Im Februar 2006 wurde ich von Stefan vom Jugendladen Bornheim gefragt, ob ich einen Geländebauworkshop für Tabletop geben könnte. Im Rahmen eines Aktionstages mit vielen Workshops wie T-Shirtdruck, Sprayen und Malen bot ich also für Frankfurter Jungendliche diesen Workshop an.

 

Stefan und der Hausmeister der Naxos Halle kümmerten sich rührend um Material und den Unterbau für einen tollen Spieltisch. Geländestuecke.de und Revell sponsterten einige Geländestücke, Grasstreu, Bäume und Farben.

 

Gegen Mittag ging es dann los: Dennis, Max, Timon, Paul, Christopher und Sero machten begeistert mit und wir begannen mit dem Plattenbau. Der Tisch selbst war schon fertig - ein Traum für jeden Wargamer. Genau die richtige Höhe und Abmessung: 180xm breit und 120cm tief in einer angenehmen Spielhöhe von ca. 110cm.

 

Auf diesem Bild sieht man den Veranstaltungsraum in den Naxos Hallen. Im Hintergrund gestalten Künstler und Teilnehmer des Workshops ein großes Format mit Malerei und gesprühten Pieces.

Der Charme der alten Fabrikhalle war genau nach meinem Geschmack.

Der Rohbau

Genau wie im Artikel Plattenbau in der Bastelgruppe, beschrieben, erhielt jeder der Teilnehmer eine Ecke der Platte und sollte einfach nachmachen, was ich anhand meiner Ecke vormachte.

Durch den Plattenbauartikel ist Stefan übrigens auf die Idee gekommen mich für einen Workshop zu begeistern.

Auf dem Foto sieht man den Rohbau meines Eckhügels aus Styrodur. Er sollte ein recht großen Hingucker bilden und durch die Größe das Demonstrieren der Techniken erleichtern.

Wir bearbeiteten alle Styrodurhügel mit dem Heißschneidegerät (Proxxon). Gerade mit Jugendlichen ist das sehr viel sicherer und einfacher, als mit Cuttern und Sägen zu arbeiten. Man kommt freilich nicht ohne letztere aus, aber schließlich macht Heißschneiden auch noch Spaß!

Gruppenarbeit

Auf diesem Bild sieht man perfekt, wie die Plattenbauer gemeinsam an einem Objekt arbeiten. Die Hügel bestehen aus 20mm Styrodurplatten, die abeflacht wurden und danach mit einigen Spaxen und viel Holzleim auf der Grundplatte fixiert wurden.

Damit die Hügel schön rund wurden, haben wir mit Cuttern die Kanten abgeschnitten. Die Übergänge von den Hügeln zur Platte spachtelten wir mit Spachtelmasse für innen aus dem Baumarkt zu. Ebenso die Schrauben, mit denen die Hügel zusätzlich befestigt wurden.

Wenn man sehr weit an einem Tag kommen möchte, sollte man mit der Spachtelmasse nur sparsam umgehen und wirklich nur die Übergänge der einzelnen Styrodurteile bearbeiten.

Felsen und Steine

Nachdem die Hügel festgeklebt wurden, half uns der Hausmeister noch mit einem Lochbohrer aus und fräste zwei ausgtrocknete Flussbette oder Gräben in die Platte, um dem guten Stück mehr Tiefe zu verleihen.

Parallel begannen die Geländebauer Felsen aus Styrodur herzustellen. Dazu ließ ich sie mit dem Daumennagel Felsen rupfen, genau wie Rusus es in dem Felsenartikel beschrieben hat. Hierbei ist der Trick, nicht hinzuschauen, wenn man den Felsen macht. Zufällig und blind erstelle Felsen sehen lustigerweise realistischer aus, als die meisten ganz bewusst gestalteten Styrodurhügel.

Jeder Teilnehmer fügte seinem Hügel ein paar Felsen hinzu und streute danach Aquariumskies auf mit Holzleim vorbereitete Stellen rund um die Felsen. Das sieht meist realistischer aus, als Felsen, die direkt aus einem Rasen heraus ragen.

Sandarbeiten

Nachdem die Felsen und Schotterbereiche der Platte fertig waren, blieb gerade noch Zeit genug, um die gesamte Platte mit Sand zu bestreuen. Dabei wird leicht verdünnter Leim auf der Platte verteilt und mit einem Sandgemisch aus feinem Quarzsand und Vogelsand bestreut.

Hierbei war wieder jeder Teilnehmer für seinen Bereich zuständig. Bis zu diesem Arbeitsschritt kann man mit einer Bastelgruppe maximal an einem Nachmittag kommen. Danach muss der Leim und die Spachtelmasse trocknen, sonst ist es unmöglich, die Platte zu bemalen.

Bemalen und Begrünen

Beim nächsten Termin hatte ich glücklicherweise noch drei Helfer, die die Platte mit mir bemalten. Zunächst waren die drei recht skeptisch, da man Felsen und Erde sehr dunkel grundieren muss, um einen guten Effekt beim Trockenbürsten zu erzielen.

Nach den ersten paar Bürstschichten mit dem Trockenpinsel, waren aber alle begeistert und die Platte wurde zum Leben erweckt. 180xm x 120cm zu bemalen ist allerdings durchaus Arbeit, zumal die Grundierung meist einige Zeit benötigt, um zu trocknen.

Daher machte ich die Begrünung an einem weiteren Tag und pflanzte dabei gleich noch ein paar Bäume.

Die fertige Platte

Fazit

In vier Nachmittagen bzw. Abenden entstand dieser komfortable Tisch, der für alle Tabletop-Spiele nutzbar sein sollte. Plattenbau in der Gruppe machte auch dieses mal riesigen Spaß und sicherlich war das nicht die letzte Platte, die so entstanden ist.

Vielen Dank auch an alle Teilnehmer und den Jugendladen Bornheim!


Euer Tankred

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