Geschrieben von am 05. April 2010 in Geländebau

Der Anfang

Vor ein paar Jahren habe ich in England günstig Bauteile für die Wetterspitze erstehen können. Diese entsprechen den gleichen, die Tankred für seine Wetterspitze benutzt hat. Lange habe ich geplant, wie ich meine Wetterspitze bauen könnte, war mir aber nie ganz sicher. Tankred hat seine Wetterspitze als ein großes Geländeteil konzipiert. Dies sieht sehr schön aus, da alles wie aus einem Guss wirkt. Allerdings hat es auch den Nachteil, dass das Geländestück nicht für eine normale Feldschlacht taugt, da es wie ein riesiger Klotz ein großes Hindernis auf dem Spielfeld darstellt. Da ich immer noch ein viertes Kölns Klamm im Hinterkopf herumschweben habe, habe ich lange mit Tankred diskutiert, wie ich meine Wetterspitze anlegen soll. Schließlich hat er mich überzeugt, dass ich sie modular gestalten sollte. So kann ich die einzelnen Segmente später auch für normale Feldschlachten benutzen.

Ich habe mich damals für 3 Ring-Segmente entschieden. So hat man für eine normale Schlacht mittelgroße Hindernisse, die man gut in seine Taktik integrieren kann. Den Zusammenbau habe ich leider nicht fotografiert, da er schon über ein Jahr zurück liegt. Als Inspiration neben dem Film von Peter Jackson diente mir das Forgeworld-Modell, sowie Tankreds großartige Wetterspitze.

Ich habe mir überlegt, wie ich die Teile zufällig altern lassen kann. Dazu habe ich die Bögen zerbrochen. Im Film und beim Forgeworld-Modell sieht man zwei Treppen. Diese habe ich ebenfalls eingebaut. Dazu habe ich einige Hirst Arts-Teile verwendet. Mit etwas Selitron habe ich dann auch noch ein paar Wände hinzugefügt.

Der Boden

boden

Nach dem Zusammenbau des Rings stand der Boden an. Ich fand Tankreds Bodenlösung sehr schön und wollte gerne die gleichen Platten verwenden. Da ich aber leider nicht die passenden Hirst Arts-Steine hatte, musste ich mir eine Alternative überlegen. Ich wollte keine Styrodurplatten schneiden und bin dann auf die Small Bricks Mold von Hirst Arts gekommen. Diese hat sehr kleine Steine, die eigentlich dazu gedacht sind, kleine Mauern und andere gemauerte Objekte herzustellen. Ich habe die Form einfach umfunktioniert und einfach einen Boden gepflastert.

Für die Wetterspitze habe ich die Form ca. 25-30 mal gießen müssen. Das war ziemlich mühselig und damit ich nicht so penibel die Form ausgießen musste, habe ich die Steine einfach auf dem Kopf zusammengeklebt. Dadurch waren gußbedingte Unebenheiten auf der Rückseite egal, da alle Vorderseiten auf einer Ebene zusammengeklebt werden konnten. Ganz zum Schluß habe ich dann mit Sandpapier die Rückseite abgeschmiergelt. Dadurch konnte ich den Boden später schön eben auflegen.

Der Boden musste nur so groß sein, damit die Ringsegmente komplett mit ihm abschließen. Also habe ich in eine Selitron-Platte ein Loch geschnitten, in das der Boden passt. So hatte ich ein Fundament für die Ringsegmente und den Boden. Das ganze wurde auf eine 2cm Styrodur-Platte aufgeklebt.

Auf dem Foto könnt Ihr den Boden und das Fundament sehen. Wer erkennt den Fehler im Pflastermuster (die einzelnen Steine sind nach einem bestimmten Prinzip aufgeklebt, welches ich in der Gelsenkirchener Innenstadt entdeckt und dann leicht abgewandelt habe)?

Der Hügel

Ähnlich wie bei Tankreds Wetterspitze wollte ich den Turm in den Hügel übergehen lassen. Dazu musste ich erstmal meinen Ring auf dem Fundament positionieren (auf dem zweiten Bild habe ich die Segment-Grenzen eingezeichnet).

