Amon Sûl hat mich seit dem Film und dem ersten Buch des Mittelerde Strategiespiels sehr gereizt. Um diese Szene zu spielen, kaufte ich nicht nur die Wetterspitze Box, sondern baute mit Hirst Arts Steinen die Turmruine nach. Leider ging Bruce Hirst lediglich nach Optik und die meisten Spiele endeten damit, dass Aragorn vor den Hobbits auf der Treppe stand, Frodo wähnte sich sicher auf der Galerie.
In meinen frühen Tabletopzeiten baute ich auch noch Gelände, das nur sehr sehr umständlich zu bespielen ist. Das oben gezeigte Modell ist nur umständlich zu bespielen. Wer schön sein will muss eben leiden. Fakt war, dass das Hirst Arts Modell auf keinen Fall zu den Szenariobeschreibungen passt und dass ich eine größere Freifläche brauchte für ein interessantes Spiel.
Erst Jahre später mit der Veröffentlichung des "Die Gefährten" Hobbybuchs, hegte ich erneut den Wunsch, eine Wetterspitze zu haben. Wie es der Zufall so wollte baute sich ein Freund gerade ein Modell und ich konnte ihm einen Abguss abschwatzen. Desweiteren veröffentlichte zeitgleich Dagorlad seinen grandiosen Amon Sûl Artikel auf www.one-ring.co.uk der eine perfekte Inspiration darstellt. Thanks a lot Dargorlad for your great article and expecially your excellent painting technic!
Der Rohbau
Zunächst überlegte ich, ob ich das Modell modular aufbauen sollte um einerseits Platz zu sparen und um andererseits ein interessantes Geländestück für eine Standardplatte zu haben, indem man Teile des Ringes aufstellt.
Ich experimentierte einige Zeit lang mit einem Bleistift auf der Styrodurplatte und stellte fest, dass ich heftige Kompromissen eingehen müsste, wenn ich modular arbeite. Ich wollte viel Schutt und Bewuchs darstellen, allerdings würde das schwierig, wenn ich die Mauern teilte.
Daher entschloss ich mich recht bald, ein zusammenhänges Geländestück zu bauen. Ich riss die verschiedenen Kreise an und verlängerte den Turm auf einer Seite mit dem Heißdrahtschneider. Anschließend schitt ich mit dem Cutter Fugen in die Mauer und bearbeitete alles mit dem Modellierwerkzeug. Mit einem schön strukturierten Stein drückte ich dann noch etwas Struktur in die Mauer.
Die Bodenplatte
Die schönste Bodenplatte eines Amon Sûl Modells habe ich bei Gebooms Amon Sûl gesehen. Er verwendete Hirst Arts Steine. So wollte ich ebenfalls verfahren, wenngleich ich mir vornahm, meine Bodenplatten mit mehr Verwitterungsspuren zu versehen.
Daher klebte ich nicht nur intakte Bodenplatten auf, sondern bearbeitete jeden Stein mit einer Zange. Manche zerbrach ich, was einen sehr netten Effekt ergab.
Dass die Steine Terracotta Farbe haben, hat keinerlei Bedeutung, ich habe zur falschen Gießmasse gegriffen. Das Modell habe ich Schwarz grundiert, daher hatte die Materialfarbe keine Bedeutung.
Mit Zahnarzt Abformmasse habe ich mir von einigen Ruinen Mittelerdes Abdrücke gemacht, die ich ebenfalls mit der Gipsgießmasse gefüllt hatte. Einige Plastikteile fanden auch den Weg in das Modell.
Die Zusammenstellung
Unter den Wänden des zerstörten Turms hatte ich nicht vor, mühsam gegossene Hirst Arts Steine zu verwenden. Vielmehr unterfütterte ich die Wände mit Archtektenpappe, die die gleiche Höhe wie die Steine hatte.
Danach klebte ich mit Holzleim die tollen Modellteile fest. Zu erwähnen ist hierbei noch, dass ich zum einen ein Stützsegment mit einer Treppe modifiziert habe und die GW Statuen bzw. Abgüsse davon in die Modelle eingesetzt habe. Das Design der Statuen ist einfach perfekt, daher wollte ich diese im Modell haben.
Mit Holzleim habe ich dann noch große Geröllhaufen aus Sand und Steinen auf dem Modell fest geklebt.
Bearbeitung des Modells
Die Bögen sind so gegossen, dass sie an der Oberseite keinerlei Struktur hatten. Daher habe ich mit einem Modellierwerkzeug Fugen und Struktur hinzumodelliert. Mit zusätzlichen Steinen habe ich den Ruinencharakter verstärkt.
Bereits in diesem unbemalten Stadium hatte ich viel Spaß mit dem Modell, da jetzt schon klar war, dass das Modell ein Hingucker werden würde.
Obwohl ich die einzelnen Segmente nicht selbst modelliert habe, sind bis zu diesem Stadium sicherlich 16 Stunden Arbeit investiert worden. Wie immer habe ich den Aufwand etwas unterschätzt. Das Abformen und Gießen nahm freilich einen großen Teil dieser Zeit in Anspruch.
Die Schuhpoliturmethode
Bei der Bemalung wendete ich eine Mischung der Rezepte von Dagorlad und Bruce Hirst an. Zunächst schwarz grundiert, bürstete ich mit Earth. Danach kam eine Schicht Brown Ink oder, viel billiger, braune Schuhpolitur (meine ist von Erdal mit echtem Bienenwachs...). Keine Angst, bürsten konnte ich das Modell danach noch.
Danach habe ich mit Earth und Iraqui Sand den Stein heller gebürstet. Wenn ich das Ding noch einmal bemalen müsste, würde ich weiß grundieren, danach den Stein Earth bemalen, Brown inken (mit Schuhpolitur), vorsichtig Schwarz inken (mit Schuhpolitur) und dann das ganze wieder hell bürsten. Hinterher ist man eben immer schlauer.
Begrünung
Die Begrünung bestritt ich mit langem Wiesengras von Noch in zwei Farben (die hellste und die dunkelste), einem kurzen Grasmix mit gritzegrünem Gras und diversen anderen Sorten, Birkensamen in zwei Farben, rubberised Horsehair (beides erhältlich bei Antenociti´s Workshop) feiner grüner Streu von Noch und Meerschaum.
Nachdem ich alle meine Wälder überarbeitet habe, habe ich auch noch mal die Begrünung des Wetterspitzenmodells erneuert. Verbaut habe ich auch ein paar Pflanzen aus geätztem Blech, das sieht durchaus sehr abwechslungsreich aus.
Das ganze Grünzeug habe ich mit sehr stark verdünntem Holzleim mit einer Sprühflasche besprüht, damit es hält und stabiler ist. Insbesondere Meerschaum ist ohne diese Behandlung fast nicht zu gebrauchen, da es auseinander bricht.
Fazit
Das Modell war eine Heidenarbeit, obwohl ich die Wände nicht modelliert habe. Was bleibt ist ein wirklich ansehnliches Geländestück, das Mittelerde auf der Spielplatte zum Leben erweckt.
Inzwischen habe ich mit Ertz schon fünf Spiele auf der Platte bestritten und meine Erfahrungen in Bezug auf das neue Wetterspitzenszenario könnt ihr hier lesen.
Euer Tankred






















