Geschrieben von Melkóre, eingestellt von am 27. September 2007 in Armeen, Bemalen

Die Inspiration

Waldelben bemalt von Melkóre

Schon immer hatte ich ein Faible für die Erstgeborenen in Tolkiens Werken, welche im Vergleich mit den Nachzüglern, den Menschen, als weit größer an Geist und Körper beschrieben wurden. Ähnlich den Ainur sollen sie gewesen sein, nur von niederem Rang, doch großer Mannestaten fähig, widersetzten sie sich doch unzählige Jahre der schrecklichen Macht des größten Valar auf Arda – Melkor oder Morgoth (Feind der Welt), wie er von seinen erbitterten Feinden, den Noldor, geheißen wurde. Genau diesen Noldor, mit ihrer epischen und zugleich tragischen Geschichte, welches im Silmarillion Erwähnung fand, war mein Herz zugetan und so verwundert es kaum, dass die erste Gute Armee, welcher ich mir annahm die Noldor, also die Hochelben unseres Spielsystems, mit ihren beeindruckenden Schlachtreihen und mächtigen Helden waren.

Den Waldelben, ihren niederen Vettern, welche das Segensreich von Aman nie zu Gesicht bekamen, schenkte ich dagegen vorerst keinerlei Beachtung, sah ich doch in ihrer fehlenden defensiven Ausrüstung ein Makel, welches, so schien es mir, nicht auf dem Feld wieder gut gemacht werden könne.

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An dieser Meinung änderte sich lange Zeit nichts, bis, ja bis die „Der Sturz des Nekromanten“-Erweiterung erschien und das unglaubliche offensive Potential der Waldelbenkrieger, welches sicherlich seines Gleichen sucht, sich mir offenbarte und zusammen mit den Wächtern und Galadriel – Herrin der Galadhrim meine Zurückhaltung der Begeisterung weichen lies.

Als nun die ersten Bilder des Kunststoff-Gussrahmens der Elbenkrieger zu sichten waren und sich die negative Stimmung bezüglich dessen Qualität allerorts verbreitete, lies ich mich nicht von der nur durchschnittlichen Qualität einiger Figuren des Gussrahmens von meinem Plan, ein Waldelbenheer aufzubauen, abbringen und so entschloss ich mich ihnen besonders viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen um der Community aufzuzeigen, dass man mit einer detailverliebteren Bemalung als der, welche Games Workshop stellenweiße im „Der Sturz des Nekromanten“ vorzeigen konnte, auch den scheinbar „biederen“ Kunststoff Waldelben viel Schönheit entlocken kann.

Dass ich letztes Jahr für den Turniersieg auf dem Schloss Pichl in Österreich dann eine weitere Box der Waldelbenkrieger erhielt, konnte als Wink des Schicksals erachtet werden, diesen Plan weiter voran zu treiben.

Waldelben bemalt von Melkóre

Da ich mich von den eigensinnigen Waldelben des Düsterwaldes noch nie besonders angezogen gefühlt habe, fiel die Wahl natürlich auf die Galadhrim des „goldenen Waldes“ unter der Herrschaft von Celeborn und Galadriel, welche als letzte in Mittelerde verbliebene Noldor die das Licht der Bäume Valinors gesehen hatte, neben den Maiar, als die mächtigste Person im dritten Zeitalter angesehen werden kann und viel Glanz ihrer unermesslichen Macht ging über in Lothlórien und denen, welche es bewohnen.

Die Herrin Lothlóriens – Galadriel

Galadriel bemalt von Melkóre

Mit Galadriel – Herrin der Galadhrim und den Elben Lothlóriens verhält es sich so ähnlich wie mit Khamûl und den Ostlingen. Sie war der ausschlaggebende Funke, welcher mich dazu inspiriert hat diese Waldelbenarmee aufzubauen. Es gibt wohl keine andere Figur des „Herrn der Ringe“-Sortiments, in der Macht und Zerbrechlichkeit in diesem hohen Maße vereint sind und das ist auch der Grund, weshalb ich diese Figur so schätze.

Macht, weil sie viele Attacken, Leben, Heldentums-, Willenskraft- und Schicksalspunkte und darüber hinaus einzigartige Sonderregeln besitzt. Zerbrechlichkeit, weil sie trotz leichter Rüstung nur den Verteidigungswert eines ungepanzerten Elben-Hauptmanns und trotz Heldenstatus den Stärkewert eines einfachen Kriegers besitzt. Sie stellt, genauso wie ihr Gemahl, den Archetypus des perfekten Heerführers dar, welcher nicht nur dazu fähig ist die Hauptlast in den Auseinandersetzungen zu tragen, sondern im gleichen Maße auch noch die eigenen Krieger zu einer besseren Streitmacht erhebt.

