In den Ruinen Osgiliaths - Ein Spielbericht
von Franz
Es war mal wieder so weit. Die Spiele gegen Stephan haben für mich inzwischen so etwas wie Derby-Charakter. Ich freue mich auf jedes neue Spiel gegen Stephan.
Franz: Als ich das Szenario sah, dachte ich mir: Das wird hart. Als Stephan dann seine Truppen aufgestellt hatte, dachte ich mir: Das wird unschaffbar
Also hoffe ich, meine Glück darin zu suchen, mich an Mauern zu verschanzen und auf den Entsatz durch Boromir zu warten.
In diesem Szenario geht es nicht nur um den Sieg, nein, es geht um die Verteidigung meiner Siegesserie gegen Stephan.
Heute können mir nur zwei Dinge helfen: Tapferkeit in Form von gewagten Aktionen und Glück!
Fortunas fortunae adiuvat.
Stephan: Endlich mal wieder ein Spiel gegen Franz! Lange habe ich drauf gewartet, ihm nach meiner Niederlage in der Westfold eins auszuwischen. Folglich habe ich meine dreckigen Orkse auf einen harten Kampf eingestimmt. Die Ruinenwahl verlief ? bescheiden. Die Ruine, die ich gern nehmen wollte, war genau ein Zoll zu nahe an meiner Kante? Am Ende lagen alle 3 Ruinen dicht beieinander. Vielleicht konnte ich daraus Kapital schlagen!
Von den Truppen her sieht es ziemlich gut aus: Ich bin ihm deutlich überlegen. Ich hoffe, einen der beiden Helden zumindest schon einmal zu verwunden, bis Boromir erscheint. Mein Troll wird mir dabei helfen. Ich bin sehr gespannt, was Franz dieser Übermacht aus Mordor entgegenzusetzen hat?
Die Runden 1-3
In der ersten Runde ging die Initiative gleich mal an mich. Meine Kämpfer der Guten Seite bewegten sich auf die Ruinen zu, um sie einzunehmen. Die böse Streitmacht teilte sich auf, so dass ein Teil zur ?bösen Ruine?, ein Teil zur ?guten Ruine? und ein anderer Teil zur ?neutralen Ruine? ging. Nur der Mordor-Troll rannte ohne jegliche Gedanken die Straße hinab, auf den Gegner zu. Man konnte sein Verlangen nach Blut förmlich riechen.
Dann in der Zweiten Runde fiel die Initiative der Bösen Seite in die Hände. Die Truppen setzen ihre Wege fort. Ein Knistern lag in der Luft. Oder war es nur die schlechte Verbindung von Skype?
In der Dritten Runde war das Glück wieder der Bösen Seite hold. Ich stellte mir vor, wie der Troll in die Ruine geht. Dann sagte ich frei nach Gimli: Der zählt trotzdem nur als einer!
Der Troll ging nicht in die Ruine. Er kam näher. So langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich fing an, nervös mit den Fingern auf dem Tisch zu tippen, äußerte meine Gefühle mit einem panischen Schrei in Skype. ?Hilfe! Ich habe Angst vor dem Troll.? Stephan lachte dabei nur Böse und erwiderte: ?Weißt du, vor was du noch viel mehr Angst haben solltest?? Kalter Schweiß stand mir nun auf der Stirn. Noch eine Tücke? ?Siehst du die vier Orkbogenschützen da hinten?? Er lachte erneut heimtückisch.
Die Krieger kamen im Dritten Spielzug endlich in den Ruinen an, besetzen sie auch.
Die Runden 4-6
In der vierten Runde, in der die Initiative an, wie soll es auch sein, Böse ging, kam es zum ersten Feindkontakt. Ein tapferer, alter Veteran musste in diesem Zug sein Leben gegen einen Uruk-Hauptmann, der auf den fürchterlichen Namen Zack-Hack hört, lassen. Auch Faramir musste viel für seinen Heldenmut zahlen und verlor ein Leben im Kampf gegen den Troll. War das ein Lächeln auf des Trolles Gesicht? Oder war es lediglich das Zähnefletschen vor dem finalen Stoß?
Die nächste Runde sollte mir zu einem kleinen Lichtblick werden. In der Ferne hörte man das Horn Gondors. Nahte etwa Entsatz? Boromir kam mit seinen Mannen heran. In dieser Runde lief es gut für Gut. Sie konnten die Bestien Mordors daran hindern, die Überreste Osgiliaths zu verschmutzen. Auch der Troll musste diese Runde mit zwei Leben bezahlen. Lediglich ein Veteran fiel gegen Zack-Hack. Möge der Blitz diesen Uruk treffen! Die Initiative ging übrigens wieder an Böse. (War ja klar J )
Dann kam ein herber Rückschlag. Obwohl auf der östlichen Flanke des Schlachtfeldes kleine Erfolge gegen die heranstürmenden Bogenschützen, die wie Wasser an einer Brandung abprallten, gefeiert wurden, lief es auf der westlichen Hälfte des Schlachtfeldes nicht gut. Nicht nur das dieser Zack-Hack wieder einen Veteranen tötete und damit in die Ruine kam, nein, auch noch Faramir unterlag dem Troll. Der Troll zermalmte ihn mit einem Hammerschlag. Es war schrecklich. Wenigstens musste Faramir nicht lange leiden. Er war auf der Stelle tot.
