Wüstensöhne - Blutiger Sand (Teil 1) von Balin und Kaitan
Harad, der Süden Mittelerdes. Viel ist nicht bekannt aus den weiten Wüsten und Steppen, denn Harad ist ein Land unter Sand und kahlen Stein. Kaum etwas wächst hier, und wenn man etwas Grün findet, wird dieses von den Südlingen verwaltet und bewacht. Viele Menschen Mittelerdes können kaum glauben, dass etwas in dieser Wüste überlebt, da diese eine große, tödliche Gefahr darstellt, selbst für Krieger und Helden aus Gondor. Doch in der großen Wüste Nâfarat und in der Weiten Steppe von Weit-Harad lebt das Menschenvolk der Südlinge, besser bekannt als Haradrim. Ein Volk, dass sich nicht nur durch seine harte Umwelt sondern auch durch Sklaverei und Hass auf Gondor entfaltet hat. Aber Harad ist nicht ein Land wie Gondor oder das alte Elbenreich wo man nur ein paar Tagesritte auf einen guten Ross braucht um in die nächste Stadt oder in das nächste Dorf zu kommen. Hier in Harad braucht man manchmal bis zu mehrere Wochen um von einem Ort zum anderen zu reisen. Und diese Reisen sind um einiges härter als in den Gebieten, die Frodo, Aragorn und ihre Freunde besuchten. Denn die ständige Hitze am Tage und die Kälte in Nacht der Wüste sind für viele Fremde ein grausamer Tod.
Deswegen leben viele Haradrim in Stämmen und Sippen, tief in der Wüste in einer Oase oder einer kleinen Zeltstadt. Es gibt zwar auch große Städte doch die meisten der Südlinge haben ihre Heimat in der Wüste. Dadurch, dass sie weit entfernt voneinander leben, haben sich die Stämme in der Wüste anders entwickelt. Wo manche sich um Handel und Karawanen kümmern, sind andere durch Diebstahl und Überfälle bekannt geworden. Doch alle Haradrim haben Eines gemeinsam. Sie sind gute Krieger und perfekte Überlebenskünstler. Doch da es nur wenig in der Wüste an Nahrung für Tier und Mensch gibt und Wasser der wichtigste Rohstoff ist, gibt es manchmal Streitigkeiten und Kriege unter den Stämmen. Doch bevor ein Stamm in Harad zu mächtig wird, weil er zu viele andere Haradrim um sich scharrt, ist dieses in der Stadt Umbar schon bekannt, wo die Herrscher aufpassen das niemand zu ihrer Konkurrenz wird...
Der Krieg in der Wüste ? Einleitung
Noch bevor Sauron die Haradrim unter sich scharte um einen gemeinsamen Feind zu bekriegen, waren sie bereits Krieger, denn sie mussten sich schon gegen die alten Numenorer und gegen sich selber wehren. Einst gab es einen Krieg der Stämme, den jeder Haradrim aus alten Geschichten und Heldensagen kennt. So wurde in der finsteren Zeit Harads, wie die Südlinge diese Zeit selber nennen, böse Pläne in den eigenen Reihen geschmiedet und viel Blut sollte fließen. So mancher machthungriger Haradrim wollte sich über sein Volk und unter die schwarzen Numenorer stellen, um so die Wüste zu regieren...
Dies ist der Anfang einer Artikelserie, die sich um die Stämme der Haradrim in der Wüste und einem Krieg unter ihnen, befasst. Dazu wird es Bauanleitungen und Szenarios zum Thema Wüste und Haradrim geben, sodass man die Kampagne nachspielen kann. Mit den verschiedenen Farbschemen von Balin werden Stämme der Haradrim zum Leben erweckt und in die Kampagne eingefasst.
Wie Balin selber auf seine Idee und wie es dann zu dieser Artikelreihe gekommen ist, erklärt er euch nun...
Nachdem Kaitan euch nun so schön in den Hindergrund der Haradrim eingeführt hat, möchte ich euch noch kurz erklären, wie es überhaupt zu dem ganzen kam.