Sie schütz mittels ihres Zaubers „Blendendes Licht“ die eigenen Reihen, erleichtert mittels ihrer Sonderregel „Kriegsaspekt“ die Aufgabe der Waldelbenwächter um zugleich die „Haltet-Stand“-Würfe der gegnerischen Helden zu unterminieren und nimmt sich den wenigen Schergen des Bösen an, welche dem Kampfgeschick der Elbenkrieger ebenbürtig sind. Da sie hervorragende defensive Fähigkeiten in Form von Zaubern und Sonderregeln besitzt und darüber hinaus den Großteil der Nahkämpfe für sich entscheiden kann, macht sich die niedrige Verteidigung nur selten negativ bemerkbar und ihr Elbenring „Nenya“ lässt sie einige Verwundungen schadlos überstehen. Die einzige wirkliche Schwäche in ihrem Profil stellt die niedrige Stärke dar, doch kann man diese durch geschickte Wahl der Gegner erfolgreich umgehen.

Dass ich Galadriel in einer natürlichen Farbpalette gestalten und mich von der Vorgabe von Games Workshop, welche an die Film-Szene mit Frodo und Galadriels Spiegels angelehnt ist, entfernen wollte war mir von Anfang an klar. Das wunderschön modellierte Kleid gestaltete sich natürlich als größte malerische Herausforderung an der Figur, da das Akzentuieren von weißen Flächen eine gewisse Schwierigkeit darstellt.

Um ihr eine ansprechende Tiefenwirkung beikommen zu lassen ohne den Gesamteindruck ihres weißen Gewandes zu verfälschen entschied ich mich dafür, dass die Schatten einen Farbverlauf erhalten sollten und nicht unmittelbar die erhöhten Stellen. Deshalb wurde zunächst die aus „Shadow Grey“+“Chaos Black“ bestehende Grundfarbe durch fortwährendes beimischen mit „Skull White“ immer weiter aufgehellt und jeweils eine feine Linie als Akzent aufgetragen, so dass trotz der geringen Fläche schon sehr viele Farbnuancen vorlagen.

Die vorletzte Schicht („Skull White“ mit einem Hauch von „Shadow Grey“) und der Schlussakzent (reines „Skull White“) wurden sehr wässrig und breit aufgetragen, so dass trotz des erstellten Farbverlaufs die Figur von der weißen Farbe dominiert wurde. Die Hautpartien, die Haarfarbe, die Rüstung und ihre Elbenklinge wurden analog zu denen der Elbenkrieger gestaltet.

Der Herr Lothlóriens – Celeborn

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Der Herr von Lothlórien und Neffe des großen Elú Thingol, dem Elbenfürsten des im ersten Zeitalter verblichenen Doriath, kann sich nahtlos in die Reihe der mächtigen Elbenhelden vom Schlage eines Glorfindel, Gil-Galad oder Elrond einreihen. Mit dieser Art von Heerführer können es nur wenige Individuen in den Reihen der Bösen aufnehmen und so hinterlassen sie in der Regel eine blutige Schneise in den feindlichen Formationen.

In voller Kriegsmontur hebt er sich von seinen ihm untergebenen, ungepanzerten Elben imposant ab, so dass, wie einem Felsen in der Brandung gleich, die Heerscharen des Bösen vergeblich gegen ihn anrennen können. Die ihm zur Verfügung stehenden Zauber tragen zu seiner Rolle als Heerführer entscheidend bei, gestatten sie ihm doch sein Elbenheer bis zum Ende der Schlacht zusammen zu halten oder potentielle Gefahrenherde gezielt zu neutralisieren, um sie eigenhändig zur Strecke zu bringen.

An dem schweren Rüstzeug Celeborns habe ich mich, im Gegensatz zu Haldirs gepanzerter Variante, welche grundiert immer noch auf den ersten Farbanstrich warten muss, noch nie gestört, könnten sie doch alte Erbstücke aus Thingols glorreichem Elbenreich darstellen, welche der Herr von Lórien bis zum heutigen Tage andächtig in Zeiten der Not tragen würde. Um ihn von den Noldor-Fürsten dieses Spiels abgrenzen zu können war mir schnell klar, dass ich mich von der von Grau und Dunkelblau dominierten Gewandung dieser entfernen würde.

