Die Idee
Nachdem ich auf der Kauzenburg 2007 nur mit einer bösen Armee vertreten war, reifte in mir der Plan, auch am 3. Kampf um Kölns Klamm teilzunehmen. Dazu jedoch war auch eine gute Armee notwendig.
Die Hochelben des zweiten Zeitalters hatten mich dabei schon immer fasziniert und da durch die DeAgostini-Reihe und eBay alle nötigen Einheiten und Helden in ausreichender Menge vorhanden waren, war die Entscheidung schnell gefallen.
Mit dem Thema "Schlacht von Dagorlad" verband ich ein riesiges, prächtiges Elbenheer unter Führung seines Königs Gil-galad. Um verschiedene Armeelisten zu testen, wurden auch Elrond und 2 Elbenhauptmänner in die Miniaturenliste aufgenommen. In Zukunft sollen noch Elendil und Isildur mit einem kleinen Kontigent von Numenorern folgen.
Dadurch, dass die Dagorlad vor Mordor liegt, entging ich den eintönigen grau-schwarzen Mordorbases und entschied mich für Ödland-Bases, welches ein verfallendes Land unter dem Einfluss Saurons präsentieren sollen.
Thematischer Hintergrund
Die Schlacht von Dagorlad fand im Jahr 3434 des zweiten Zeitalters statt und wurde zwischen den Heeren Elendils und Gil-galads, dem letzten Bündnis, auf der einen und Saurons Heeren auf der anderen Seite geschlagen. Über die genaue Dauer der Schlacht ist nichts bekannt, laut Gollum dauerte sie jedoch mehrere Monate und endete mit der Niederlage Saurons, dessen Heere sich daraufhin nach Mordor zurückzogen. Es folgte die siebenjährige Belagerung von Barad-Dûr, welche mit der Niederwerfung Saurons und dem Tod der beiden Könige und Freunde Elendil und Gil-galad endete.
Quelle: ardapedia.de
Taktik
Wie bei jeder Armee spielt auch bei Hochelben das Würfelglück eine große Rolle. Hat man den Gott nicht auf seiner Seite oder sogar gegen sich, dann hilft die beste Taktik nicht viel.
Ansonsten hier ein paar Überlegungen:
Meiner Armee stehen je nach Armeeliste 12-16 Bogenschützen zur Verfügung. Bei einem benötigten Trefferwurf mit 3+ und einer Stärke von 3 sollte man diese auch jede Runde den Feind unter Feuer nehmen lassen. So kann man die Feinde schon einmal ausdünnen, bevor es in die Nähkämpfe geht. Man sollte davon absehen, sich auf das Beschiessen von Trollen, Ringgeistern oder andren großen Helden zu versteifen. Die Elbenbögen sind wirkungsvoller, um damit Speerträger aus der zweiten Reihe zu erledigen oder auch den Helden die Reittiere wegzuschießen.
Gil-galad, die Superwaffe: mit Speerunterstützung und Banner im Rücken hat der Hochkönig der Elben ganze 5 Würfel zur Verfügung, die ihm mit einer Kampfkraft von 9 zur Verfügung stehen, um den Nahkampf für sich zu entscheiden. Das sollte machbar sein! Und ist der Kampf erstmal gewonnen, kann er mit seiner Stärke von 4 und der Sonderregel "Aeglos" mächtig austeilen. Dies macht ihn zum perfekten Jäger auf Helden, Trolle und andere "schwere Jungs". Alles in allem muss man wohl sagen, dass er für seine Punkte ein wahres Schnäppchen ist!
Das Vorurteil gegenüber jedem Elbenspieler lautet ja, dass sie feige sind und sich nur auf den Beschuss verlassen. Jeder Elbenkrieger hat K5 und über die Hälfte meiner Armee hat eine Verteidigung von 6 oder höher. Zusätzlich können die Bogenschützen Speerunterstützung geben und ein Banner steht auch zur Verfügung. Was sagt uns das? Ab in den Nahkampf! Mit 3 Würfeln sollte man die meisten Nahkämpfe für sich entscheiden. Einziger Nachteil der Elben im Nahkampf ist die Stärke von 3 gegenüber der Stärke vieler böser Armeen, welche durch die Plastik-Morannon-Orks und Plastik-Uruk-hai oft bei 4 liegt.
