Von Mordor und seinen Heerführern von Nino (Teil 2)
Von den Starken Seiten
Ganz klar, was diese Armee ausmacht (ich trau mich gar nicht mehr es nochmals zu betonen) ist ?Masse statt Klasse?! Nichts ist effektiver, als ein schwarzer Spieltisch getränkt mit Orks, Getier und anderen Ungeheuern. Denn ein Orkhort von ca. 48 Mann ist immer noch einfacher und manchmal besser anzuführen als ein einziger Mûmak oder ein aus Minas Morgul ausgesandter Elitetrupp.
Vor jeder Schlacht ist für mich immer mit feindlichem Beschuss im schlimmsten Ausmaß zu rechnen, denn Elben haben ihre Elbenbögen, Gondor hat seine Langbögen und Rohan ist ?bogenmäßig? zwar nicht so brillant ausgestattet, dennoch eine Gefahr mit ihrer schweren Reiterei.
Wie halte ich Bogenbeschuss von meiner empfindlichen Orkarmee fern?
Da gibt es ein paar mir bekannte Möglichkeiten. Trolle, Trollhäuptlinge und z.B. Gothmog (Als Held mit einer möglichen V 7) kommen in vorderste Front, damit sie die ersten sind, auf die ein Gegner anspringt.
Dazu werden sie die ersten sein, die sich im Schlachtgetümmel wieder finden. Sollte der Gegner nicht darauf anspringen (was eher selten vorkommt, da mir auffiel dass doch einige ElbenspielerInnen oder Spieler mit starken Fernkämpfern sehr Helden- und Trollorientiert sind), so heißt es nur, rennen, rennen, rennen!
Andere Möglichkeiten zum vermeiden von Bogenbeschuss bieten Schutzgelegenheiten hinter Geländestücken. Hinter diese werfe ich mich aber nur, wenn sie am Weg liegen, ihr verliert bei Umwegen sonst zu viel Zeit um Frischfleisch zu bekommen.
Formationen
Schmeißt euch nun in vorderste Front mit allem was auf eurer Seite steht und zeigt eurem Feind was eine Masse zu bieten hat.
Tankreds Cineastische Formation ist meine persönliche Lieblingsformation, was das einsetzen von 2-händigen Kämpfern angeht. Angenehm sind zumindest 1-2 Standarten in nächster Nähe.
Schamanen
Betonenswert sind auch Schamanen, ihr Kampfrausch erstreckt sich auf einen Radius von 14 cm, das kommt einem Durchmesser von 28 cm gleich (oder 12 Zoll was gute 2 cm mehr ist). Diese Reichweite umfasst ein Viertel Quadratmeter Spieltisch, unglaublich wie stark so was sein kann.
Radagastspieler werden sich ärgern, seine Aura des Schreckens kann ab diesem Zeitpunkt einpacken. Bei kleineren Schlachten reicht ein einziger Schamane, bei größeren 2-3, je nach belieben. Ich verwende sie bei größeren Schlachten (wenn überhaupt) zum füllen meiner Punkte die ich noch übrig habe.
Böse Kavallerie
Um nun ein bisschen Spaß ins Spiel zu bringen und nicht dauernd von Infanterie zu quatschen, möchte ich so gut sein und den Wargreitern einen kurzen Absatz widmen. Zu meinen Lieblingseinheiten gehören sie ja nicht, ich setze sie dennoch ein, da sie Atmosphäre und Abwechslung liefern. Dazu muss ich aber schauen, dass ich vam Anfang wenig Opfern erleide und meine Wargreiter sicher an den Flanken vorbei kriege.
Geübte Feldherren sind in der Lage, ihre Wargreiter mittig passieren zu lassen, zwischen den eigenen Linien durch, um den Gegner von innen abzuschneiden. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn an der Front nichts los ist und keine Truppen verloren gehen, denn ansonsten wären wir schon längst an den Flanken vorbei gezischt um ein bisschen aufzumischen.
Es ist immer gut einen Helden dabei zuhaben, zu Ross oder zu Warg. Führe mit diesem heroische Bewegungen durch, sollte dir die Initiative versagen. Denn der Reiterbonus erringt durch die neuen Kavallerieregeln (mit der Stärke des Warges) neue Dimensionen.