Also griff ich das Farbschema auf, welches mir unter den Kriegermodellen am meisten zusagte, so dass seine Roben von beigen, erdigbraunen und hellblauen Farbtönen dominiert werden sollten. Bezüglich der Gestaltung seiner Bänderrüstung war ich mir zunächst unklar ob ich zu einer silbernen Gestaltung greifen sollte, doch verwarf ich diesen Gedanken um eine bessere Kontrastwirkung mit dem Kettenhemd zu erhalten und griff zu einer goldenen Palette.

Freehands setze ich sehr bedacht und zumeist nur auf Bannern ein, da diese mangels Akzentuierung auf dem Gros der im Tabletop-Standard bemalten Figuren sehr aufgesetzt wirken, doch wollte ich diesbezüglich über meinen eigenen Schatten springen und Celeborn eine aufwendige Gestaltung, wie es für den Herrn Lothlóriens angemessen erscheinen mag, zukommen zu lassen. Ursprünglich hatte ich begonnen den Umhang ebenfalls mit Freehands zu veredeln, doch wurden diese wieder übermalt, um ein gesundes Mittelmaß zu erhalten und die Figur nicht mit Details zu überladen.

Die Gestaltung der Hautpartien wurden, mit der einen oder anderen zusätzlichen Farbnuance, analog zu denen der Elbenkrieger bemalt, doch stellten die Haare zunächst ein kleineres Problem dar, da der Sindar-Fürst als silberhaarig, wie es in Thingols Geschlecht üblich war, beschrieben wurde. Um ihm allerdings die Erscheinung eines Greisen zu ersparen, setzte ich als Grundfarbe ein „Snakebite Leather“+“Fortess Grey“-Gemisch ein, welches zunächst mit „Bleached Bone“ und anschließend mit „Skull White“ stark aufgehellt wurde. Die braunen Bereiche der Kleidung wurden mittels durch „Bleached Bone aufgehelltem „Graveyard Earth“ gestaltet.

Die beigefarbenen Gewänder wurden mit „Graveyard Earth“ bemalt, zunächst mit „Kommando Khaki“ und anschließend mit „Bleached Bone“ in vielen Zwischenschritten aufgehellt. Die Freehands wurden mit einer Farbmischung bestehend aus „Graveyard Earth“ und „Kommando Khaki“ aufgemalt und passend zum Faltenschlag der Kleidung mit „Kommando Khaki“ und „Bleached Bone“ in diversen Zwischenschritten akzentuiert.

Die goldenen Rüstungsteile wurden mit einem „Goblin Green“+“Shinig Gold“-Gemisch, welches durch immerzu weiter hinzugefügtem „Burnished Gold“ und „Mithril Silver“ bemalt wurde, dem abschließend einige hauchdünne Lasuren bestehend aus „Goblin Green“ und „Black Ink“ folgten.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, eine dünne Linie der Grundierung („Scorched Brown“) als Abgrenzung stehen zu lassen, aber das gilt natürlich für alle abzugrenzenden Bereiche der Figur. Die Elbenklinge und die silbernen Bereiche der Figur wurden entsprechend denen der Elbenkrieger gestaltet.

Die Smaragde an Schild und Amulett wurden mittels durch „Skull White“ fortwährend weiter aufgehelltem „Regal Blue“ gestaltet und die Lichtpunkte darauf wurden ebenfalls mit „Skull White“ gesetzt, dem eine Schicht Glanzlack folgte.

Die Grenzwachen – Haldir, Rûmil, Oróphin, Niennór und Nimródel

Die Grenzwachen - Haldir, Rûmil, Oróphin, Niennór und Nimródel bemalt von Melkóre

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Als ich die Waldelbenwächter mitsamt ihrem Profil zum ersten Mal im Ergänzungsbuch „Der Sturz des Nekromenten“ sah, kam mir sofort das Bild der Grenzwachen Lothlóriens in den Sinn, auf welche die Gefährten nach der Fluch aus Moria trafen – Haldir und seinen Brüdern Rûmil und Oróphin.