Anschließend musste ich mit einem Heißdraht-Schneidegerät (meines ist von Proxxon) die Konturen des Ringes an der Stelle „nachfahren“, die später ebenfalls wie Mauerwerk aussehen sollte.

Der nächste Schritt war den Felsen zu planen. Ich habe mich entschieden ein paar Gleisschottersteine zu benutzen. Daudrch wird das Modell sehr schwer. Man sollte sich das also gut überlegen. Ein schweres Modell hat allerdings auch den Vorteil, dass es nicht so leicht beim Spielen verrutscht.

Als nächstes habe ich ganz viel Geröll und Bruchstücke aufgeklebt. Mein Ziel war es, dass es ein wenig so aussehen soll, als würden die Sachen da seit ein paar hundert Jahren liegen. Deswegen wurden einige Teile so aufgeklebt, dass sie in der Erde stecken.

Dazu klebt man die großen Bruchstücke direkt auf das Styrodur. Anschließend werden die Lücken zwischen den Bruchstücken und Steinen mit einer Modelliermasse voll geschmiert. Ich habe Efaplast benutzt (heißt auch Fimo Air Basic). Der Vorteil von Efaplast ist, dass es an der Luft trocknet und leicht zu verarbeiten ist. Der Nachteil ist, dass es etwas schrumpft beim Trocknen. Damit der Hügel sich ganz eng an den Ring anschmiegt, habe ich den Ring einfach gegen die Modelliermasse gedrückt. Den Ring habe ich dann wieder entfernt und das Efaplast trocknen lassen. Damit das Efaplast sich nicht ablöst, muss man vorher Holzleim wie Ponal auf das Styrodur schmieren. Durch das Schrumpfen ist eine leichte Fuge zwischen dem Ring und dem Hügel entstanden. Ich werde später versuchen die Fuge mit Grasstreu zu kaschieren.

Nachdem das Efaplast getrocknet ist, wird der Hügel noch ordentlich gesandet. Dabei habe ich dann auch noch weitere Bruchstücke aufgeklebt (weiß).

Generell sollte man bei Ruinen alle Teile aufheben, die beim Kaputtmachen anfallen. So hat man schöne Teile, die das ganze noch realistischer ausschauen lassen. Keramin-Teile künstlich zu altern, ist allerdings eine ganz schöne Sauerei, da man mit einer Zange Stücke herausbrechen muss. Ein Staubsauger in der Nähe ist also nicht verkehrt.

Die Bemalung

Hier habe ich mich an der Bemalung von Tankreds Wetterspitze orientiert. Die Bemalungsanleitung eignet sich gut für Sandstein oder Kalkstein.

Schritt 1: Schwarz grundieren und danach mit Earth gebürstet. Dazu habe ich Flat Earth von Tamiya benutzt.

Schritt 2: Mit braun geinkt. Dazu habe ich mir einen Braunton in einem Kreativladen gekauft und diesen sehr stark mit Wasser verdünnt. Anschließend wird das Modell großzügig damit bestrichen. Nach etwas Trocknungszeit habe ich die ebsonders nassen Stellen etwas abgetupft. Danach muss man warten, bis es komplett trocken ist, um weiter zu malen.

Schritt 3: Erneut mit Earth bürsten. Diesmal aber Earth von Vallejo.

Schritt 4: Ein 50:50 Mix aus Earth und Iraqui Sand von Vallejo auf das Modell bürsten.

Schritt 5: Bürsten mit Iraqui Sand.

Schritt 6: Die Ringteile und die Bruchstücke wurden mit einem 50:50 Mix aus Iraqui Sand und Dead White leicht gebürstet. Der Boden und der Hügel selbst wurde nicht mehr gebürstet.

Begrünung

Für die Begrünung habe ich auf diverse Streus von verschiedenen Herstellern zurückgegriffen.

