Geschrieben von Rusus, eingestellt von am 28. Juni 2005 in Geländebau

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Der letzte Teil meiner Berichte im Rahmen des Auenlandspecials befasst sich mit Tim Sandigmanns Wassermühle in Wasserau, wie sie vor der Besetzung durch die Strolche ausgesehen haben könnte. Anders als bei anderen Bauwerken habe ich meine Inspiration diesmal nicht aus Filmfotos, Rollenspielregelwerken oder Zeichnungen bezogen. Vielmehr habe ich ein paar Eindrücke aus dem Rheinischen Freilichtmuseum Kommern in den Bau einfließen lassen. Auch dabei habe ich mich allerdings nicht an tatsächliche Fotos gehalten, sondern eher meiner Phantasie freien Lauf gelassen.

1. Die Skizze

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Wie immer habe ich mit einer groben Skizze begonnen. Diese beinhaltet schon mal die Form des Gebäudes sowie die wichtigsten Maße.

2. Das Fundament

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Die Mühle soll ein Fundament aus Feldsteinen erhalten. Darauf sollen das Hauptgebäude aus Fachwerk und ein Bretteranbau sitzen. Das Fundament habe ich aus Styrodurblöcken geschnitten. Für das eigentliche Gebäude habe ich 50mm-Platte verwendet. Für die Treppe und das kleine Podest habe ich eine 20mm-Platte genommen.

3. Der Türausschnitt

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Die Eingangstür des Gebäudes sollte tieferliegend sein. Das ist bei Gebäuden, die einen Massiven Block haben, nicht so ganz einfach zu machen. Mit einem scharfen Skalpell habe ich die Umrisse der Tür eingeritzt und mit dem scharfen Bastelmesser habe ich die Tür das ausgehoben. Ich denke, auf dem Bild kann man ganz gut sehen, wie ich es gemacht habe. Ich habe übrigens keine hobbittypische runde Tür gewählt, sondern eine fast rechteckige. Das passt meiner Meinung nach besser zum Fachwerk.

4. Das Flussbett

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Das Flussbett habe ich aus 6mm Selitron gebaut. Einen entsprechenden Artikel gibt’s im Auenlandspecial ja bereits. Das Ankleben des Flussbettes an das Fundament ist etwas heikel. Ich habe zur Stabilität unter das Ganze ein Blatt Papier geklebt.

Die Steinstruktur habe ich mit dem Griffel eingeritzt. Bei den Feldsteinen sollte man alle Steine nochmal mit dem Griffel umfahren, damit sie auch schon rundlich wirken.

5. Das Podest

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Für das Podest und die Treppe habe ich eine Ziegeloptik gewählt.

6. Die Grundmauern des Hauptgebäudes

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Die Grundmauern des Hauptgebäudes habe ich aus 6mm Selitron geschnitten und mit Holzleim zusammen geklebt. Die Fensteröffnungen habe ich vor dem Kleben hineingeschnitten. Ebenfalls jetzt sollte man schon die Löcher für die Achse des Mühlrades berücksichtigen. Die Giebel habe ich abgeschnitten, da das Gebäude ein Walmdach erhalten soll.

7. Die Grundmauern des Schuppens

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Die Grundmauern des Schuppens bestehen aus Pappe. Die einzelnen Wände sind mit Krebband fixiert und mit Alleskleber auf das Fundament geklebt worden. Auch hier sind evtl. Fenster und Türen zu berücksichtigen.

8. Die Bretterwände des Schuppens

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Die Bretter des Schuppens sind aus schmalen Furnierstreifen geschnitten und auf die Pappwände geklebt. Furnier hat meiner Meinung nach den Vorteil, dass es eine schöne Holzoberfläche hat und sehr gut mit Schere und Bastelmesser zu schneiden ist.