„Sie waren in schattiges Grau gekleidet, und man sah sie nicht zwischen den Baumstämmen, außer wenn sie sich plötzlich bewegten.“

„Wir drei konnten es nicht mit hundert von ihnen aufnehmen, deshalb sind wir ein Stück vorausgegangen und haben mit verstellten Stimmen gesprochen und sie weiter in den Wald hineingelockt. Oróphin ist jetzt in aller Eile zu unseren Behausungen gegangen, um unser Volk zu warnen. Nicht einer von den Orks wird je aus Lórien zurückkehren. Und viele Elben werden an der Nordgrenze auf der Lauer liegen, ehe die nächste Nacht hereinbricht.“

„Er stieß einen Ruf aus, der wie der leise Pfiff eines Vogels klang, und aus einem Dickicht von jungen Bäumen trat ein in Grau gekleideter Elb, der seine Kapuze zurückgeworfen hatte; sein Haar schimmerte wie Gold in der Morgensonne.“

In diesem kurzen Auszug kann man sämtliche Attribute der in das Tabletop-Spielsystem portierten Waldelbenwächter entnehmen. Sie können sich hervorragend tarnen, die Feinde täuschen um sie in ihr Verderben zu locken und ihnen mit ihrer Meisterschaft in den Waffenkünsten den Todesstoß zu versetzen. Außerdem gab mir der vorliegende Text wichtige Anhaltspunkte wie ich die Wächter gestalten sollte. Deswegen entschied ich mich zu einer Bekleidung, welche von diversen Grautönen dominiert werden sollte, so dass sie sich von den einfachen Kriegern, welche hauptsächlich in Grün- und Brauntönen gestaltet wurden, deutlich unterscheiden würden.

Da ich niemals vorhatte, mehr als einen Helden vom Rang eines normalen Elben-Hauptmanns einzusetzen und ich Haldir für diese Position eindeutig den Vorzug gegeben hätte, würde Rûmil als Hauptmann ein Schattendasein fristen müssen. Um ihm dieses Schicksal zu ersparen kam es mir daher in den Sinn, ihn in der Art der drei Wächter zu gestalten. Zu diesem Zweck erhielt er ein modelliertes Signalhorn und die Schnalle, welche seinen Umhang über der linken Schulter zusammenhielt wurde abgefeilt und durch eine blattförmige Brosche in der Art der Wächter ersetzt.

Oróphin wurde, abgesehen von der obligatorisch hinzugefügten Bogensehne, in seinem Originalzustand belassen.

Da es meiner Meinung nach nichts an ihrer Erscheinung auszusetzen gab wurden an Nimródel ebenfalls keine Änderungen vorgenommen.

Niennór allerdings musste einen Bogen mitsamt Köcher erhalten um der WYSIWYG-Regelung zu entsprechen. Auch wenn der Bogen im Profil der Waldelbenwächter enthalten ist und nicht am Modell dargestellt werden müsste, so wollte ich es ihr dennoch ersparen mit einer unsichtbaren Waffe die Feinde Lothlóriens zur Strecke bringen zu müssen.

Ursprünglich wollte ich ihr den Bogen anstatt der Klinge in die rechte Hand geben, welcher dafür nur ein wenig verdreht hätte werden müssen, doch ich entschied mich dagegen da mir ein anderes Bild vor das geistige Auge trat: Eine Wächterin, welche nachdem sie die Feindesscharen mit Pfeilen dezimiert hatte, nun ihren im Nahkampf hinderlichen Bogen mitsamt Köcher zu Boden wirft, die Klinge zieht und ein letztes Mal Hilfe ersuchend in das Horn bläst, ehe sie sich heroisch zur Wehr setzt.

Neben Bogen und Köcher bekam sie außerdem an geeigneter Stelle in Form eines Dolchheftes eine angedeutete Wurfwaffe um mir die Option einen Elbenhelden entsprechender Bewaffnung einsetzen zu können offen zu halten.

Der ungerüstete Haldir wurde als letzte Ergänzung der Grenzwächter erst kürzlich eingegliedert. Nach meiner ursprünglichen Planung hätte er ja das Quartett der Wächter anführen sollen, doch hatte mir Games Workshop mit dem Erscheinen von „Legionen von Mittelerde“ und dem Versetzen der Waldelbenwächter in Thranduils Hallen nachträglich einen Strich durch meine Rechnung gemacht, so dass ich mich gezwungen sah mittels eines kleinen Kunstgriffs, ein „scheinbares“ Bündnis zwischen den beiden Elbenreichen, die Wächter dennoch in Lóriens Reihen integrieren zu können.