Als ich zum ersten Mal die Haradrim von GW sah, wurde mir sofort klar, dass ich mich nicht mit dem Farbschema anfreunden konnte. Einerseits gefiel es mir an sich nicht, andererseits war ist mir in gewisser weise zu einheitlich sowie zu bunt, was nicht zu meinen Vorstellungen des Nomadenvolks der Haradrim passt.
Also setzte sich mit der Zeit die Idee in meinem Kopf durch, eine vielfältige und abwechslungsreiche Haradrimarmee auszuheben, was meiner Meinung nach auch gut zu ihrem Hindergrund passt. Keine straff organisierte Armee, sondern einfach ein lockerer Zusammenschluss aus einzelnen Stämmen, die sich schon mal in den Haaren liegen konnten.
Doch die weiten Wüsten von Harad sind groß, und mit der Entfernung zu anderen Stämmen wuchsen auch die Unterschiede. Langsam gewann jeder Stamm an einzelnen Traditionen und Gebräuchen, wie zum Beispiel der verschiedenen Kleidung, welche wir nun auch mit unserem Artikel aufgreifen wollen.
Als ich mich dann darüber mit anderen Menschen austauschte, kam die Idee auf, aus diesem zuerst für mich privat geplantem Projekt eine öffentliche Artikelserie aufzuziehen. Nebst einer Beschreibung und Hindergrund zu den einzelnen Stämmen wird es für jeden ein individuelles Farbschema sowie Umbautipps geben, um sie noch mehr voneinander abzuheben. Zudem werden wir euch eine Hindergrundgeschichte mit passenden Szenarien liefern, damit ihr eure Stämme vielfältiger einsetzen könnt. Um diese auch stimmungsvoll spielen zu können, wird es zum Abschluss Anregungen zu einer modularen Wüstenplatte geben.
Nachdem wir euch beide einen Überblick über das gegeben haben, was auf euch zukommt werde ich nun mit dem ersten richtigen Teil der Artikelserie beginnen.
Farbpalette 1
Zu Beginn musste ich mir erst einmal Gedanken über die Farben machen, die ich letztendlich verwenden würde. Dabei war mein oberstes Ziel, dass sie auf keinen Fall zu bunt werden durften. Als erstes kamen mir natürlich die Farben der Umwelt eines Nomadenvolks in den Kopf. Hierbei reicht das Spektrum von Weiß zu Mittelbraun, was konkret heißt:
- Hellbeige (Bleached Bone)
- Walnussbraun (Graveyard Earth)
- Haselnussbraun (Kommando Khaki)
- Weiß (Skull white)
- Ockerfarben (Snakebite Leather)
- Rotbraun (Terracotta)
- Sandbraun (Vomit Brown)
- Sandgelb (1:1 Mix aus Bubonic Brown und Bleached Bone)
- Zitronengelb (1:1 Mix aus Skull White und Bad Moon Yellow)
Farbpalette 2
Zudem sieht man auf Fotos von wirklichen Nomadenstämmen auch immer wieder farbige Elemente in deren Kleidung. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach von vornherein einigen Farben ausschließen, da sie nicht zu einem Wüstenvolk passen. Da wären:
- sämtliche Grün Töne
- helles Lila
- Rosa
- dunkle Braun Töne
- helles Rot
- Orange
- grelles Gelb
Gut sind meiner Meinung nach:
- sämtliche Blautöne
- sanfte Gelbtöne
- dunkle Lilatöne
- dunkle Rottöne
- sowie die oben genannten
Kombination zu Farbschemen
Nachdem ich eine Grundauswahl getroffen hatte, ging es an die Kombination der einzelnen Farben zu einem effektvollen Farbschema. Hierbei hatte ich immer im Hinterkopf, dass es auf keinen Fall zu bunt werden sollte, und die Farben gut miteinander harmonieren mussten. Zudem wollte ich mich bei jedem Farbschema festlegen, ob die Grundfarben hell oder dunkel werden sollten, und nicht mischen, da es meiner Meinung nach so einen besseren Gesamteindruck gibt.
