Am 20. September 2006 wurde die neue Version 2.40 von Vassal of the Ring veröffentlicht. Tankred und ich haben uns an diesem Tag dazu entschlossen, endlich einmal dieses Programm zu testen.

Die Installation

Vassal of the Ring besteht aus zwei Komponenten: Der Vassal Game Engine und dem VotR-Modul. Da die Game Enigine in Java geschrieben wurde, ist eine aktuelle Java Runtime Environment (JRE) notwendig, um das Programm zu starten.

Bei der Installation haben wir gemerkt, dass es wichtig ist, sich die Schritte genau durchzulesen. Tankred hatte beim ersten Versuch eine Kleinigkeit übersehen und er musste das Programm komplett deinstallieren, da eine Reparatur der Installation nicht möglich war. Von dieser kleineren Schwierigkeit abgesehen, war die Installation nicht sehr aufwendig. Das VotR-Modul lässt sich sehr einfach in das Programm einbinden.

Die Handhabung

Die Bedienung des Programms ist nicht sehr kompliziert. Ein Spielbrett lässt sich recht leicht gestalten und man verfährt für Gelände und Figuren immer nach dem selben Schema: auswählen, auf das Brett ziehen und noch etwas drehen.

Auch die Verbindung zum Server ist denkbar unkompliziert. Man muss keinen Rechner angeben, auf dem man spielen will.

Ist man verbunden, landet man in einem Chat-Raum. Um ein Spiel zu erstellen, eröffnet man einen eigenen Raum. Dort können dann Spielpartner und Zuschauer hinein, um dem Spiel bei zu wohnen.

Leider ist es jedem in diesem Raum erlaubt, das Spielfeld zu manipulieren. Tankred und ich mussten das mehrfach erleben, dass uns während eines Spiels Figuren gelöscht, ausgewechselt oder bewegt wurden. Der einzige Weg, das zu verhindern, ist, den Raum abzuschließen. Dann kann natürlich niemand mehr hinein. Viel einfacher wäre es gewesen, wenn derjenige, der das Brett erstellt hat, anderen Usern erlaubt, dies zu manipulieren. Es bleibt abzuwarten, ob das in einer zukünftigen Version der Vassal Engine eingebaut wird.

Während des Spiels muss man häufig seinem Gegner zeigen, welche Figuren wohin schießen und wer gegen wen kämpft. Das geht mit einigen Markern, die VotR für die Spieler bereithält. Hier fällt auf, dass man sich ein paar Tastenkürzel merken sollte, damit dies flüssiger geht. Allerdings hat man die gängigsten nach ein paar Spielen im Blut.

Ebenso gibt es für die Bewegung ein paar Hilfsmittel. Das fängt beim Lineal an und endet mit einer Art Bewegungsradar.

VotR erhebt nicht den Anspruch das Hdr-Tabletop 1:1 zu ersetzen. Es bietet keinerlei Funktionen, die Nahkämpfe automatisch abwickeln. Die Spieler müssen die Regeln und Profile ihrer Figuren kennen, um ein HdR-Tabletopspiel spielen zu können. Vassal of the Ring bietet daher nur eine Onlineplattform für eine Tabletopplatte.

Die Übersichtlichkeit des Spiels ist natürlich an die Größe des Bildschirms gebunden. Das Programm bietet Zoomfunktion und Scrollbalken, um immer im Spielgeschehen bleiben zu können. Leider sind die Bilder der Spielfiguren in einer großen Schlacht nur noch schwer voneinander zu unterscheiden. Hier wären vielleicht optionale taktische Symbole für Einheitentypen eine echte Alternative.

Das Spielen

Nach einigen Spielen hat man die gängigsten Funktionen des Spiels verinnerlicht. Man kann dann wie im richtigen Tabletop seine Figuren auf der Platte verschieben, über Sichtlinien diskutieren und multiple Nahkämpfe ausfechten.

Tankred und ich haben für unsere ersten Spiele Hobbits und Schurken ausgewählt.

Unten seht ihr ein paar Impressionen unseres letzten Spiels. Besonders zu betonen ist, dass meine Hobbits phänomenal die Schurken vernichtet haben (letztes Bild). Allerdings vermute ich mal, das Tankred die Echtheit dieses Fotos bestreiten wird. ;)

Hobbits in Formation
Bewegungsradar in Aktion
Das Spielende
Das wahre Spielende

Fazit

Vassal of the Ring bietet den Spielern alles Material, was man zum Spielen mit seinen Lieblingsarmeen braucht. Allerdings darf man nicht erwarten, ein echtes Tabletopspiel vollwertig ersetzen zu können. Was bleibt ist aber eine nette Tabletop-Partie mit einem Spielpartner der vielleicht mehrere hundert Kilometer von einem entfernt wohnt.

Die Vassal Engine lässt leider an einigen Stellen mehr Bedienkomfort vermissen. Zusätzliche Buttonleisten könnten gerade VotR-Anfängern den Einstieg erleichtern.

Die Spielfeld Manipulation durch die Zuschauer des Spiels ist ein dicker Minuspunkt. Hier verlässt sich die Engine auf Fairness und Verantwortungsgefühl der User. Die Praxis hat leider gezeigt, dass dies nicht ausreicht. Hier wäre eine Nachbesserung auf jeden Fall wünschenswert.

Unterm Strich bleibt ein netter Zeitvertreib, allerdings besteht für die Zinnfiguren im Regal keine Gefahr des Verstaubens.

Wenn ihr euch diese Rezension durchgelesen habt, solltet ihr einfach mal ein kleines Match wagen.

Viel Spaß beim Spielen

Euer Glorfunzel

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