Da allerdings jedes Kontingent einen Anführer benötigen würde, verlor Haldir vorerst seinen Platz in der Armeeliste an Rûmil, welcher nun doch als Hauptmann eingesetzt werden musste. Wie auch immer – um bei dem ursprünglichen Plan als Anführer der Grenzwachen zu verbleiben, musste er natürlich in ihre Gewandung gehüllt werden. Zu diesem Zweck wurde sein Gürtel zu einer Art von Schärpe verlängert und an deren Enden wurden die goldenen Blätter, ein Merkmal welches an allen Fünfen zu finden ist, angebracht.

Da er innerhalb der Grenzwachen Lothlóriens höheren Ranges sein sollte, nahm ich mir die Freiheit diese bei ihm etwas größer zu gestalten. Ein weiteres gemeinsames Ausstattungsmerkmal stellen die Musikinstrumente dar und so erhielt er eine aus Modelliermasse geformte Panflöte.

Die Bemalung der Leder-, Holz und Metallpartien, sowie der Gesichter und Haare der Grenzwächter orientiert sich an der Gestaltung der normalen Krieger, doch wurden hier und da zusätzliche Zwischenschritte beim Layering eingesetzt, um sie etwas feiner zu gestalten. Die dunkelgrauen Umhänge wurden durch mit „Fortress Grey“ aufgehelltem „Chaos Black“ zum Leben erweckt, welches durch eine hauchdünne Lasur aus Wasser und „Black Ink“ abgeweicht wurde. Die helleren Grautöne wurden mittels durch „Bleached Bone“ akzentuiertem „Codex Grey“ und die blaugrauen Stoffpartien wurden mit „Shadow Grey“, welches ebenfalls mittels „Bleached Bone“ aufgehellt wurde, bemalt.

Der Standartenträger

Neben den Zwergen gibt es wohl keine andere Armee, welche in solch hohem Maße von einer Standarte in den eigenen Reihen profitieren kann wie die Waldelben. Der Wiederholungswurf gepaart mit der immens hohen Kampfkraft ist der entscheidende Faktor um das Nichtvorhandensein von Rüstungen jeglicher Art erfolgreich zu kaschieren und den Waldelben einen deutlichen Vorteil in den Nahkämpfen zu verschaffen. Es gibt nur wenige Gegner, welche einem Elben mitsamt Speerunterstützung und einer Standarte im Rücken gefährlich werden können und es obliegt der Verantwortung der mächtigen Elbenhelden diese wenigen Gefahrenpotentiale, welche das Können der Krieger übersteigt, zu neutralisieren.

Als Eliteeinheit orientiert sich die Bemalung an dem der Elbenwächter, deren Erscheinung von verschiedenen Grautönen dominierter Kleidung, dem gelblichen Leder und goldenen Fragmenten geprägt ist. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass da Standartenträger keine Elbenumhänge tarnender Funktion tragen dürfen, dieser daher analog zu den Kriegern in einem bläulichen Grauton gestaltet wurde.

Die Waldelbenkrieger – Schwertkämpfer

Die Elbenkrieger haben kämpferische Fähigkeiten und einen Mut vorzuweißen wie sie unerreicht in der Kriegerkaste sämtlicher Völker Mittelerdes ist und sich sogar mit den großen Helden beider Seiten messen kann. Doch was macht diese herausragenden Krieger, ihres elitären Status? zum Trotz, im Vergleich mit den an Potential ebenbürtigen Uruk-hai oder den Hochelben so günstig?

Es ist dieser kleine Makel in Ihrem Profil, welcher mich jahrelang in dem Irrglauben gelassen hatte, dass alles unter V6 eine Schwäche darstellt und dass die im Falle der Waldelben nichtvorhandene Rüstung diese zu Szenario-Figuren degradiert. Dieser Ansicht folgend fanden 2006 mit den Khazad des Erebor und den Menschen Rhûns jeweils die Armeen mit der höchsten Durchschnitts-Verteidigung beider Seiten als Turnierarmeen Verwendung. Dass ich falschen Annahmen gefolgt war kann ich nach einem knappen Jahr, in dem ich die Waldelben eingesetzt habe, nun mit Bestimmtheit sagen.

Die Elbenklingen sind ein wichtiges Element um Armeen, welche stark gepanzerte Einheiten vorzuweißen haben entschärfen zu können und die Option auf die Wurfdolche verhilft den Waldelben ihrer Rolle als fernkampstärkste Armee Mittelerdes gerecht zu werden.

Die Waldelbenkrieger – Speerträger

Die Speerträger sind, zusammen mit der Standarte, ein ganz wichtiges Element zum erfolgreichen Bestehen der Waldelben gegenüber den Kriegern der bösen Seite. Bedingt durch ihre hohe Verwundbarkeit können es sich die Elben nicht leisten, allzu viele Nahkämpfe zu verlieren und so übernehmen die Speerträger die wichtige Rolle dafür zu sorgen, dass einem möglichst viele Würfel zur Nahkampfentscheidung zustehen.