9. Das Fachwerk

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Das Fachwerk habe ich ebenfalls aus Furnierstreifen gemacht. Ich habe mir eine Reihe 5mm breite Streifen geschnitten (geht ganz gut mit einer Papierhebelschere) und diese einzeln angehalten, in der entsprechenden Länge abgeschnitten und einzeln aufgeklebt. Auf dem Bild kann man sehen, dass ich die Fenster ebenfalls mit Selitron hinterfüttert habe. Vorher habe ich dieses rautenfömig eingeritzt (in der Hoffnung einen Butzenscheibeneffekt zu erzielen).

10. Das Mühlrad (1)

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Die beiden Scheiben des Mühlrades habe ich aus 4mm dicken Sperrholzresten gesägt. Ich habe eine Dekupiersäge benutzt, aber mit einer normalen Laubsäge geht das auch. Die Übergänge vom Balkenkreuz zum Ring habe ich noch mit einer Prickelnadel (im Prinzip ein Nagel mit Griff) eingritzt.

11. Das Mühlrad (2)

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Als Achse habe ich ein 10mm Rundholz verwendet. Die Achse sollte so lang sein, dass sie auf der anderen Seite des Hauses herausschaut, damit sie dort eine Auflagefläche hat und das Mühlrad nachher nicht schief hängt. Die Schaufeln des Mühlrades sind dünne Holzleisten.

12. Das Dach (1)

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Für das Walmdach habe ich erstmal eine Unterkonstruktion aus Pappe gebaut. Die einzelnen Teile habe ich mit Krebband zusammengeklebt. So lassen sie sich ohne Probleme knicken.

13. Das Dach (2)

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Aufgestülpt sieht das Dach jetzt so aus.

14. Die Gaube

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Bei der Gaube habe ich etwas gefrickelt. Eine Front aus einem Holzrest und das Dach aus Pappe. Da kann ich nur sagen: Anhalten und Anpassen.

15. Der Kamin

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Der Kamin besteht aus einem kleinen Styrodurrest, der die gleiche Optik wie das Fundament erhalten hat. Das Dach des Schuppens besteht ebenfalls erstmal aus Pappe.

16. Das Flussbett

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Da der Fluss ja zu den anderen Flusssektionen passen soll, habe ich ihn natürlich auch genauso gebaut. Das Selitron wird mit Spachtelmasse überstrichen und das Ganze wird mit ein paar Steinen/Kieseln garniert.

17. Die Säcke

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Zu diesem Zeitpunkt fiel mir dann ein, dass ich die Mühle bestimmt auch noch mit ein paar Details ausstatten will. Bei einer Mühle drängen sich dabei natürlich Mehl- und Kornsäcke förmlich auf. Diese habe ich aus Greenstuff modelliert um sie dann mit Hilfe von Silikonformen abzugießen. Auf dem Bild seht Ihr schon mal die Greens.

18. Das Dach (3)

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Das Hauptgebäude erhält ein Reetdach. Dies stelle ich wie üblich aus einem alten Frotteehandtuch her. Das Handtuch wird in Streifen (ca. 3cm breit) geschnitten und überlappen auf das Pappdach geklebt. Beim First, dem Übergang zum Schuppen sowie die Gaube greift wieder das bewährte Prinzip: Anhalten und Anpassen. Anschließend wird das Handtuchdach zweimal mit Leimwasser bestrichen bis es richtig schön hart ist.

Das Dach des Schuppens besteht aus Pappschindeln. Diese werden ebenfalls überlappend aufgeklebt. Das Schuppendach sollte übrigens zuerst gemacht werden, damit das Stroh (Handtuch) nachher gut überlappen kann.

19. Das Flussufer

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Die Flussufer habe ich stellenweise mit verdünntem Holzleim eingestrichen und mit Sand bestreut. Nach dem Antrocknen wird noch eine Schicht Leimwasser zur Versiegelung aufgetragen.

