Einführung in die Modellierung von Ebob

Aus dem Englischen übersetzt von Joe Husky.

Die richtige Herangehensweise

Jeder hat seine eigene Methode, eine Figur zu modellieren und meine Vorgehensweise ist sicherlich nicht für jeden die richtige. Mit der Zeit wirst du deinen eigenen Stil entwickeln und herausfinden, was für dich am besten geeignet ist.

Ich selbst modelliere noch nicht lange, aber ich habe herausgefunden, dass es absolut süchtig macht und es eine großartige Freude ist, wenn aus einem Klumpen Modelliermasse etwas entsteht, dass so gut oder sogar besser ist als das, was man erwartet hat.

Weil ich keine Ansprüche darauf erhebe, ein Profi-Modellierer zu sein, habe ich viele E-Mails erhalten, in denen ich um Hilfe und Rat gebeten wurde. Um die einzelnen Antworten zu sparen, hoffe ich, dass dieser Artikel Anfängern eine gute Startbasis schafft.

Welche Modelliermasse?

Es gibt viele verschiedene Modelliermassen ? ich kann mich nur zu Milliput und Greenstuff äußern, weil ich keine anderen Materialien ausprobiert habe. Sowohl Milliput als auch Greenstuff sind in zwei separaten Teilen verpackt und müssen vermischt werden und beide müssen ziemlich lange trocknen ? mehrere Stunden ? obwohl die Trockenzeit mit einer heißen Lampe verkürzt werden kann.

Milliput

Meine ersten Modelle habe ich mit dem standardmäßigen grauen Milliput gefertigt. Ich habe immer etwas Milliput zur Hand um kleinere Löcher bei Figuren zu füllen, darum habe ich natürlich mit dem begonnen, was ich schon kannte. Milliput ist ein gutes Material, viele Profis benutzen es ebenfalls. In Verbindung mit Wasser bleibt es weich, darum habe ich mir recht schnell angewöhnt meine Werkzeuge während dem Modellieren mit meiner Zunge zu befeuchten ? Milliput schmeckt jedoch schlecht und ich weiß zuverlässig, dass es bei Einnahme hochgiftig ist.

Milliput ist immer noch meine Empfehlung als Basismaterial für ein großes Modell wie ein Troll oder der ?Wächter im Wasser?. Es ist wie ein großer Klumpen Knetmasse, der hart wie Stein wird ? sehr, sehr, sehr hart, wenn er trocken ist ? aber genau das erlaubt dir mit einem Messer die Figur anschließend noch zu bearbeiten, falls es nötig ist.

Greenstuff

Greenstuff oder ?Kneadatite? ist in GamesWorkshop-Läden erhältlich. Damit zu modellieren fühlt sich an, als würde man mit Kaugummi arbeiten. Es ist weicher viel klebriger als Miliput ? selbst wenn es vollständig getrocknet ist, behält Greenstuff noch eine gewisse gummiartige Flexibilität ? nicht unähnlich mit getrocknetem Kaugummi. Mit Greenstuff zu arbeiten ist anfangs zwar schwieriger, mit ein wenig Übung jedoch ist es ohne Zweifel besser geeignet als Milliput, um kleine Miniaturen von 25mm Größe zu modellieren.

Greenstuff ist bei Modellierern von Militärfiguren und bei den Mitarbeitern von GamesWorkshop am weitesten verbreitet.

Werkzeug

Am Anfang benutzte ich eine alte Bastelmesser-Klinge und eine Bleistiftspitze um die Knete zu formen. Sobald du jedoch viel modellierst wirst du vielleicht richtige Werkzeuge benutzen wollen, denn sie sind eine deutliche Verbesserung wenn du anfängst, professionell zu arbeiten.

In guten Kunstläden gibt es viele Werkzeuge, aber wenn du eine schnelle Lösung suchst, solltest du den folgenden Link zu ?The Wargames Foundry? besuchen ? sie verkaufen ein gutes Modellierwerkzeug-Set zusammen mit einem Streifen Greenstuff.

www.wargamesfoundry.com

Wie fängt man an?

Für dein erstes Projekt brauchst du etwas sehr simples ? einfach um ein Gefühl für die Modelliermasse zu bekommen.

Ein guter Anfang wäre, einer Figur einen Mantel zu modellieren, oder du könntest Frodo eine aufgesetzte Kapuze geben (obwohl das bedeuten würde, zuerst die alte Kapuze auf seinem Rücken mit einem Bastelmesser zu entfernen). Vielleicht kannst du auch einem Pferd eine längere Mähne oder einen anderen Schweif formen.

Mein erstes Projekt war tatsächlich ein Ringgeist und obwohl sich das wie ein sehr ehrgeiziges erstes Projekt anhört, ist ein Ringgeist letztendlich nur ein großer Mantel! Er braucht nicht mal ein Gesicht ? er ist also eine gute Wahl, wenn du dich sicher fühlst.

Hier will ich detailliert zeigen, wie ich meinen Ringgeist modelliert habe. Ich habe Miliput benutzt, aber würde ich es noch mal wiederholen, würde ich Greenstuff bevorzugen. Die Vorgehensweise ist dieselbe.

 

Die Modellierung eines berittenen Ringgeistes

Als Erstes benutzte ich ein Rohirrim Plastikpferd. Heute würde ich die Stellung der Beine noch verändern, so dass es mehr steht als läuft, aber ich werde in diesem Artikel nicht weiter darauf eingehen ? es sollte allerdings für einen erfahrenen Modellierer kein Problem darstellen.