...und den Schwachen
Ich sprach vorhin Elbenbögen an; stark, sehr stark fällt mir dazu ein. Ich glaube es hat einen bestimmten Grund warum Elben so starke Bögen haben: Die Bösen haben es nicht! Die Bösen sind das Gegenstück, das Negativ, die Balance in der Gleichung.
Deshalb versuche ich nicht auf die Waffe des Feindes zurückzugreifen, ich verwende niemals Bögen. Was sich Morgoth dabei gedacht hat Bögen zu produzieren weiß ich nicht. Ein dummer Einfall, keine Frage. Harads Giftpfeile klingen gut, es kommt aber eher selten vor, dass eine Eins gewürfelt wird, welche sich dann zu einer 5 oder 6 modifizieren lässt.
Ihren Vorteil ziehen sie aus ihrer besseren Trefferquote, damit kommen sie aber normalen Orkspähern gleich die dazu noch billiger sind. Durchschnittlich vermute ich (ich bin kein Experte) dass ein normaler Ork mit Schild, einer mit denselben Punktkosten eines Bogenschützen (es sei denn es ist ein Orkspäher) bis zu 300% mehr Verwundungen erzielen kann als ein Schütze. Pfeilbeschuss und Salven sind etwas für die Guten, vor allem in 500 Punktearmeen. Denn da zählt jeder Punkt, jeder Mann, jeder muss am Schlachtfeld, zumindest gemeinsam mit einem anderen Mitstreiter 1 Gegner zu Fall bringen. In Feldschlachten also Finger weg von Bögen.
Elite oder nicht Elite?
Paradoxer Weise scheinen die stärksten Standardeinheiten Mordors sich als strategisch schwach zu erweisen. Mordoruruk-hai und Morannonorks sind zwar stark im wahrsten Sinne des Wortes, doch es hat sich für mich schon lange herausgestellt, dass sie das nur in großen Trupps sind. Die 9.95 ? pro Blister treiben einige Spieler dazu zu glauben, sie seien die fehlende Elite in einem gewaltigem Orkhaufen, sehen dazu noch nett aus und ragen einfach schöner heraus. Doch setzt mal 6 Isengard Uruk-hai in einen Orkhaufen von 30 Mann. Sie nützen einem genau so wenig wie 6 schönere aus Zinn.
Morannonorks sind mir persönlich attraktiver, da sie sowohl Passive als auch Aktive Unterstützer sind. Ihr niedriger Mutwert ist bei der Anwesenheit eines Schamanen kein Problem mehr und ihre Stärke 4 treibt schon so manchen Gegner in Verzweiflung. Nur rate ich wie gesagt von Mordoruruk-hai hab, sie sind keine richtige Elite (sind sie bei Isengard ja auch nicht) und nur in größeren Mengen stark.
Von den engsten Dienern Saurons (geeignet für Armeen bis zu 1000 Punkte
Auf Sauron selbst werde ich hier nicht unnötigerweise eingehen, er ist gewaltig stark, dazu gar nicht mal so teuer (also auch für kleine Matches noch brauchbar) was ich untertrieben von GW finde. Ich empfehle ihn nicht, denn nicht seine Todeskeule, sondern allein sein Auftreten kann schon so manch ein Spiel ruinieren.
Saurons Mund! Eine preiswerte und dunkle Figur, welche im Auftrag Saurons zu Zeiten des Ringkrieges als Unterhändler diente. Er erlernte das Zauberhandwerk von seinem Meister, viel davon kann er im Spiel zwar nicht zeigen, dennoch ist er ein gern gesehener Held in Schlachten bis zu 1000 Punkten. Seine Stärke ist es, eine unterstützende Kraft zu sein, die vom hinteren Feld die gegnerischen Helden bannt und zugänglicher für die eigenen Truppen macht. Lang wehrt er zwar nicht als Zauberer, doch dann dient er noch als Hauptmann zu Ross und bietet dem Spiel einen hohen Prozentsatz an Atmosphäre, sofern er schön bemalt wurde. ;-)
Ärgerlich ist?s für einen Gegner auch, wenn Saurons Mund die ach so starke Arwen um ihre Willenskraft bringt, wodurch sie ohne einen Wiederherstellungszauber d. Willenskraft (durch z.B. Gandalf) für Orks zu Hackfleisch wird. Mit dem Rund um Zauber kann der gute Spieler dann baden gehen.