20. Die Bemalung

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Die Bemalung gestaltet sich bei den meisten Geländeteilen eigentlich immer gleich. Das ganze Teil wurde in verschiedenen Farben grundiert und trockengebürstet. Im einzelnen waren das:

  • Fundament, Kamin und Steine: Grundierung schwarz, trockenbürsten grau
  • Erde, Holz, Dachschindeln: Grundierung dunkelbraun, trockenbürsten mittelbraun und beige
  • Mauern des Hauptgebäudes zwischen den Fachwerken: Grundierung duneklbraun, trockenbürsten mittelbraun, beige und weiß
  • Reetdach: Grundierung dunkelbraun, trockenbürsten mittelbraun, beige und gelb
  • Flussbett: Grundierung dunkelblau, trockenbürsten mittelblau und weiß

21. Die letzten Details

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Zuletzt habe ich das Flussbett mit Alleskleber bestrichen, die Fensterflächen mit Alleskleber bestrichen, die Flussufer mit statischem Gras beklebt und ein rundes Samenkorn als Türgriff in die Mitte der Tür geklebt. Auf dem Bild seht Ihr die fertige Mühle von der Wasserseite aus.

22. Die Mühle

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Die fertige Mühle von der Landseite aus….

23. Der Eingang

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… und ein Detailbild vom Eingangsbereich.

Materialverbrauchsliste

  • Styrodur, 20mm stark, Kosten einer Platte ca. 2,50 Euro, Verbrauch ca. 1 %
  • Styrodur, 50mm stark, Kosten einer Platte ca. 6,00 Euro, Verbrauch ca. 5 %
  • Kleber, lösungsmittelfrei, Kosten einer Flasche ca. 2,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
  • Holzreste, nicht der Rede wert
  • 10mm Rundholz, Kosten einer 1m-Stange ca. 0,70 Euro, Verbrauch ca. 20 %
  • Spachtelmasse, Kosten eines 5kg-Sackes, ca. 7,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
  • Selitron 6mm, Kosten eines Paketes ca. 18,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
  • Sperrholzreste, aus der Baumarkt-Reste-Kiste, ca. 1,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
  • Sand, von draussen
  • altes Frotteehandtuch, von Verwandten geschnorrt
  • Furnierstreifen, vom Schreiner an der Ecke
  • Holzleim, Kosten einer 1-Liter-Flasche ca. 10,00 Euro, Verbrauch ca. 2 %
  • Wasser, aus der Leitung, nicht der Rede wert
  • Abtönfarbe: schwarz, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 2 %
  • Abtönfarbe: braun, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 3 %
  • Abtönfarbe: blau, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
  • Abtönfarbe: gelb, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
  • Dispersionsfarbe: weiss, Kosten eines 10-l-Eimers ca. 5,00 Euro, Verbrauch ca. 0,1 %
  • Elektrostatisches Gras, Kosten eines kleinen Beutels ca. 1,50 Euro, Verbrauch ca. 5 %

Gesamtkosten des effektiv verbrauchten Materials (ohne die Säcke und die Dekoteile auf den letzten Bildern -> siehe meinen Online-Shop): 1,58 Euro

Werkzeugliste

  • Skalpell
  • Kreisschablone
  • Schere
  • scharfes Bastelmesser
  • Stahllineal
  • Dekupiersäge
  • Heissschneidegerät
  • Griffel
  • Gipsbecher Krebband
  • Prickelnadel
  • kleiner Spachtel
  • diverse Pinsel in verschiedenen Stärken (am besten für jede Verwendung einen eigenen

Ich hoffe, der Artikel war einigermaßen verständlich und wünsche Euch viel Erfolg beim Selberbauen und natürlich beim Schmettern der alten Hobbitweise „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“.

Gruß und Nice Dice

Rusus

1 Kommentar

  1. Chris
    14. November 2013

    Hallo Rusus,

    Habe mir gerade deinen Beitrag angeschaut und durchgelesen und kann dir nur ein kompliment geben.
    Spitzen Beschreibung und sehr geile Bilder und die Einkaufs Liste unten dazu zu schreiben auch eine sehr gute idee.

    Ich hoffe das ich mal zeit habe und auch so eine geile Mühle zusammen bekomme.

    Lg
    Chris 😉

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