Geschrieben von Tar-Calion, eingestellt von am 25. Juni 2009 in Armeen, Miniaturen

Die Anfänge

Bereits als ich die Rohirrim zum ersten Mal in den Filmen gesehen hatte, war ich von dem Reitervolk angetan, was wohl auch daran liegt, dass ich fast täglich mit Pferden zu tun habe.

Der Ritt der Rohirrim bemalt von Tar-Calion

Kurz nachdem ich mit Tabletop angefangen hatte, erschienen Reiter von Rohan in der DeAgostini-Reihe. So baute ich mir anfangs eine kleine Armee mit sowohl Kavallerie- als auch Infanterieeinheiten auf. Nachdem mir allerdings mit der Zeit eine immer größere Anzahl an Reitern zur Verfügung stand war mir klar: Ich mach daraus eine reine Reiterarmee! Nach einigen Käufen im Marktplatz des Forums hat sich die Zahl der in meinem Besitz befindlichen Reiter auf 30 erhöht, was eine gute Basis bot. Vor kurzem kamen dann noch einmal 12 Reiter dazu, was es mir erlaubt, auch größere Schlachten (800-1000 Punke) zu spielen. Weil die Armee nach und nach gewachsen ist, liegen oft zwischen der Bemalung der Figuren mehrere Wochen oder Monate, weswegen einige Figuren nicht ganz auf meinem derzeitigen Niveau bemalt sind (die ganz alten Reiter will ich euch mal komplett ersparen).

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Dadurch, dass ich alle Helden aus Theodens Heer besitze, bin in der Armeezusammenstellung recht flexibel, so dass ich verschiedene Armeethemen realisieren kann.

Mein Hauptthema, welches ich auch auf dem Armeedisplay übernommen habe, bleibt aber die Schlacht auf dem Pellenor. Dadurch sind die Helden, die ich am öftesten in die Armee einbinde entweder Theoden, Eomer und Eowyn oder Eomer und Erkenbrand (welcher auf dem Display Elfhelm repräsentiert).

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Théoden

Der König der Rohirrim ist in seiner vollen Kampfmontur auf dem Schlachtfeld wirklich wunderschön anzusehen, auch sein Pferd Schneemähne hat GW in der gerüsteten Variante wunderbar umgesetzt.

In der spielerischen Hinsicht weist sein Profil allerdings einige Mängel auf und er fällt des Öfteren einem Magier zum Opfer, weshalb er bei meinen bisherigen Spielen fast genauso schnell vom Spielfeld verschwunden ist, wie er darauf platziert wurde.

Éomer

Dieser tapfere und mächtige Recke ist mein Lieblingsheld von Rohan, da er der stärkste Held des Volkes (in der Zeit des Ringkriegs) ist und bei fast jedem Spiel seine Punkte wert ist. Eventuell werde ich ihn noch mit einem Schild ausstatten, damit er noch schwieriger zu töten ist.

Éowyn

Die Schwester Eomers kam bisher in recht wenigen Spielen zum Einsatz, da sie durch ihre niedrige Verteidigung und ihren einzelnen Lebenspunkt sehr verwundbar ist. Allerdings kann sie durch ihre hohe Kampfkraft manchmal auch ziemlich mächtige Gegner wie Gothmog niederringen und mithilfe anderer sogar ausschalten.

Erkenbrand

Der Herr der Westfold (welcher auf dem Display Elfhelm repräsentiert, im Spiel aber nach seinen Regeln eingesetzt wird) ist sicher einer meiner Lieblingscharaktere, sowohl vom spielerischen als auch vom Aussehen her. Seine hohe Verteidigung und vor allem das Horn von Helm Hammerhand machen ihn zu einer interessant zu spielenden Figur. Auch das Modell an sich, vor allem der große rote Schild, lassen ihn zu einer beeindruckenden Erscheinung auf dem Schlachtfeld werden. Daher sind er und Eomer die am öftesten eingesetzten Figuren im Spiel (meistens die beiden in Kombination).

Gamling

Der Träger der königlichen Standarte ist auf dem Spielfeld (und auch in der Vitrine) immer wieder ein Blickfang und ich denke, dass mir trotz der hohen Bemalschwierigkeit die Standarte recht gut gelungen ist. Allerdings ist die Standarte in den normalen Spielen ihre Punkte nie Wert, weshalb sie auch eigentlich nie zum Einsatz kommt.

Théodred

Der Sohn des Königs ist, wenn er seine Nahkämpfe gewinnt, ein Held, der mächtig austeilen kann. Wenn ihm das Glück aber nicht hold ist, kann es vorkommen, dass er durch seine wenigen (na ja, eigentlich keine) Schicksalspunkte sehr schnell abhanden kommt. Dadurch kommt er eher selten zum Einsatz.

Der Hauptmann

Der Hauptmann hat sich in den bisherigen Spielen recht wacker geschlagen, allerdings kommt er immer seltener zum Einsatz, da ich mehr und mehr auf die namhaften Helden umgestiegen bin.