Zuerst einmal wollte ich eine Liste mir Farben aufstellen, die so ziemlich mit allen anderen gut harmonieren, und diese bei jeder Figur als Grundfarbe einbringen. Dabei kam ich zu folgendem Ergebnis:
- Weiß
- Beige
- helle Brauntöne
- sehr helle Gelbtöne
- dunkles Grau
- Schwarz
Die oben genannten Farben wollte ich dann jeweils mit einem bunten Element kreuzen, damit sie am Ende nicht einen zu langweiligen Eindruck vermitteln. Mit einem Farbschema werde ich dagegen aber bewusst verstoßen, später mehr dazu.
Durch die Kombination von Blau, Rot, Mittelbraun, Lila und Gelb mit einer der oben genannten Farben würde ich letztendlich zu meinen Farbschemen kommen. Nun musste ich mir nur noch Gedanken machen, welches Bunte Element ich mit einem Grundelement mischen wollte. Zudem kam ich zu dem Entschluss, teilweise auch noch mehr Elemente miteinander zu mischen, jedoch nur diejenigen, die zusammenpassten, um insgesamt keinen zu bunten Eindruck zu vermitteln. Unten könnt ihr jetzt schon zwei Farbschemen sehen, die bisher entstanden sind. Und jetzt erzählt euch Kaitan, wie es weiter geht.
Nun, da wir euch nun einen kleinen Einblick gegeben haben, wie man auf die Idee kommt, das Haradrim unterschiedliche Farbschemen auf ihrer Kleidung benutzen, kommt jetzt der erste Stamm für die Geschichte der finsteren Zeit Harads. Aber davor noch eine kleine Weiterführung unserer Geschichte...
Erster Akt: Ein Held wird geboren
Seid geraumer Zeit wurden immer wieder Karawanen der Jahîr überfallen. Keiner wusste wer diese Raubzüge veranstaltete, deswegen beschloss ein junger Krieger des Stammes selbst etwas zu unternehmen. Mahadîd war sein Name und er war gut geschult im Einsatz von Speer und Pferd. So ging er in das Zelt der Ältesten und erzählte was er vorhatte. Aber die Ältesten beschlossen, keine Kämpfe zu dulden oder ihre guten Rösser zu gefährden. Doch Mahadîb war zornig über diese Entscheidung und schlug seinen Freunden eine Falle für die Räuber vor. Er wusste, dass die Räuber kaum beritten waren und sich mehr zu Fuß als zu Pferd bewegten...
Der Stamm der Jahîr
Der Stamm der Jahîr, ein recht kleiner Stamm, lebt schon seit vielen Jahren in der Wüste, aber nicht ohne Widerstand würden sie Ihre Steppen und Eigentümer verteidigen. Zwar sind sie nicht so gut wie andere Stämme im Umgang mit dem Bogen geschult, jedoch sind sie exzellente Reiter. Viele Herrscher von Harad haben einst ihre Pferde vom den Jahîr bezogen und auch heute noch sind ihre Hengste die besten des Landes.
Der Stamm wird von einem Ältestenrat regiert und nur mit Zustimmung dieses werden Karawanen und Handel geführt. Die Jüngeren sind daher für die Pflege der Pferde zuständig oder bewachen die Lager.
Die Jahîr haben ihre eigenen Gesetze und tun nur das Nötigste um so nicht vor den Schwarzen Numenorern in Umbar aufzufallen. Sie sind daher einer der friedlichen Stämme der Haradrim, was sich auch in ihrer hellen Kleidung zeigt. Da ihre Heimat die Wüste ist und der Stamm nicht auf materielle Werte aus ist, ist ihre Kleidung an die Wüste angepasst und sieht ärmlicher als die Kleidung der Bewohner der Wüstenstädte aus.