Die Runden 7-9
Der Anfang vom Ende war eingeläutet. Auf der linken Hälfte geschwächt, einen großen Helden verloren, zögerten die tapferen Recken Gondors nun, in den Kampf zu ziehen. Die Horden Mordors ergossen sich in die gute Ruine, doch dann marschierten auch die Gondorianer erhobenen Hauptes dem Feind entgegen. Sie mochten hoffnungslos in der Unterzahl sein, aber sie würden sich teuer verkaufen. Langsam fasste ich den Plan, wenigstens noch den Uruk-Hauptmann Zack-Hack in die Abgründe zurückschicken.
Eine Welle des Blutes ergoss sich in dieser Runde über das Schlachtfeld. 4 Orks und zwei Uruk-Hai fielen unter den Hieben der Menschen, aber auf der anderen Seite mussten sie dafür mit den Leben dreier Waldläufer, zweier Wächter der Vesten und eines Kriegers von Minas Tirith bezahlen. So viel Tod... und alles nur wegen ein paar Zeilen! Was kann der VotR-Spieler gegen solch ein Würfelpech ausrichten?
Die achte Runde nahte. Ich hoffte darauf, dass die böse Ruine einstützen würde. Aber die neutrale Ruine stürzte ein. Es wurden nicht nur meine Krieger unter ihnen begraben, nein, auch noch meine letzte Siegeshoffnung ging verloren. Wahrlich schrecklich. In dieser Runde fielen außerdem einige Soldaten beider Seiten. Es war zu einem Gemetzel geworden, kein edler Kampf mehr. Es ging nur noch um die pure Existenz.
Dann geschah es. In der neunten Runde gelang mir das schier Unmögliche. Mit letzter Verzweiflung versuchten die Krieger von Minas Tirith, die Ruinen noch zurück zu gewinnen. Und endlich fiel dieser unglaublich Nervenraubende Uruk-Hauptmann Zack-Hack fällen. Sieg! Sieg! Es war nur ein kleiner Sieg, aber die kleinen Siege verschönern das Leben.
Die Runden 10-12
Die zehnte Runde knüpfte nahtlos an die neunte Runde an, nur dass es dieses Mal nur Tote auf der Guten Seite gab. Oh Fortuna, bist du heute den Tapferen nicht hold?
Es war soweit. In der elften Runde neigte sich das Spiel seinem Ende zu. Ein Großteil der einst so stolzen Armee Gondors rannte davon, in die Flucht geschlagen von ein paar Ork-Maden. Außerdem fielen in dieser Runde zwei Orks, ein Uruk sowie einige Morannon-Orks. Leider aber auch ein Krieger von Minas Tirith. Er fing gerade an, mir ans Herz zu wachsen. Er stach zuvor richtig aus der Armee hervor. (OK, er war einer der letzten Überlebenden).
Die letzte Runde brach an. Boromir versuchte noch, mit einer Heroischen Bewegung ein paar Gegner mit in den Tod zu reißen. Mit letzter Kraft schafften er und einige Krieger es, in die Ruine vorzudringen, doch die Massen Mordors waren zu zahlreich. Sie fielen beim verzweifelten Versuch, Osgiliath zurückzuerobern.
Damit war das Spiel aus, und Böse hatte gewonnen. Aber ich kehre zurück. ?I´ll be back!"
Nachwort:
Franz: Ich habe zwei Fehler begangen. Fehler 1 war es, die Gruppen so aufzuteilen, wie sie aufgeteilt wurden. Ich hätte die Veteranen Faramir und die Waldläufer Madrid unterstellen sollen.
Mein zweiter Fehler war es, dass ich mich aus Angst vor den einstürzenden Ruinen nicht in ihnen verbunkert habe. Später haben dann Würfelpech und einige gute Manöver von Stephan mein Ende besiegelt.
Ich bin alles andere als glücklich über dieses Ergebnis, aber so ist es nun mal gelaufen. Im nächsten Spiel wird das Banner Gondors unter meiner Führung umso heller leuchten. Denn Boromir hat entgegen seinem Bruder überlebt und er brennt auf Rache...
Stephan: Endlich! Ein Sieg gegen Franz! Mittelerde ist dem Untergang geweiht!
Mir hat das Spiel außerordentliche Freude bereitet (klar bei einem Sieg doch immer)! Allerdings, so klar es am Anfang auch aussah, es hätte durchaus anders enden können. Was Franz Niederlage sicher besiegelte, war ein zusammentreffen von unglücklichen Faktoren: Auf der einen Seite hatte ich gerade bis Spielzug 9/10 ziemlich viel Glück bei den Würfeln. Gerade der Troll hat in der Mitte den Kampf auf sich gezogen, und hat Gott sei Dank einiges überlebt!
Zum andern Franz Fehler, Boromir nicht sofort in den Kampf um die Ruine einzusetzen. Der letzte Lebenspunkt des Trolls war für ihn wohl zu verlockend, doch schaffte er es letztendlich doch nicht, den Troll auszuschalten. Hätte er ihn gleich in die Ruine geschickt, hätte er dort wohl ordentlich aufgeräumt!
Zum dritten wäre da noch der Einsturz: Ich hatte auf die ?neutrale? Ruine gehofft, und letztendlich stürzte sie wirklich ein. Wäre meine Ruine eingestürzt, hätte ich das Szenario nicht mehr gewinnen können!
Alles in allem ein glücklicher Sieg für die Böse Seite! Und jetzt entschuldigt mich, ich geh mit meinem Troll noch einen Trinken!











