Spielbericht "Die Brücke von Khazad Dûm"
Endlich haben Ertz und ich die Sommerpause 2007 beendet und haben in unserer Kampagne weiter gespielt. Diesmal mussten die Gefährten aus Moria entkommen über die Brücke von Khazad Dûm. Der Balrog und seine Gefolgschaft möchten das verhindern.
Nun gibt es auch den Bericht zum zweiten Spiel. Klickt dabei auf die kleinen Bilder, ich habe zu jedem Bild noch einen Text verfasst, der den Spielverlauf schildert. Weiterhin habe ich noch ein Fazit zu Spiel 2 geschrieben.
Die Grundaufstellung, die Beteiligten und einen Spielbericht findet ihr auf dieser Games Workshop Seite.
Ertz und ich haben vor Jahren schon einmal das entsprechende Szenario aus dem Gefährten Regelbuch gespielt und waren daher gespannt, inwieweit die Änderungen Einfluss auf ein interessantes Spiel haben. Insbesondere Ertz hatte Bedenken, dass die eher simplen Szeanrioregeln zu einem interessanten Spiel führten.
Anpassungen der Szenarioregeln
Wir einigten uns darauf, dass für ein spannendes Spiel auf Moralwürfe verzichtet werden muss, wenn diese auf oder unter 50% fallen. Der Balrog hat einige seiner alten Sonderfertigkeiten verloren, daher wäre die Goblingefahr sicherlich nach 13 ausgeschalteten Modellen beseitigt gewesen und die Gefährten wären weggerannt.
Spiel 2: Ertz (Balrog und Goblinabschaum) gegen Tankred (Gefährten)

- Dort standen sie nun, meine Gefährten, direkt vor der Brücke. Im ersten Spiel konnte ich Ertz einen ganz schönen Schrecken einjagen, hatte ich es doch geschafft mit dem Balrog zwei Gefährten auszuschalten. Ich wollte möglichst schnell Raum gewinnen und zur Brücke vorstoßen.

- Ich versuchte in den ersten beiden Runden möglichst viel Beschuss mit Legolas, Aragorn und Gimli zu ermöglichen. Zeit verliert man dadurch kaum, immerhin laufen die Hobbits nur 10cm weit. Gandalf wirkte Gleißendes Licht, Legolas und Aragorn schalteten 3 Goblinbogenschützen aus. Später bereute ich dauf die Schützen geschossen zu haben, die Goblins näher an der Brücke währen ein lohnenderes Ziel gewesen.

- Es war eigentlich klar. Ertz würfelte bei der Initiative eine 6, was zusammen mit meiner 1 (!) den Balrog erscheinen ließ. Super. Das bringt Schwung in die Runde. Meine Gefährten waren sowieso ausgelutscht wie ein Suppnknochen. In dieser Runde wirkte Gandalf Entsetzliche Ausstrahlung um ihn vor den Attacken der Goblins zu schützen. Neben Frodo ist Gandalf ja die wichtigste Figur auf dem Spieltisch, da nur er die Brücke zum Einsturz bringen kann. Auch in dieser Runde töten Pfeile ein bis zwei Goblins. Jetzt wurde klar, dass die nächste Runde sehr bitter würde, da die Goblins trotz erfolgreichem Beschuss noch nicht wirklich ausgedünnt waren. Hätte ich doch mit Gandalf stoßen sollen? Er hatte nur 3 Willenskraftpunkte zu Beginn des Spiels und die Brücke muss mit Stoß zerstört werden. Ertz´ Goblinpfeile zischten glücklicherweise nutzlos über die Gefährten hinweg.

- In der dritten Runde gewann Ertz für die böse Seite die Initiative und ich ließ Boromir eine heroische Bewegung durchführen. Ich blockierte mit Aragorn, Gimli, Boromir und Legolas soviele Goblins wie möglich, um den Hobbits den Rücken frei zu halten. In der Nahkampfphase gab es einige Angskandidaten, unter anderem Gimli, der nur noch über seinen letzten Lebenspunkt verfügte, oder Legolas, der auch nicht mehr fit war. Ertz führte zwei Goblins erfolgreich an die Hobbits ran während im Hintergrund das Getrampel und Gefauche des Balrogs deutlich zu vernehmen war.

- Lasst dieses Bild der Nahkampfphase noch ein wenig wirken. Man beachte insbesondere Aragorn schwertschwingender Weise im Bildvordergrund. Nun zum nächsten Bild...

- Habt ihr einen Unterschied bemerkt? Ich schon. Aragorn würfelte eine 2, hatte kein Heldentum mehr und wurde von Ertz finsteren Goblinabschaum besiegt. Bedarfsgerecht würfelte Ertz exakt zwei Verwundungen genau auf die benötigte 5 und knipste Aragorn damit die Lichter aus. Meine Moral war im Keller. Untergangsstimmung. Würde das zum zweiten mal das Aus meiner Gefährten sein? Ich möchte noch erwähnen, dass ich ganz trickreich schon mal mit Gandalf zur Brücke gerannt bin, sie mit einem Stoß beschädigt habe und somit durchaus die Siegchancen erhöht habe.

