant, wie ich meine, und im Sinne eines spannenden Spiels.

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Hier im Bild rechts sieht man, dass Glorfunzel zur Verteidigung der Gebäude in Eilmärschen seine Veteranen und seinen so genannten Warlord, in diesem Fall der Truchsess von Gondor persönlich an Mordors rechte Flanke führt. Da man nicht alle Truppen gleichzeitig bewegen kann und er nicht auf den Pfeilbeschuss gegen Mordors linke Flanke verzichten wollte, hinken die Ritter zu Fuß hinterher.

Glorfunzels GondorianerVerlockend – der gegnerische Warlord baut sich vor den Orks auf und ist bereit zur Verteidigung. Ein lohnendes Ziel. Hier musste ich mich entscheiden ob ich den Angriff auf das Gebäude suche um die Siegbedingungen zu erfüllen oder ob ich das lohnende Ziel des gegnerischen Warlords wähle. Glorfunzel hat sich sehr schlau in einiger Entfernung aufgestellt um zu verhindern, dass gleich mehrere Einheiten einen Nahkampf erreichen können. Falls der Warlord fällt, fall

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Die Orks stürmen den befestigten Hof.

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Die Bewegungsreichweiten von SAGA sind ebenfalls recht eingängig: Es gibt Lang, Kurz und sehr Kurz (Long, Short, Very Short). Das ganze kann man sehr komfortabel mit Pappschablonen oder Stöcken messen. Die Truppen können sich überall in der kurzen Reichweite bewegen, außer in schwierigem Gelände, da gilt die kurze Reichweite.

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Hier sieht man ganz gut die taktische Lage: Glorfunzel hat seine Truppen außerhalb der REichweite vom Troll in Abfangstellung gebracht. Die Orks müssen in den Engpass vorrücken oder der Troll muss zwei mal bewegt werden. Wenn Glorfunzel angreift, gibt er mir Möglichkeit mit dem Troll und den Elitekriegern in der darauf folgenden Runde zu reagieren. In diesem Falle wagte Glorfunzel den Angriff, wodurch er eine Runde später seinen Warlord verlor. Das Spiel blieb trotzdem spannend, da sein Kalkül aufging: Ich verschluckte mich am schmackhaften Brocken des Warlords und konnte in der vorgegebenen Rundenanzahl nicht mehr ein weiteres Gebäude besetzen. Sieg für Gondor.

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DasRückspiel bestritten wir mit vier Spielern, die Klubkollegen twreuter und ElComandante stiegen mit ein. Gerade zum Kennenlernen des Spiels ist das sehr sinnvoll.

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Hier sieht man den Warlord und eine begleitende Truppe Veteranen, die beide schon einen Erschöpfungsmarker haben. Während der Nahkampfphase kann sich der Gegner entscheiden, ob der eigene Rüstungswert erhöht wird, oder der eigene verringert wird. Dieser Mechanismus hat also zur Folge, dass Truppen, die sich weit bewegt haben, unter höheren Verlusten zu leiden haben. Ein durchaus realistisches Szenario. Allgemein ist allerdings anzumerken, dass SAGA keine realistische Simulation ist, sondern ein schönes Spiel mit der Möglichkeit zu taktieren.
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Ein umkämpftes Gebäude im Rückspiel. Die Gondorianer weichen dem Ansturm der Orks, sie ziehen sich zurück.
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Der erste Einblick in einige Grundmechanismen von SAGA ist hiermit am Ende. Ich würde mich über Fragen und Feedback freuen.

Tankred

12 Kommentare

  1. Asuryan
    2. September 2013

    Toller Spielbericht und die Fotos sind das Sahnehäubchen!

    Mir gefällt SAGA extrem gut (habe auch mit Glorfunzel zwei Spiele gemacht), da man zum einen kein Armeelistenbastler sein muss – man kann quasi sofort losspielen – und dass man zum anderen trotz der Ressourcenknappheit (SAGA-Würfel) immer während der Spielzüge zahlreiche Optionen hat, die man je nach Bedarf und Situation einsetzen kann.

    Tatsächlich bin ich der Meinung, dass SAGA das bessere Skirmish für den Herrn der Ringe ist, wobei mir noch eine Lösung für Truppen fehlt, die nur aus namhaften Helden besteht (etwa die Gefährten, die Nazgul oder Thorin und seine Zwerge).

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  2. Tankred
    2. September 2013

    Ja, da hast Du in der Tat einen sehr guten Punkt angesprochen. Das ist in der Tat noch offen. Als Anführer mit Sonderfertigkeiten funktionieren die bestehenden Fraktionen von Frank Becker schon sehr gut, eine Gefährtenliste oder eine Zwergenliste müsste noch entwickelt werden.
    Glorfunzel hat die Idee entwickelt, vier Zwerge aus Thorins Gemeinschaft zu einer Elitetruppe zusammenzufassen. Das könnte schon ganz gut funktionieren, wie ich denke. Ein Board für die Gefährten wäre natürlich der Knaller!