Neben Grasstreu sind dabei sehr feine Streus zum Einsatz gekommen, die Moose und Sträucher darstellen sollen. Zum ersten Mal habe ich auch eine Art Blumen-Foliage benutzt. Auf der Wiese des Hügels könnt ihr die gelben und violetten Blumen sehen.

An der Ruine habe ich mehrere Efeuranken mit duneklgrün gefärbten Birkenpollen angebracht. Die ungefärbten Birkenpollen habe ich als Laub aufgeklebt.

Sträucher aus Meerschaum sind auf den Bildern nur gesteckt, da sie sehr zerbrechlich sind und ich sie lieber lose transportieren möchte. Das erlaubt sie schnell auszuwechseln, wenn sie nach einem Spielwochenende nicht mehr gut aussehen.

Auf diesen Fotos sieht man, dass man eigentlich nicht zu wenig Pflanzen auf seine Wetterspitze kleben kann. 😉

Die Ringsegmente

Die kleinen Ruinenstücke

Wie geht es weiter?

Das Modell könnt ihr übrigens auf der Roleplay Convention 2010 in Köln ansehen und bespielen. Azgul und ich werden dort das Herr der Ringe-Tabletop auf dem Stand der Deutschen Tolkien Gesellschaft anbieten. Dort werde ich neue und vor allem bessere Fotos der gesamten Ruine machen.

Ich hoffe, der Artikel hat Euch gefallen und ich seh den ein oder anderen von Euch auf der RPC.

Viele Grüße
Glorfunzel

Diskutiert hier über diesen Artikel

2 Kommentare

  1. Rene
    5. November 2016

    Hey Glorfunzel,

    ich interessiere mich sehr für das Gelände der Wetterspitze und habe einige Fragen dazu. Ich hoffe du kannst mir da weiter helfen.
    Hier die Fragen:
    – Aus welchem Material hast du die Wetterspitze gebaut?
    – Hast du einige Vorlagen, wenn ja kannst du mir die per Foto oder E-Mail zukommen lassen?
    – Wie hoch waren die Material kosten?
    – Wie hoch ist der Zeitaufwand gewesen?

    Wie schon gesagt, ich hoffe du kannst mir da weiterhelfen.

    Gruß
    René

    Antworten
    • Glorfunzel
      15. November 2016

      Hallo René,
      Das Hauptmaterial der Wetterspitze ist Keramin, eine sehr harte Gipsartige Gießmasse.
      Den Grundstock für das Modell hat ein Bausatz aus England gebildet, den es leider nicht mehr zu kaufen gibt.
      Für die Ausgestaltung (Treppen, Figuren etc) habe ich mir Screenshots vom Film und Bilder vom Set (via Google) angeschaut. Ich kann Dir da leider nichts mehr zu schicken, da es solange her ist.
      Als Orientierungshilfe empfehle ich Dir das Szenariobuch „Die Gefährten“ von Games Workshop (für das Hobby eines der besten Bücher von GW). Dort befindet sich eine Bastelanleitung, die fand ich damals ganz gut. Für mein Modell habe ich sie aber nicht verwendet.
      Materialkosten ist schwierig zu beantworten. Man kann so etwas mit einem Heißdrahtschneidegerät und etwas Übung und Styrodur gut basteln. Da wären die Materialkosten eher gering. Heißdrahtschneidegerät ist leider sehr teuer und man muss viel üben. Das lohnt sich eigentlich nur, wenn man viele solche Sachen basteln will.
      Mit Hirst Arts Steinen geht so etwas auch, ist aber sehr viel aufwendiger. Der Fußboden ist damit gemauert.
      Hirst Arts Formen kosten ca. 30 bis 35 Euro sind fast ewig haltbar. Genaue Formen, kann ich Dir nicht sagen. Gießmaterial wäre Keramin oder besser Keramin S. 5kg kosten ca. 30Euro. 25kg kosten ca. 120Euro
      Zeitaufwand war so ca. 5-7 Nachmittage. Der Fußboden wegen des Gießens natürlich länger.
      Viele Grüße
      Tim

      Antworten

Leave a Reply to Glorfunzel

Antwort abbrechen