- Mit der fehlenden Flankendeckung durch Aragorn konnte Ertz allerdings nun angreifen und auch umzingeln. Gandalfs Stoß misslang und überhaupt wurde die Situation brenzlig, da auch Frodo von vier Goblins angegriffen wurde. Boromirs Heroische Bewegung konnte Frodos Bedrohung halbieren, aber nicht beseitigen.

- Hier seht ihr Frodo, wie er nach dem Nahkampf gegen die zwei Goblins zurück gedrängt wurde. Ertz war sehr verblüfft, als ich ihm eröffnete, dass er mit seinen zwei erzielten Verwundungen tatsächlich Frodo getötet hat. Er würfelte zwei vieren und bewies einmal mehr bedarfsgerechte Todeswürfel. Mist. Eine Farce, eine komplette Niederlage für mich und die Gute Seite.

- Das merkwürde an der Kampagne ist, dass sie dennoch weiter gehen kann. Mit den Regeln,- es ist nur eine Fleischwunde- konnte ich Aragorn und Frodo wieder zum Leben erwecken. Theoretisch ist Gandalf auch nicht in den Schatten gefallen, das habe ich allerdings noch nicht mit Ertz besprochen. Ertz hat mich Frodos Wurf wiederholen lassen, weil ich verloren habe. Es hat trotzdem gereicht. Oben seht ihr, mit welchen Werten ich in die nächste Schlacht gegen Warge und Goblins gehe. Die Regeln der Kampagne sind schon irgenwie seltsam und Ertz und ich wollen einige Szenarien mit maximalen Werten erneut spielen um zu sehen, wie viel Spaß sie machen.
Fazit zweites Spiel
In Hessen sagt man zu so einem Spiel: "Des wa enn Fratzehammer!" (Das war ein Schlag ins Gesicht). Sicherlich hätte ich kosmetisch noch etwas ändern können an den Konstellationen, z.B. wäre ein Stoß in der zweiten Runde sehr gut gekommen, oder die Konzentration des Beschusses auf die Goblins nahe der Brücke. Allerdings muss man sicherlich von mindestens zwei Runden Nahkampf in Unterzahl ausgehen, da man nicht alle 26 Goblins in nur zwei Runden ausschalten kann. In diesen zwei Runden kann es also passieren, dass der Gegner genau die Lücken findet. Das Schicksal hat mir schon recht übel mitgespielt, allerdings trösten mich die kuscheligen Szenarioregeln und machen mit Frodo und Aragorn "Heile heile Gänschen".
Ertz fasste den Abend so zusammen:
"Das war ja gestern kurz und schmerzlos (ok, für dich war es schmerzvoll
:o) ) ruck zuck war Frodo tot!!! Für den Rest der Kampagne sieht es bei Dir
aber gar nicht so schlecht aus. Mein Sieg beim Hinspiel hat ganz schön
Punkte gekostet. Wir gehen etwa gleich stark (oder besser gleich schwach)
in das nächste Szenario. Das Spiel war zwar nicht so der Brüller, aber
trotzdem hat der abend wieder Spaß gemacht. Die Herr der Ringe Kampagne
lebt weiter."
Abschließend möchte ich bemerken, dass das Szenario definitiv zum Nachspielen wärmstens zu empfehlen ist, auch wenn das zweite Spiel eher mau war.
Spiel 1: Ertz (Gefährten) gegen Tankred (Balrog und Goblinabschaum)

- Die Platte ist zwar etwas kleiner als beschrieben, wir haben einfach die Zonen rechnerisch modifiziert. Der Balrog ist zu Beginn nicht auf dem Tisch.

- Im ersten Zug sparte sich Ertz die Willenskraft von Gandalf auf, schoss nicht und vergaß auch Gimlis Wurfwaffe. Die Goblins schossen acht wirkungslose Pfeile und schoben sich langsam vor die Brücke.

- Ich hielt meine zwei wertvollen Hauptmänner aus dem Kampfgeschehen heraus. Boromir und Aragorn haben durchaus das Potenzial mit einem Nahkampf einen Hauptmann zu töten. Ertz warf nun die Hobbits mutig in die Schlacht, sie schlugen sich prächtig und konnten einige Goblins töten. Allerdings verursachten die Goblins zwei Verwundungen bei Gandalf und bei Pippin, die durch Schicksal verhindert werden konnten. Sicherlich wäre Gleißendes Licht hier hilfreich gewesen, wenn er gewirkt worden wäre. Ich erinnerte Ertz mal wieder an Gandalfs Ring Narya und dessen Sonderregel. Im Hintergrund sieht man zwischen vier Goblins eine Lücke. Dort stand Legolas, der trotz Umzingelung sein Heldentum nicht einsetzte. Mit insgesamt zwölf Würfeln gelang es mir ihn auszuschalten.