Stärken und Schwächen
Um die Schwächen und Stärken der Jahîr darzustellen, besitzen die Jahîr einen Fernkampfwert von 5+. Da die Jahîr aber der Stamm der Pferde sind, wird in ihrem Profil die Eigenschaft ?exzellenter Reiter? aufgenommen. Jeder Reiter von Harad der unter der Fahne der Jahîr reitet bekommt diese Zusatzregel.
Besondere Charaktere der Jahîr
Der junge Mahadîb
K4 S3 V4 A2 L2 M4 H1 W0 S1
Ausrüstung:
Mahadib führt einen Speer wenn er zu Fuß und eine Lanze wenn er zu Pferd unterwegs ist. Dazu trägt er immer eine leichte Rüstung wie jeder seiner Stammesbrüder.
Sonderregeln:
Großer Mut: Mahadîb ist sehr mutig. Um dies darzustellen kann er einen zweiten Muttest machen wenn er den ersten verpatzt hat.
Um Mahadîb darzustellen kann man eine Haradrim Krieger mit einem Speer oder einen Haradrimreiter mit einer Lanze verwenden. Zusätzlich kann man an die Figur oder an die Base eine kleine Markierung machen, damit man ihn nicht verwechselt.
Szenario 1: Mahadîb's Falle
Mahadîb weis, dass die Räuber nur heraus kommen, wenn sie eine Karawane erblicken. Deswegen tarnten sich seine Freunde und er als eine solche. Sie schlichen sich, jeder bewaffnet und mit einem Pferd aus dem Stammeslager und machten sich auf den Weg zur Handelsroute. Nach mehreren Tagesritten durch die Wüste kam es dann zum Treffen mit den Banditen...
Beteiligte
Gute Seite
Mahadîb auf Pferd mit Lanze
3 Reiter von Harad mit Lanze
1 Reiter von Harad
Böse Seite
5 Haradrim mit Bögen
5 Haradrim mit Speeren
Spielfeldgestaltung
Das Szenario wird auf einer 48 Zoll/112 cm x 48 Zoll/112 cm großen Spielplatte gespielt. Von einer Mitte der einen Seite zur gegenüberliegenden Mitte befindet sich die Handelsroute. Auf der restlichen Platte werden ein paar Hügel und ein paar Steine aufgebaut.
Aufstellung
Der Gute Spieler stellt seine fünf Reiter hintereinander in Form einer Karawane auf diese Route.
Der Böse Spieler stellt seine Figuren auf die restliche Fläche der Platte. Er darf aber keine Figur näher als 14cm an die Handelsroute stellen und kein Krieger darf näher als 14cm an einen anderen Krieger sein. Dies soll die Taktik der Räuber darstellen. Sie versuchen die normalerweise schutzlosen Karawanen einzukreisen, damit niemanden die Flucht gelingt.
Siegesbedingungen
Der gute Spieler muss versuchen seinen Gegner in die Flucht zu schlagen, dies geschieht wenn die Figuren fliehen und die Böse Seite unter 25% kommt. Der Böse Spieler muss versuchen den Guten auf drei Verluste zu bringen, denn dann ist Mahadîbs Falle fehlgeschlagen und sie fliehen ins heimatliche Lager oder werden gefangen genommen.
Sonderregeln
Es wird nach den normalen Regeln gespielt, mit einer Ausnahme. Der Gute Spieler verkörpert die Jahîr und muss mit deren Stärken und Schwächen spielen.
Abschließende Worte
So, dies war der erste Artikel unsere Artikelserie, und Ihr habt einen kleinen Einblick in die Geschichte der Haradrim gewinnen können. Im nächsten Teil werdet Ihr erfahren, ob der junge Mahadib die Räuber überlisten konnte und was dann geschah, denn dies war nur der Anfang eines großen Feldzuges.
Außerdem werdet Ihr sehen, wie man den Stamm der Jahîr auf den Schlachtfeld darstellt.
Bis dahin wünschen wir Euch schonmal viel Spaß mit diesem Artikel und schreibt uns im Forum, wie Euch der Artikel gefallen hat!
Balin und Kaitan























