Der letzte Teil meiner Berichte im Rahmen des Auenlandspecials befasst
sich mit Tim Sandigmanns Wassermühle in Wasserau, wie sie vor der
Besetzung durch die Strolche ausgesehen haben könnte. Anders als bei
anderen Bauwerken habe ich meine Inspiration diesmal nicht aus
Filmfotos, Rollenspielregelwerken oder Zeichnungen bezogen. Vielmehr
habe ich ein paar Eindrücke aus dem Rheinischen Freilichtmuseum Kommern
in den Bau einfließen lassen. Auch dabei habe ich mich allerdings nicht
an tatsächliche Fotos gehalten, sondern eher meiner Phantasie freien
Lauf gelassen.
2. Das Fundament
Die Mühle soll ein Fundament aus Feldsteinen erhalten. Darauf sollen das Hauptgebäude aus Fachwerk und ein Bretteranbau sitzen. Das Fundament habe ich aus Styrodurblöcken geschnitten. Für das eigentliche Gebäude habe ich 50mm-Platte verwendet. Für die Treppe und das kleine Podest habe ich eine 20mm-Platte genommen.
3. Der Türausschnitt
Die Eingangstür des Gebäudes sollte tieferliegend sein. Das ist bei Gebäuden, die einen Massiven Block haben, nicht so ganz einfach zu machen. Mit einem scharfen Skalpell habe ich die Umrisse der Tür eingeritzt und mit dem scharfen Bastelmesser habe ich die Tür das ausgehoben. Ich denke, auf dem Bild kann man ganz gut sehen, wie ich es gemacht habe. Ich habe übrigens keine hobbittypische runde Tür gewählt, sondern eine fast rechteckige. Das passt meiner Meinung nach besser zum Fachwerk.
4. Das Flussbett
Das Flussbett habe ich aus 6mm Selitron gebaut. Einen entsprechenden Artikel gibt's im Auenlandspecial ja bereits. Das Ankleben des Flussbettes an das Fundament ist etwas heikel. Ich habe zur Stabilität unter das Ganze ein Blatt Papier geklebt.
Die Steinstruktur habe ich mit dem Griffel eingeritzt. Bei den Feldsteinen sollte man alle Steine nochmal mit dem Griffel umfahren, damit sie auch schon rundlich wirken.
6. Die Grundmauern des Hauptgebäudes
Die Grundmauern des Hauptgebäudes habe ich aus 6mm Selitron geschnitten und mit Holzleim zusammen geklebt. Die Fensteröffnungen habe ich vor dem Kleben hineingeschnitten. Ebenfalls jetzt sollte man schon die Löcher für die Achse des Mühlrades berücksichtigen. Die Giebel habe ich abgeschnitten, da das Gebäude ein Walmdach erhalten soll.
9. Das Fachwerk
Das Fachwerk habe ich ebenfalls aus Furnierstreifen gemacht. Ich habe mir eine Reihe 5mm breite Streifen geschnitten (geht ganz gut mit einer Papierhebelschere) und diese einzeln angehalten, in der entsprechenden Länge abgeschnitten und einzeln aufgeklebt. Auf dem Bild kann man sehen, dass ich die Fenster ebenfalls mit Selitron hinterfüttert habe. Vorher habe ich dieses rautenfömig eingeritzt (in der Hoffnung einen Butzenscheibeneffekt zu erzielen).
10. Das Mühlrad (1)
Die beiden Scheiben des Mühlrades habe ich aus 4mm dicken Sperrholzresten gesägt. Ich habe eine Dekupiersäge benutzt, aber mit einer normalen Laubsäge geht das auch. Die Übergänge vom Balkenkreuz zum Ring habe ich noch mit einer Prickelnadel (im Prinzip ein Nagel mit Griff) eingritzt.
17. Die Säcke
Zu diesem Zeitpunkt fiel mir dann ein, dass ich die Mühle bestimmt auch noch mit ein paar Details ausstatten will. Bei einer Mühle drängen sich dabei natürlich Mehl- und Kornsäcke förmlich auf. Diese habe ich aus Greenstuff modelliert um sie dann mit Hilfe von Silikonformen abzugießen. Auf dem Bild seht Ihr schon mal die Greens.