Königliche Wachen von Rohan

Diese leider einzige (von den Söhnen Eorls mal abgesehen) Eliteeinheit von Rohan kann durch die höhere Kampfkraft im Nahkampf auch gegen mächtigere Gegner einiges reißen, vor allem wenn sie noch von ein oder zwei Reitern unterstützt wird (so ist es mir einmal gelungen, mit einer Wache und einem Reiter den schwarzen Marschall auf seinem Schatten auszuschalten). Richtig effektiv werden sie, wenn man mit den Wurfspeeren schon mal einen Gegner tötet und dann zum nächsten weiter reitet (bei schwach gerüsteten Einheiten besonders tödlich).

Die Wache gehört dank hohem Detailreichtum zu den Figuren, bei denen es großen Spaß macht, sie zu bemalen. Sie hat es wirklich verdient, ?königlich? genannt zu werden.

Der Standartenträger

Für solch eine Armee ist ein Standartenträger wirklich essentiell, da die Reiter, falls sie nicht anreiten können auf jeden Fall einen Bonuswürfel brauchen, um den Nahkampf zu gewinnen.

Reiter von Rohan

Die normalen Krieger sind dank vieler verschiedener Waffen sehr flexibel einsetzbar und es macht Spaß mit ihnen zu spielen. Vor allem wenn man viele Speere in der Armee hat (bei mir sind es 16-18) kann man auch durch Wurf-Fernkampfwaffen bereits kurz vor dem Nahkampf einige Gegner ausschalten.

Die normalen Reiter bringen die nötige Masse in die Armee, wobei ich sagen muss, dass diese für das Profil noch ein oder sogar zwei Punkte zu teuer sind, wenn man sie mit vielen anderen Kavallerieeinheiten vergleicht. Dagegen ist allerdings die ?exzellente Reiter? Sonderregel oft ziemlich praktisch.

Von den neueren Rohirrim, die im Display integriert sind, wurden fast alle mehr oder weniger aufwändig umgebaut. Umbauen ist ein Teil des Hobbys, der mir viel Spaß bereitet (auch wenn ich es nicht perfekt beherrsche), da die Armee dadurch einzigartig wird und man aus seinen Figuren interessante und abwechslungsreiche Posen herausholen kann.

Bogenschützen

Schwertkämpfer

Speerträger

Die Bemalung

Mit der Bemalung hielt ich mich größtenteils an die Filmvorlage. Vor allem bei den Helden und königlichen Wachen versuchte ich, das Aussehen im Film (oder im Buch) zu kopieren.

Die Standartreiter bekamen auch ein ähnliches Aussehen wie im Film.

Um ein einheitliches Bild zu bekommen, wurden die Mäntel und die Lederteile bei allen Reitern gleich bemalt (Mäntel: Catachan Green, Leder: Scorched Brown – beide Teile heller werdend geschichtet bzw. die Mäntel anfangs auch abgedunkelt).

Nach einer Weile wurden mir aber die ähnlich aussehenden Untergewänder zu einheitlich und langweilig. Daher entschied ich mich dazu, bei den Rohirrim (fast) alle Farben einzusetzten, die mir zur Verfügung standen, denen ich meistens aber mit Schwarz oder Braun ein bisschen das Grelle und Leuchtende genommen habe. Dabei entstanden lustige Farbkombinationen wie zum Beispiel Türkis oder Giftgrün (wobei ich nie an einer Miniatur zwei grelle Farben aufgetragen habe, sondern den anderen Teil immer ?normal? belassen habe, da zu den Rohirrim doch eher erdige Farbtöne passen).

Das Display

Auf die Idee, ein Display zu gestalten kam ich, nachdem ich eben solche in einigen Artikeln gesehen hatte und ich davon angetan war, die Armee eigens auf einem Display zu präsentieren. Das Thema des Displays war schnell gefunden. Da Theodens Heer im Film von einer Anhöhe in die Schlacht reitet, gestaltete ich das Display als kleines Gefälle. Darauf fanden schließlich einige Körperteile, in der Schlacht ?verloren? wurden, Platz (Ostlinghelm, Pferdebein, ein toter Ork, der Schwertarm einer königlichen Wache und der Schädel eines Kriegers von Minas Tirith). Da es so gut passte, kam auch noch das ?Diorama? vom Base des Hexenkönigs auf geflügeltem Schatten darauf.

An der Front reiten Theoden, seine Wachen und die anderen Helden, hinterher kommen die Reiter von Rohan.

Fazit

Zugegeben, eine reine Reiterarmee ist nicht leicht zu spielen, aber bei so einer Armee steht, wie ich finde, der Spielspaß im Vordergrund, und nicht das gewinnen (was bei Rohan ja sowieso schon schwer genug ist). Wenn man den Anreitbonus wirklich gut ausnutzen kann, hat man trotz der geringen Truppenstärke (bei mir zwischen 35 – 40) sogar einige Chancen. Ebenso kann man bei geschicktem Einsatz den Gegner ausmanövrieren und dann sowohl an der Front als auch im Rücken des Gegners angreifen.

Und ist es nicht so, dass jeder allein schon über den Anblick der Armee staunt, wenn die Linie aus Reitern die volle Breite des Spielfelds ausfüllt?

Also bleibt nur noch eines zu sagen:

„Voran, voran, Reiter Theodens,
Zu blutigem Tagwerk, in Tod und Brand!
Speer splittre, Schild berste!
Den Sand rötet, eh die Sonne aufgeht!
Reitet, reitet, reitet für Gondor!“

Euer

Tar-Calion

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