Denn selbst wenn auf beiden Seiten die gleiche Anzahl an Attacken zur Verfügung steht, so nimmt dank dem hohen Kampfgeschick der Erstgeborenen die Wahrscheinlichkeit, dass diese den Kampf zu ihren eigenen Gunsten entscheiden können dennoch mit steigender Anzahl der Würfel zu. Das bedeutet, dass in Situationen in denen sich zwei Elben der gleichen Anzahl von Gegnern erwehren müssen, die Wahrscheinlichkeit von siegreichen Elben rechnerisch höher liegt, wenn ein Waldelb mit Speerunterstützung sich beider Gegner auf einmal annimmt, als wenn man zwei Eins-gegen-Eins Situationen forcieren würde.

In diesem Zuge sei natürlich auch die einzigartige Funktion des Waldelbenspeers erwähnt, welche einem die Möglichkeit eines „Speerblocks“ zur Hand gibt um an einem Ende des Schlachtfeldes die Gegnermassen aufzuhalten und so an einer anderen Stelle wichtige Überzahlsituation herzustellen, wie zum Beispiel gegen feindliche Helden oder Monster, so dass diese schnell eliminiert werden können.

Die Waldelbenkrieger – Bogenschützen

Ein kurzer Satz genügt um die Fähigkeiten dieses Kriegertypus treffend zu umschreiben. Sie stellen die besten Schützen Mittelerdes dar, denen allein die Hochelben gleich kommen. Da allerdings deren Schützen schwere Rüstungen tragen, müssen diese einen höheren Preis für jeden einzelnen Pfeil zahlen und so bekommt man in keiner anderen Armee für die ausgegebenen Punkte einen besseren Gegenwert an Schützen. Den Waldelbenschützen kommt eine große taktische Bedeutung zuteil, denn abgesehen von ihrem enormen Schadenspotential besitzen sie eine stark abschreckende Wirkung, mit deren Hilfe man ganze Regionen des Spielfeldes zu quasi feindfreien Zonen erklären kann.

Wenn der Elbenmantel für einen Einheitentypus passend erscheint, dann natürlich für die Bogenschützen, welche in dieser Form den Archetypus des klassischen Waldelben verkörpern. Aus dem Hinterhalt agierende Meisterschützen, welche den Gegner gezielt dezimieren und den verbliebenen panischen Resten des Feindheeres den Todesstoß im Nahkampf geben. Doch offen gesagt halte ich den Elbenumhang zu den gegenwärtigen Kosten für zu überteuert um ihn Abseits von Helden oder Eliteeinheiten einzusetzen, denn eine Waldelbenarmee, welche sich ausschließlich aus Einheiten mit dieser teuren Ausrüstungsoption zusammensetzt, wäre zu gering an der Zahl um auf dem Feld wirklich bestehen zu können.

Die Umbauten

Bedingt durch die überwiegend am Körper eng anliegenden Körperteile sah ich ursprünglich an den Waldelben nahezu keine Möglichkeit diese bedeutend umzugestalten ohne einzelne Figuren verstümmelt aussondieren zu müssen und so wurden die ersten Figuren in ihrem Originalzustand belassen, doch erhielten sämtliche Speerträger analog zu den Schwerkämpfern ebenfalls Wurfdolche. Mit fortschreitender Arbeit an den Waldelben lernte ich allerdings deren Anatomie besser kennen und so kamen wunderschöne und einzigartige Posen zustande auf die ich besonders Stolz bin.

Die linke Figur stellt jeweils, abgesehen von kleineren Ergänzungen wie Bogensehnen und Pfeilen bei den Schützen oder Wurfdolchen bei den Speerträgern, die im Original belassene Pose dar, während die beiden Figuren rechts davon Varianten der Originalfigur darstellen.

Die Bemalung

Obwohl ich der Abwechslung wegen viele verschiedene Braun- und Grüntöne verwenden wollte, mussten Elemente an jeder einzelnen Figur zu finden sein, welche diese zu einer einzelnen Armee zugehörig erscheinen lassen sollten. Aus diesem Grund habe ich mich für die blaugrauen Umhänge, welche, abgesehen von den Wächtern und deren Hauptleuten (also Einheiten welche Elbenmäntel tragen), an jedem Krieger zu finden sind und dem durchgängig blonden Haarschopf in verschiedenen Nuancen entschieden. Da in Lothlórien, im Gegensatz zu den Nandorelben des Düsterwaldes, ein beträchtlicher Teil Sindar aus Elú Thingols Geschlecht und Noldor aus Finarfins Sippe vertreten sind, ist die Benutzung von blondem Haar bei den sonst überwiegend dunkelhaarigen Waldelben legitim.