Bei vielen Spielern als feige abgestempelt, setze ich ihn durchaus gerne ein: den Schildblock. Lieber eine Runde lang feige als das restliche Spiel tot! Ein Situationen, in denen euch keine Unterstützung zur Verfügung steht und ihr einer Übermacht gegenübersteht, kann es durchaus nützlich sein, den Schildblock zu verwenden!
Eine meiner Lieblingsaufstellungen sieht eine einzige Kampflinie vor, welche Runde für Runde nur 3 Zoll vorrückt. So kann ich die Bogenschützen hinter den V6-Schildträgern verstecken und trotzdem Runde für Runde schiessen. Ist man dann in den Nahkämpfen, zücken die Bogenschützen den Speer, den sie auf ihrem Rücken dabei haben und unterstützen ihren Vordermann.
Soviel fürs erste zu den taktikischen Überlegungen, der Rest ist wohl Routine und Erfahrung, welche sich jeder selbst aneignen sollte.
Armeeliste
Ich habe mehrere Armeeliste entworfen, so dass ich hier nicht auf jede einzelne eingehen will.
Bei Spielen mit 700 Punkten schicke ich je nach Liste zwischen 34 (mit Elrond und Gil-galad) und 49 Modellen (nur Gil-galad) in die Schlacht.
Hier die Liste der vorhandenen Miniaturen:
- Gil-galad mit Schild
- Elrond
- Hauptmann mit Schild
- Hauptmann (je nach Bedarf mit Schild oder Bogen)
- Standarte
- 12 Bogenschützen mit Speer
- 4 Bogenschützen
- 13 Speerträger mit Schild
- 12 Elbenkrieger mit Handwaffe und Schild
- 6 Elbenkrieger mit Elbenklinge
Durch die Wahl, den meisten Bogenschützen noch einen Speer mit auf den Weg zu geben, halte ich mir die Option offen, die Bogenschützen, die nur V5 haben, aus den Nahkämpfen herauszuhalten und sie stattdessen als Unterstützer tätig werden zu lassen.
Umbauten
Bei den Hochelben besteht die Schwierigkeit des Umbauens darin, dass es nur vier Plastikposen gibt. Dazu kommen die vier Zinnspeerträger. Dennoch habe ich mich bemüht, dass es keine zwei gleichen Miniaturen und bis auf ein paar Ausnahmen habe ich das auch geschafft.
Ich wollte außerdem viele der Elben mit Schilden und Handwaffen ausstatten. Dazu waren jedoch zusätzliche Schilde nötig. Da die Schilde bei GW ein kleines Vermögen kosten habe ich mich dazu entschieden, diese mit GW abzuformen. Dazu habe ich eine Greenstuff-Scheibe mit etwa dem Durchmesser einer 1-Euro-Münze gemacht, ca. 5 mm hoch, geknetet und dort hinein ein Original-Elbenschild gedrückt, welches ich mit Salatöl eingefettet hatte. Nach dem Aushärten konnte das Schild sehr leicht entnommen werden und die Form wieder mit GS gefüllt werden. Nach dem Aushärten des Rohlings musste nur noch mit einem Cutter das überschüssige GS entfernt werden. Beim Benutzen der Form jedoch das gelegentliche Einfetten nicht vergessen!
Bei den Helden habe ich bis auf das Schild, das Gil-galad erhalten hat, auf Umbauten verzichtet.
Bemalung
Die Bemalung der Krieger erfolgte jeweils in 3 Schichten, was meiner Meinung nach für Spielfiguren völlig ausreicht. Ich habe dafür, mit einer Ausnahme, ausschließlich Citadel Farben benutzt.