- In der nächsten Runde ließ der Balrog wieder auf sich warten. Die Goblins umzingelten nun die Gefährten, allerdings rissen Aragorn, Boromir und auch die Hobbits große Lücken in den Sperrriegel vor der Brücke. Ich erwartete immer mal wieder, dass Ertz einen Stoß mit Gandalfs kostenlosem Willenskraftpunkt macht, aber irgendetwas hielt ihn ab.

- In Runde vier endlich erschien der Balrog. Zum Leidwesen des Bösen muss er noch durch die gesamte Halle stapfen und muss sich darauf verlassen, dass die immer dünner werdende Linie der Goblins hält.

- Hier sieht man die Distanz, die es mit 6 Zoll-Schritten zu überbrücken gilt.

- Ertz haute meinen Sperrriegel in Stücke. Daher bedrängte ich Gandalf immer wieder hart und umzingelte ihn, was Ertz zwang mit seinen besten Helden immer wieder Nahkämpfe in der Nähe von Gandalf einzugehen. Dadurch erhielten die Brückengoblins etwas Entlastung.

- Die gleiche Szenerie mit dem Balrog im Hintergrund.

- Inzwischen waren die Reihen der Goblins so dünn, dass es auf jedes Modell ankam. Ertz musste nun immer wieder heroische Bewegungen machen um auch die Reihenfolge der Modelle auf der Brücke in den Griff zu bekommen. Sein Hauptproblem war allerdings zu verhindern, dass ich noch Golbins auf die Brücke bekomme. Hier kam Aragorn auch an einen Hauptmann ran, was mir gar nicht gefiel.

- Hier scheint die Situation fast geklärt, allerdings ist Legolas Verlust bitter. Es bleibt mir noch genau ein Goblin, der die Lücke noch schließen wird.

- Nun begann ein Stellungspiel Hobbit gegen Bogenschütze, Aragorn gegen Hauptmann und Gimli gegen die Gandalfangreifer.

- In dieser Sitzation versuchte Gandalf den Balrog zu lähmen. Das war eine brillante Idee, da der Balrog die Initiative verloren hatte und dadurch eine ganze Bewegung verloren hätte. Ich setzte vier Punkte Willenskraft ein und verhinderte dies, obwohl Ertz eine 6 gewürfelt hatte. Gleichzeitig zog ich mit dem Goblinhauptmann unten rechts Richtung Brücke, da zu erwarten war, dass Aragorn den anderen Hauptmann ausschaltet.

- Nun endlich kam der Balrog in Reichweite. Der erste Einsatz der Peitsche schlug allerdings fehl. Aragorn und Boromir tauschten die Plätze während die Hobbits und Gandalf sich endlich Richtung Brücke aufmachten.

- Hier sieht man, wie schnell es mit den Goblins zu Ende geht.

- In dieser Runde muss Gimli den Gefährten Zeit verschaffen, die während seines ausgesprochen mutigen Angriffs über die Brücke stürmen. Der Balrog macht Gimli mit einem Schlag ein freuriges Ende. Der letze Goblin greift an, wird aber niedergemacht.

- Nun ist es an Gandalf mit einem Stoß die Brücke zu zerstören. Gandalf hat noch 3 Willenskraftpunkte und einen pro Runde durch seinen Zauberstab. Der erste Stoß funktioniert, die Brücke ist beschädigt. Die Peitsche des Balrogs trifft Gandalf hart und reduziert sein Schicksal auf 0.

- Ertz ließ Aragorn zurück um Gandalf die Möglichkeit einer heroischen Bewegung zu geben. Ganz sicher hätte Gandalf einen Nahkampf nicht überlebt. So kam es, dass Gandalf einen weiteren Stoß während seiner Bewegung ausführte. Ertz würfelte eine 5, mit dem Schaden aus der vorigen Runde reichte das, um die Brücke zum Einsturz zu bringen.

- Man beachte, wie nahe der Balrog war. Nur Gandalf konnte die Brücke zerstören, der Balrog ist also ganz knapp vorm Ziel gescheitert.

- Frodo: NEEEEEEEEEIIIN! So kam es also, dass nach einem äußerst spannenden und ausgesprochen taktischen Spiel genau die Szene aus dem Film entstand, wenngleich Gimli und Legolas fehlten.

- Flieht ihr Narren!
Fazit ertest Spiel
Ertz und ich hatten ein spektakuläres Spiel. Ich habe zwar nicht gewonnen jedoch habe ich seine Gefährten entscheidend schwächen können. Im nächsten Szenario muss Lothlorien erreicht werden gegen entschiedene Widerstände des Bösen unter anderem einer Horde wilde Warge.
Da Legolas und Gimli nur ihre Lebenspunkte regenerieren können (oder vielleicht auch nicht) fehlt ihnen das Heldentum.