Gothmog!
Gothmog ist im Buch selbst nicht als Ork bekannt, er ist Stadthalter von Minas Morgul und führte einige Feldzüge unter dem Hexenkönig durch. Was er nun wirklich war, weiß wohl keiner so genau. Was wir wissen ist, dass er ein sehr starkes Profil mit einer netten Sonderregel verpasst bekam.
Auf einem Warg wird er zur absoluten Tötungsmaschine, passt sowohl in 500 Punkte, also auch in große Schlachten über 1000 Punkte. Wenn er geschickt in die Nähe jener Helden, welche eine heroische Tat ansagen könnten (z.B. Helden in Begleitung von Kavallerie, starke Helden wie Aragorn, die heroische Nahkämpfe durchführen), positioniert wird, kann er seine besondere Sonderregel Schlacht-entscheidend einsetzen. Umringt von einer Leibgarde Wargreiter, Schwere Kavallerie ist zu empfehlen, bildet er Schneisen in Schlachtlinien, gleich einem rollenden Felsen.
Orkschamanen!
Durch den Zuwachs an Bedeutung der Mutregel, spielen diese Burschen eine ganz besondere Rolle. Jedem ist bekannt, dass ?Kampfrausch? ein Muttest-freies Spiel aufbaut. Soviel mal dazu. Andererseits sind sie selbst für den Kampf weniger geeignet (und darum geht?s bei HDR wohl zu 60%). Daher überlege ich vor dem Spiel ob ein Schamane nötig ist oder nicht, 50 Punkte sind nicht wenig. Bei entsetzlichen Gegnern auf jeden Fall, feige Orks verpatzen Muttests allzu oft.
Die Nazgûl!
9 Nazgûl, 9 mögliche Varianten. Begeistert von den neuen Möglichkeiten, die ihre Profilwerte bieten, habe ich gleich ein 600 Pkt. Spiel mit 3 verschieden starken Nazgûl getestet.
Mein Gegner: Gondoranische Wachen d. Veste, Wachen d. Hofes d. Brunnens, normale Krieger von Minas Tirith und Beregond. Ich hatte meinerseits noch einpaar Orks. Ihre Willenskraftverluste und ihr Einsatz in so manchen Nahkämpfen, schlugen alle 3 Ringgeister in Runde 8 aus dem Spiel, doch zu jenem Zeitpunkt war mein Gegner bereits beseitigt.
Nachdem ich Beregond mit ?Schwarzer Pfeil? ausgeschalten habe, überrannte ich den Rest mit den berittenen Nazgûl und den Orks. Würfelglück? Ja, ein bisschen, doch hätte ich noch einige Runden verharren können, denn meine Verluste beliefen sich nur auf die 3 Ringgeister und wenigen Orks. Ein haushoher Triumph, und eine tolle Regelerneuerung für die Bösen.
Umbauten
Hier schildere ich euch einige Impressionen meiner Arbeit an den Figuren. Ich baue sehr gerne um. Der Herr der Ringe bietet da eine Vielzahl an Möglichkeiten. Dass die Figuren nicht in Bits verkauft werden wie in den anderen Hauptsystemen kommt einem Hobbybastler wie mir gerade recht, denn hier steht man vor Herausforderungen mit teilweise hohen Ansprüchen.
Ich habe mich letztes Jahr überwunden mir eine von Ebob?s Sculpting-Artikeln vorzunehmen, und zwar den über das modellieren von Köpfen (das meine ich mit ?überwunden?). Es war tatsächlich recht schwer, aber mein 2. Versuch ergab den Kopf des hier abgebildeten mittleren Orks. Er basiert auf jenem mit einer Zweihandaxt, der ich den Schaft abgetrennt habe und durch eine Art Schwungkeule (oder wie man das nennt) ersetzt habe.
Stolz bin ich auch auf die Bemalung meines kürzlich erworbenen Mahûds. Ich habe zwar keinen Mûmak, aber ein Mahûd ist Pflicht! Einfach Pfilcht!