Ich habe jede Farbe mit der Rüstung begonnen. Diese wurde mit Boltgun Metal und anschließend mit Shining Gold gebürstet. Danach folgte ein Wash mit einer Mixtur aus 75% Wasser, 5% Holzleim und jeweils 10% Smokey Ink (die Ausnahme: ist von Vallejo) und Dark Green Ink. Der Leim bewirkt, dass sich die Tusche vor allem in den Vertiefungen sammelt. Nachdem dieser Mix trocken war, wurde das Ganze nochmals leicht mit Shining Gold gebürstet.
Die Gemmen auf den Schilden wurden mit Regal Blue, das immer mehr aufgehellt wurde, bemalt.
Die Metallteile der Waffen würden mit Boltgun Metal grundiert und mit einem verdünnten Wash Black Ink überzogen. Zum Abschluss wurden die Schneiden mit Chainmail akzentuiert.
Die Bögen und Waffengriffe wurden mit Scorched Brown bemalt und diese Schicht wurde danach mit Dark Flesh akzentuiert.
Die Waffenröcke wurden mit einem 50/50-Mix aus Chaos Black und Mecharite Red grundiert. Auf diese wurde dann Scab Red geschichtet und ein finaler Akzent mit Mecharite Red gesetzt. Leider glänzt das Mecharite Red sehr stark.
Heute würde ich mit einer Mischung aus Chaos Black und Red Gore beginnen und diese mit immer mehr Red Gore bis hin zur reinen Farbe aufhellen.
Bei den Umhängen wurde mit einer Grundierung aus 50% Khemri Brown und 50% Bleached Bone begonnen. Darüber folgten Schichten aus reinem Bleached Bone und reinem Skull White. Hier habe ich lange herumexperimentiert, bis mir das 3-Schichten-Ergebnis endlich gefiel.
Die Gesichter wurden mit Dwarf Flesh, welches zwei Mal mit Bleached Bone aufgehellt wurde, bemalt. Die Augen wurden mit Skull White und Chaos Black gemalt.
Zu guter letzt fehlen noch die Lederteile wie Köcher, Riemen, Handschuhe und Schuhe. Diese wurden mit Bestial Brown grundiert und danach mit Chestnut Ink getuscht, um dann wieder mit Bestial Brown akzentuiert zu werden. Die Verzierungen wurden, wie bei den Klingen auch, mit Shining Gold bemalt.
Bases
Die Bases habe ich nach Tipps von Guy van de Ros gestaltet. Da die Dagorlad als eine öde Landschaft beschrieben wird wollte ich natürlich auch Ödlandbases. Daher habe ich die Bases mit Sand verschiedener Korngrößen beklebt und diesen mit Catachan Green bemalt. Danach folgte ein Drybrushing mit Bleached Bone. Als letze Farbschicht wurde das Ganze mit einer 1:1:1 Mischung aus Chestnut Ink, Dark Green Ink und Wasser überzogen. Als Gras benutzte ich verdorrtes Gras von NOCH, leider hatte ich mein Wintergras damals noch nicht.
Der Baserand wurde zum Abschluss der Minis noch mit Khemri Brown gestaltet.
Fazit
Nachdem mich die Elben nun auf 3 Turniere begleitet haben und mich bis auf ein paar Unfälle (Gil-galad gerät im "Wettstreit der Helden" unter einen Mûmak und wird anschließend vom gegnerischen Helden, einem Hasharin, per Wurfwaffe ausgeschaltet oder ein feiger Drache, der jeden 50/50-Wurf gewinnt im Szenario "Königsmord") nie enttäuscht haben, denke ich trotzdem über eine neue gute Armee nach. Die geringe Truppenauswahl und die Eintönigkeit der Armee nehmen mir nach und nach die Lust auf die Spitzohren. Vorerst werde ich wohl die Armee mit Verbündeten aus Numenor, Khazad Dûm und den Waldreichen aufrüsten, um dann später eventuell eine komplett neue gute Armee auszuheben.
Vielen Dank fürs Lesen!
Euer SkYlaX



