18. Das Dach (3)
Das Hauptgebäude erhält ein Reetdach. Dies stelle ich wie üblich aus einem alten Frotteehandtuch her. Das Handtuch wird in Streifen (ca. 3cm breit) geschnitten und überlappen auf das Pappdach geklebt. Beim First, dem Übergang zum Schuppen sowie die Gaube greift wieder das bewährte Prinzip: Anhalten und Anpassen. Anschließend wird das Handtuchdach zweimal mit Leimwasser bestrichen bis es richtig schön hart ist.
Das Dach des Schuppens besteht aus Pappschindeln. Diese werden ebenfalls überlappend aufgeklebt. Das Schuppendach sollte übrigens zuerst gemacht werden, damit das Stroh (Handtuch) nachher gut überlappen kann.
20. Die Bemalung
Die Bemalung gestaltet sich bei den meisten Geländeteilen eigentlich immer gleich. Das ganze Teil wurde in verschiedenen Farben grundiert und trockengebürstet. Im einzelnen waren das:
Fundament, Kamin und Steine: Grundierung schwarz, trockenbürsten grau
Erde, Holz, Dachschindeln: Grundierung dunkelbraun, trockenbürsten mittelbraun und beige
Mauern des Hauptgebäudes zwischen den Fachwerken: Grundierung duneklbraun, trockenbürsten mittelbraun, beige und weiss
Reetdach: Grundierung dunkelbraun, trockenbürsten mittelbraun, beige und gelb
Flussbett: Grundierung dunkelblau, trockenbürsten mittelblau und weiss
21. Die letzten Details
Zuletzt habe ich das Flussbett mit Alleskleber bestrichen, die Fensterflächen mit Alleskleber bestrichen, die Flussufer mit statischem Gras beklebt und ein rundes Samenkorn als Türgriff in die Mitte der Tür geklebt. Auf dem Bild seht Ihr die fertige Mühle von der Wasserseite aus.
Und jetzt kommt noch die Materialverbrauchsliste
Und jetzt kommt noch die Materialverbrauchsliste:
- Styrodur, 20mm stark, Kosten einer Platte ca. 2,50 Euro, Verbrauch ca. 1 %
- Styrodur, 50mm stark, Kosten einer Platte ca. 6,00 Euro, Verbrauch ca. 5 %
- Kleber, lösungsmittelfrei, Kosten einer Flasche ca. 2,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
- Holzreste, nicht der Rede wert
- 10mm Rundholz, Kosten einer 1m-Stange ca. 0,70 Euro, Verbrauch ca. 20 %
- Spachtelmasse, Kosten eines 5kg-Sackes, ca. 7,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
- Selitron 6mm, Kosten eines Paketes ca. 18,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
- Sperrholzreste, aus der Baumarkt-Reste-Kiste, ca. 1,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
- Sand, von draussen
- altes Frotteehandtuch, von Verwandten geschnorrt
- Furnierstreifen, vom Schreiner an der Ecke
- Holzleim, Kosten einer 1-Liter-Flasche ca. 10,00 Euro, Verbrauch ca. 2 %
- Wasser, aus der Leitung, nicht der Rede wert
- Abtönfarbe: schwarz, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 2 %
- Abtönfarbe: braun, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 3 %
- Abtönfarbe: blau, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
- Abtönfarbe: gelb, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 1 %
- Dispersionsfarbe: weiss, Kosten eines 10-l-Eimers ca. 5,00 Euro, Verbrauch ca. 0,1 %
- Elektrostatisches Gras, Kosten eines kleinen Beutels ca. 1,50 Euro, Verbrauch ca. 5 %
Gesamtkosten des effektiv verbrauchten Materials (ohne die Säcke und die Dekoteile auf den letzten Bildern -> siehe meinen Online-Shop): 1,58 Euro
Und die Werkzeugliste (des von mir verwendeten Werkzeugs):
- Skalpell
- Kreisschablone
- Schere
- scharfes Bastelmesser
- Stahllineal
- Dekupiersäge
- Heissschneidegerät
- Griffel
- Gipsbecher Krebband
- Prickelnadel
- kleiner Spachtel
- diverse Pinsel in verschiedenen Stärken (am besten für jede Verwendung einen eigenen
Ich hoffe, der Artikel war einigermaßen verständlich und wünsche Euch viel Erfolg beim Selberbauen und natürlich beim Schmettern der alten Hobbitweise "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach".
Gruß und Nice Dice
Rusus



