Die Umhänge wurden aus einem Mix, welcher zu gleichen Anteilen aus „Chaos Black“ und „Shadow Grey“ bestand unter fortwährender Hinzufügung von „Shadow Grey“ bis hin zur nahezu reinen Endfarbe fein akzentuiert. Anschließend wurde eine hauchdünne Lasur aus Wasser und „Black Ink“ zum Aussoften der Übergänge verwendet.

Die Haare wurden mit „Snakebite Leather“ das immer weiter mit ?Bleached Bone? aufgehellt wurde akzentuiert. Wird der Grundfarbe ?Fortress Grey? hinzufügt und anschließend wie gehabt aufgehellt, so erhält man einen Blondton mit einem Grau-Touch, was besonders schön an Celeborn zu sehen ist. Wird hingegen die Grundfarbe mit „Bubonic Brown“ gefolgt von „Bleached Bone“ aufgehellt, so erhält man einen strahlenderen Blondton.

Die Sclera („weiße Augenhaut“) der Augen wurde mittels „Bleached Bone“ bemalt, während die Iris mit „Shadow Grey“ gesetzt wurde um blaue Augen zu erhalten.

Die Hautpartien im Gesicht und den Händen wurden mittels „Scorched Brown“, „Scorched Brown“+“Bestial Brown“, „Bestial Brown“, „Bestial Brown“+“Dwarf Flesh“ und reinem „Dwarf Flesh“, welches immer weiter durch „Elf Flesh“ aufgehellt wurde gestaltet. Im Vergleich zu den Menschen oder Zwergen habe ich bei den Elben im Gesichtsbereich die dunkelbraunen Farbmischungen minimiert und dafür die ganze Farbepalette einige Nuancen weiter in Richtung reines „Elf Flesh“ verschoben. Außerdem habe ich ab „Dwarf Flesh“ die Farben ungewöhnlich stark verdünnt, so dass diese vergleichsweiße wenig Farbpigmente enthielten und die unteren Akzentstufen durchschimmern konnten. Es ist zwar schwieriger mit Farben dieser Konsistenz umzugehen, doch wird man im Gegenzug mit ungemein feinen Farbübergängen belohnt.

Die Bekleidung wurde mit verschiedenen Farbtönen, welche allesamt mit „Bleached Bone“ in vielen Akzentuierungsstufen aufgehellt wurden, zum Leben erweckt. An Brauntönen kamen hierbei als Grundfarben ein „Scorched Brown“-„Catachan Green“-Gemisch, reines „Vermin Brown“ und – was mir besonders gut gefällt – „Graveyard Earth“ zur Anwendung. An Grüntönen habe ich ausschließlich das gedeckte „Catachan Green“ benutzt, da mir der Test mit „Dark Angels Green“ als unpassend erschien. Die ersten Versuche die um den Brustkorb verlaufende Schärpe in grauer Farbe (akzentuiertes „Fortress Grey“) zu bemalen, wurde rasch durch eine beigefarbene Umsetzung abgelöst. Hierbei kamen „Graveyard Earth“, „Kommando Khaki“ und „Bleached Bone“, jeweils mit mehreren Zwischenschritten, zur Anwendung.

Die Lederteile wurden mittels“Scorched Brown“, „Bestial Brown“ und „Snakebite Leather“, natürlich wiederum mit Zwischenschritten, gestaltet.

Die grauen Metallteile wie Elbenklingen und Dolche wurden mittels „Boltgun Metal“, welches durch „Chainmail“ und „Mithril Silver“ aufgehellt wurde, zum Leben erweckt. Anschließend kamen Lasuren, bestehend aus Wasser, „Boltgun Metal“ und „Black Ink“, an den größeren Metallpartien zur Anwendung. Die goldenen Bereiche wurden mittels durch ?Mithril Silver? mehrfach akzentuiertem „Burnished Gold“ gestaltet. Bei größeren Bereichen, wie den Bogenenden, kam „Shining Gold“ als dunkelster Ton hinzu.