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  3. Thorin
    12. September 2013

    Ich find SAGA für HdR auch echt super! Macht Spaß das System. Aber halt (bisher) wirklich nur geeignet für Kriegerbanden mit einem namhaften Helden. Aber seien wir mal ehrlich, für Spiele mit mehren Helden macht das klassische HdR-System (mMn) mehr Sinn. Wenn das klassische HdR durch etwas besticht, dann doch durch die Szenarien.

    Ich hoffe, dass Frank Becker zukünftig noch mehr Battleboards rausbringt. Ich freue mich vor allem auf die Boards für die Haradrim und die Ostlinge. Wobei ein Board für die Gefährten oder Thorins Gefolge natürlich auch echt super wäre. Eine 4 Punkte Nazgul-Truppe ist ja eigentlich über das Mordor-Board schon machbar. Einen Ringeist (Hexenkönig) als Anführer und statt zwei Trupps Uruks verwendet man halt weitere Ringgeister (als Elite). Und schon hat man alle 9 Ringgeister in einem 4 Punkte-Trupp. Das SAGA-System ist einfach so herrlich frei übertragbar…

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  4. Tankred
    13. September 2013

    Freut mich, dass Du denselben Eindruck hast, schließlich habt Ihr die größte Kriegerbandenerfahrung, also die meisten Spiele mit einer geringen Anzahl an Figuren.
    Die nächsten Boards sind in Arbeit und wir werden SAGA hier auf dieser Seite in Kürze mehr voran bringen – zusammen mit Frank Becker.
    Eine Gefährtenliste ist in Arbeit, aber wie Du Dir vorstellen kannst, ist das eine ziemlich komplizierte Sache.

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  5. Thorin
    13. September 2013

    Naja, zwischen den Kriegerbanden-Spielen und SAGA besteht nach wie vor ein großer Unterschied. Aber was das klassiche HdR-Skirmish anbelangt, so hat SAGA mMn schon die Nase vorn. Es gibt zwar weniger von diesen HdR typischen „Filmszenen“, in denen ein einzelner Gondorkrieger rundenlang gegen eine Horde Orks stand hält, aber dafür gehts einfach schneller voran. Ich habe leider erst ein SAGA-Spiel hinter mir. Aber ich glaube, dass es in Saga nicht dieses stundenlangene Hin und Her gibt, wie beim klassischen HdR. Es passiert einfach mehr… Es ist blutiger. Und das finde ich einfach super.

    Oh ja, das glaube ich gut und gerne, dass es echt kniffelig ist vernünftige Battleboards zusammenzustellen. Bin aber schon echt gespannt auf das Gefährtenboard. Mir reicht es momentan die Battleboards auf deutsch zu übersetzen^^.

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  6. Dhark
    26. September 2013

    Erstmal sehr interessanter kurzer Bericht mit echt hübschen Miniaturen.

    Kann mir Jemand sagen, woher das Gelände, also die drei Gebäuden, stammen? Die Gebäude gefallen mir sehr gut und ich könnte mir die gut auf meiner Platte vorstellen.

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  7. Tankred
    26. September 2013

    Danke. Die Gebäude sind von einem amerikanischen Hersteller. Ich habe sie bei Ebob bezogen: http://www.ebobminiatures.com/products/buildings.htm

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  8. Gumpfi
    19. Oktober 2013

    Ich bin relativ neu bei HdR und diesem Forum, und ich habe eine Frage: gibt es irgendwelche sonderregeln für Waldläufer, Waldelben, und stehen in dem ‚großen‘ Buch noch nennenswerte Extras(Regeln, Geländebau, Bemalungen), und Lohnt es sich das zu kaufen.
    Liebe Grüsse, Gumpfi

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    • Tankred
      30. Oktober 2013

      Im großen Buch gibt es haufenweise Sonderregeln, Waldelben haben einige, Waldläufer an sich keine. Bemalanleitungen gibt es auch. Das Buch ist ziemlich teuer aber auch umfangreich. Am besten Du schaust es Dir im Laden vorher mal an.

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  9. Gumpfi
    3. November 2013

    Dankeschön :DD

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  10. Gumpfi
    4. November 2013

    kann man Irgendwo anders noch eine Gesamte Liste Aller Figuren Einsehen und Runterladen? (Ähnlich wie in dem Buch, nur Komplett eben :))

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    • Tankred
      19. November 2013

      Nein, eine Komplettliste gibt es nicht – leider. Es gab immer mal wieder fangemachte Sammlerlisten und Versuche das aktuell zu halten, aber keiner kommt den Änderungen von GW hinterher.

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