Schritt 1: Der Würstchen-Mann

 Der erste Schritt besteht darin, eine sehr grundlegende Form für die Figur zu erstellen ? ich nenne sie den ?Würstchen-Mann?.

Mische eine kleine Menge Knete ? nicht mehr als die Größe deines Fingernagels ? und rolle sie zu einer Wurst aus. Für unsere berittene Figur können die Beine aus einer Rolle gemacht werden, die über den Sattel gelegt wird.

Setzte darauf ein Stück Knete für das Becken ? dann ein Stück für die Brust ? dann noch eins als Kopf.

Alles was wir in diesem Schritt erreichen wollen, ist die Form der Figur zu schaffen ? die Proportionen müssen grob stimmen und die Pose muss so sein, wie wir sie später haben möchten. Der Kopf unseres Ringgeistes ist einfach aufgestellte, platt gedrückte Knete, weil er kein Gesicht hat. Sie formt die Rückseite der Kapuze und getrocknet gibt sie einen Ansatz, an den man den Rest hängen kann.

Schritt 2: Lass es in Ruhe!

Das ist der schwerste Teil! Wir haben gerade angefangen, wir sind alle begeistert ? aber wir müssen diszipliniert bleiben und dem Würstchen-Mann erlauben zu trocknen. Das kann bedeuten, ihn über Nacht oder zumindest einige Stunden in Ruhe zu lassen. An dieser Stelle schon weiter an ihm zu arbeiten würde in einem absoluten Desaster enden ? wir brauchen eine solide Basis, an der wir arbeiten können, nicht irgendein feuchtes, schmieriges Zeug.

Schritt 3: Das Hinzufügen von Schichten

Jetzt, wo wir eine Grundfigur als Startbasis haben, können wir anfangen, die Kleidungsschichten aufzutragen, die den Ringgeist ausmachen.

Benutze nur kleine Mengen Modelliermasse auf einmal. Glätte sie und lege die Schichten an die Figur, als ob du Kleider auftragen würdest.

Benutze Modellierwerkzeug oder eine Klinge oder ähnliches und streiche die Knete in die richtige Form. Solltest du Greenstuff verwenden, musst du eventuell die Enden deiner Werkzeuge feucht halten, um zu verhindern, dass die Knete daran festklebt.

Bringe die Knete in die richtige Position und benutze das Werkzeug, um die Falten zu formen. Ich finde, es kommt von alleine, aber wenn du Inspiration benötigst, wie die Falten aussehen sollen, solltest du dir andere Figuren als Beispiel nehmen.

Schritt 4: Und noch mehr Schichten...

Das Schwert der Figur habe ich aus Milliput gemacht ? es war jedoch schwierig und nicht wirklich zufrieden stellend. Man könnte eine Waffe von einem anderen Modell nehmen oder sie aus einem Stück Plastik selber machen.

Die Kapuze sitzt auf den Schultern und hängt über den Mantel und dem ?Gesicht? des Würstchen-Mannes.

Bau die Figur langsam auf, indem du immer nur geringe Mengen Knete auf einmal verwendest.

Schritt 5: Lass es in Ruhe!

Lass dein Modell nach mehreren Arbeitsschritten trocknen. Das Schlimmste was dir passieren kann, ist dass du während du immer mehr und mehr Schichten aufträgst mit deinen Fingern Stellen zerdrückst, die besonders gut gelungen waren! Es wird passieren und ich kann dir sagen, dass das ziemlich frustrierend ist. Wenn du etwas besonders gut hinbekommen hast ? hör sofort auf! Mach dir keine Sorgen um übrig gebliebene Modelliermasse ? wirf sie weg oder lege sie in den Kühlschrank (das verlangsamt die Trockenzeit) oder fange eine weitere Figur an ? aber fass deine Figur bloß nicht mehr an sondern lass sie trocknen! Schrittweise zu modellieren ist der Schlüssel zum Erfolg.

Detailarbeit

Die Füße werden ebenfalls vom Mantel überhangen, der Ringgeist hat kein Gesicht, das Schwert haben wir von einer anderen Figur genommen ? das einzige Detail, das wir modellieren müssen sind die Hände.

Intelligenterweise wird bei meinem Modell eine Hand von der anderen verdeckt ? so musste ich nur eine anfertigen!

Es ist nicht so schwierig wie es aussieht. Aus einer einfachen ?Scheibe? wird die Hand geformt ? benutze eine Rasierklinge und drücke sie dreimal in die Scheibe um die Finger darzustellen. Vergiss nicht, dass der Mittelfinger ein kleines Stück länger ist ? benutze deine eigenen Finger als Vorbild.

Das fertig gestellte Modell

Alles was jetzt noch übrig bleibt, ist die fertige Figur zu bemalen ? und dann fang mit der nächsten an!

Wenn du besser wirst, wirst du merken, dass du schneller bist und mehr Arbeit an einem Stück schaffen kannst. Feine Details wie Gesichter werden einzeln angefertigt ? oft habe ich den Kopf auf eine Büroklammer gesteckt während ich am Gesicht immer nur ganz wenig auf einmal arbeite. Sobald ich zufrieden damit bin, füge ich den Kopf an die Hauptfigur und so weiter.

Probier?s aus! Und wenn es nichts wird ? probier?s noch mal!

Euer Ebob

 

 

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