Die Speerschäfte wurden mit „Scorched Brown“ bemalt, durch „Vermin Brown“ akzentuiert und die Holzmaserung wurde mittels „Vomit Brown“ aufgetragen. Die Schwerthefter wurden mit „Scorched Brown“ bemalt und mittels „Vermin Brown“ und „Burnished Gold“ gestaltet. Die Schwertknäufe wurden durch hinzufügen von „Mithril Silver“ weiter aufgehellt. Die Bogensehnen wurden genauso wie die Pfeilfedern mit „Kommando Khaki“ und „Bleached Bone“ bemalt.

Die Basegestaltung

Da ich trotz des Waldelbenvolkes, welches ihren Namen sicherlich nicht zu unrecht trägt, nicht einen Augenblick den Gedanken daran verschwendet habe eine typische, in meinen Augen oft überladen wirkende, Waldbase zu gestalten, musste natürlich ein passende Begründung dafür gefunden werden.

„Eine Elben-Heerschar war leise herangekommen; sie eilte an die nördlichen Grenzen, um sie gegen einen Angriff aus Moria zu schützen; und sie brachte Nachrichten mit, von denen Haldir einige weitergab. Die plündernden Orks waren angegriffen und fast völlig aufgerieben worden; die Überlebenden waren nach Westen in Richtung auf das Gebirge entflohen und wurden verfolgt.“

Da die unmittelbare Umgebung Dol Guldurs ebenfalls als relativ karg und felsig beschrieben wird, konnte ich zwei liebgewonnene Elemente der bei den Kriegern Rhûns angewandten Bebasung hier nahtlos übernehmen “ die sehr hell gebürsteten Steine und das als „Sommergras“ bezeichnete Begrünungsmaterial. Nach einem dritten passenden Element, einer weiteren Sorte Vegetation habe ich lange vergeblich gesucht. Moose, Farne, Pilze und verschiedene als Waldböden deklarierte Produkte habe ich einer näheren Prüfung untersuchen, doch mit keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Im Grunde genommen bin ich noch auf der Suche nach verschiedenen Arten von Busch/Dickicht. Das Island-Moos, welches zunächst als mögliche Variante in Frage kommen könnte, erschien mir in dieser Hinsicht als zu grob. Wer mir in dieser Angelegenheit mit gutem Rat beistehen kann, dem ist mein Dank gewiss.

Der Arbeitsaufwand

  • Celeborn = 15 Stunden
  • Galadriel = 13 Stunden
  • Waldelben-Standartenträger = 12 Stunden
  • Haldir = 10 Stunden
  • Waldelben-Hauptmann = 9 Stunden
  • Waldelben-Wächter = 3x 8 Stunden = 24 Stunden
  • Waldelben-Krieger in Originalpose = 24x 6 Stunden = 144 Stunden
  • Waldeben-Krieger (Umbauten) = 32x 8 Stunden = 256 Stunden

Insgesamt wurden zur Realisierung der Armee über 480 Arbeitsstunden in diese investiert.

Fazit

In keine meiner bisherigen Armeen ist soviel von meinem Herzblut geflossen wie in die Galadhrim. Doch jeden Augenblick, welcher zu ihrer Erschaffung in sie investiert wurde, haben sie mir mit ihren beeindruckenden Fähigkeiten auf dem Feld schon mehrfach entgolten. Es ist jedes Mal eine erneute Wohltat die Galadhrim, unter der Führung der Mächtigsten und Schönsten unter Ilûvaters Kindern, in die Schlacht ziehen zu sehen.

„Sehr groß waren sie, und die Herrin nicht weniger groß als der Herr; und sie waren ernst und schön. Sie waren ganz in Weiß gekleidet; Frau Galadriels Haar war tief golden, und das Haar des Herrn Celeborn war silbern, lang und leuchtend; aber kein Zeichen des Alters war an ihnen, es sei denn in den Tiefen ihrer Augen; denn ihre Augen waren scharf wie Lanzen im Sternenlicht, und doch tiefgründig, die Brunnen alter Erinnerungen.“

Euer Melkóre

2 Kommentare

  1. Tankred
    16. September 2013

    Eine sehr schöne Armee! Ist zwar detailverliebt, was ich anmerken möchte, aber dennoch: Die Waffenschäfte mit den eingelegten Goldarbeiten kommen sehr gut rüber und sehen den Filmdesigns der Waffen sehr ähnlich.

    Antworten
  2. Dstrbtd
    8. Januar 2017

    Ganz großes Kino, tolle Armee!

    Antworten

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