Bemalanleitung
Einige User haben sich an meinem Troll interessiert und fragten nach einer Malanleitung. Nun, hier ist sie.
Erstmal werden alle Gussreste entfernt, die Mini geschrubbt und mit Green Stuff und Kleber zusammen geklebt.
Ich habe begonnen, die gesamte Figur schwarz zu Grundieren und die Haut mit dunklem Braun (Scorched Brown) zu bemalen (Grundfarbe). Gleich darauf kam als erste Schicht Dark Flesh, gefolgt von einem 1:1 Mix mit Dwarf Flesh. Weiters habe ich immer mehr Elf Flesh in den Mix hinzugefügt und zuletzt stark verdünntes Skull White an den höchsten Ecken und Kanten leicht aufgetragen. Schwierige Passagen sind der Knie- und Beinbereich. Die vielen Falten müssen einzeln gemalt werden und dürfen aufgrund mangelnder Struktur nicht gebürstet werden. Dies kann viele verschiedene Farbschichten in Anspruch nehmen, Geduld ist hier sehr wichtig (insgesamt habe ich bestimmt 5 Arbeitsstunden an dem Troll gehabt).
Die Rüstung
Die Rüstung kostete mich einige Versuche. Anfangs war sie zu hell, beim zweiten Mal war sie zu leuchtend. Erst beim dritten Mal bekam ich sie dunkel, aber trotzdem noch glänzend hin. Begonnen habe ich mit Tin Biz (normal trocken bürsten). Weiters habe ich einfach chronologisch Boltgun Metal, Chainmail (nur noch kleine Mengen) und Mithril Silver (in sehr kleinen Mengen) aufgebürstet. Für den letzten Schliff setzte ich an die Kanten leichte Skull White Tupfer, damit war es getan.
Der Rücken sollte diesmal vom Null-Acht-Fünfzehn Schuppenschema ausfallen. Ich ließ mich von einem umgebauten Troll, den ich auf der GW-Site sah, inspirieren. Der gesamte Schuppenpanzer ist in dunklem Schwarz gehalten und nur leicht mit verdünntem Grau und Weiß akzentuiert. Ausläufe in den Falten im Bereich der Nieren und Beine habe ich mit einem feinen Pinsel nachgefahren. Es soll den Eindruck erwecken, als hätte der Troll die Haut auf seinem Rücken durch Lava Verbrennungen oder Ähnlichem verloren, sein schwarzes Blut sorgte für die Farbe.
Die Trollbase
Die Base schildert eine wüste Mordorlandschaft. Ich habe Sand auf die Base geklebt und es Braun grundiert. Grau-braun bis graue und Weiße Farbmischungen wurden als Akzente auf das Braun gebürstet. Als kleines Detail habe ich den Sand, bevor er festklebte, an den Rändern der Füße mit einer Nadel hoch gestochert, um einen Fußabdruckeffekt zu erzielen. Einen einzelnen Fußstapfen hinter ihm hab ich aufgrund des Realismus? ebenfalls hoch modelliert.
Das besondere Etwas
Somit war ich mit meinem Troll durchaus zufrieden. Hmmm??.aber halt???Nein! Etwas stimmt nicht????.Das war doch viel zu einfach, oder nicht??
Raus aus seinem Fach, ab noch mal ins Atelier. Zum Glück hatte ich noch einpaar von Ebob?s Puppets in einer Schublade, den ich sofort in Form brachte und einen armen Rohirim in seine Hand legte, der von seinem Pferd gerissen wurde. Die Kleidung und Rüstung habe ich mit Green Stuff modelliert. Begonnen habe ich mit seinem Kilt, darauf kam das Kettenhemd gefolgt von sämtlichen Kleinteilen wie Gürtel, Schuhe und Brochen. Anschließend legte ich ihm einen Umhang um und formte ihm, mit einem Skalpell etwas Haar. Das Gesicht war komfortabler Weise schon vormodelliert (Ein schreiender Ausdruck war daher nicht mehr möglich), also musste ich ihn nur noch anmalen. Endlich fertig!
Fazit
Dieses war der 2. Streich.
Grüße, Nino
























