Tankreds Wilde Warge

Im Gefährten Hobbybuch sind zwei Szenarien zu finden, bei denen 18 wilde Warge benötigt werden mitsamt ihrem Anführer, dem Grimwarg. Mich reizten diese Szenarien, da die Gefährten mit Geschwindigkeit und Stärke konfrontiert werden, nicht aber mit übermäßig vielen Angriffen oder speziellen Waffen.

Mit Sör Lanselots Hilfe kam ich an drei DeAgostini-Hefte mit Wargen und hatte die Tierchen also eine ganze Weile auf der Zinnhalde liegen. Nun kamen Ertz und ich endlich an die Stelle, an der die Gefährten zum zweiten male von Wargen angegriffen wurden. Also machte ich mich daran, die Raubtiere anzumalen.

Zusammenbau und Umbau der Warge

Inspiriert durch den Wargreiterangriff auf die Rohirrim im Film "Die zwei Türme" wollte ich die Warge auf felsigen Untergrund darstellen. Ich sammelte bei einer Wanderung in der Nähe von Eppstein im Taunus wunderbare Steine, die ich auf sehr vielen der 19 Bases in Modelliermasse bettete. Die Natur ist ein exzellenter Designer, noch dazu unschlagbar günstig.

Die Warge selbst kommen in zwei verschiedenen Gussrahmen, die man untereinander kombinieren kann. So kommt man auf vier sehr genial konzipierte Posen. Die vier Grundposen erstellte ich je zwei mal und varierte die Doppler in der Basegestaltung.

Acht weitere Posen modifizierte ich dann massiv. So ließ ich einige Warge heulen oder neigte den Kopf anders. Bei zwei Wargen variierte ich die stark angewinkelte Pfote, die an einen Jagdhund erinnert, der anschlägt.

Bei allen Wargen bearbeitete ich den Rücken und die Fugen mit Greenstuff. Die Arbeit dauerte erheblich länger als gedacht, aber gerade die Rücken sollten beim Anmalen der Truppe ein gelungenes Gesamtbild verschaffen. Daher haben meine Warge erheblich mehr Fell als die ursprünglichen Plastikmodelle.

Grundierung und Bemalung

  • Wilde Warge

Die wilden Warge wollte ich ganz bewusst sehr natürlich aussehen lassen. Da ich die Warge auch als Weiße Warge gen Auenland schicken will, sollte die Bemalung eben auch für die winterlichen Wölfe Tolkiens funktionieren.

Das hyänenhafte beabsichtigte ich durch die Bemalung in den Hintergrund treten zu lassen. Nach einer Internetrecherche stieß ich auf einen Wolf, der weiße Pfoten und einen Schwarzen Rücken hatte. Er war etwas heller als meine Warge, aber er inspirierte mich zu dieser Bemalung.

Ich grundierte die Warge weiß, wobei ich die Basen mit einem Erdton grundierte. Diese Technik der zweifarbigen Grundierung werde ich definitiv weiterverfolgen. Sie spart viel Arbeit.

Die Brauen Töne habe ich mit verdünnten Beasty Brown und verdünntem German Dark Camobrown von Vallejo gemalt, wobei ich Glaze Medium verwendet habe, was den lasierenden Auftrag erleichtert. Anschließend tuschte ich die Weißtöne mit sehr verdünnter Schwarzer Tusche und die Brauen Partien mit zwei Schichten Brauner und Schwarzer Tusche.

Die weißen Partien wurden danach wieder etwas mit verdünntem Weiß angehoben. Anschließend wurden noch Zähne und Augen bemalt, die Bases gebürstet und fertig war die Laube.

Sicherlich kann man Warge gewissenhafter und detailreicher bemalen, alledings bin ich mit dem geinkten Effekt sehr zufrieden und die Technik bot ein ideales Aufwand-Ergebnis-Verhältnis.

Erster Einsatz und ein Hinweis

Da ich die Modelle auch mal einsetzen wollte, nachdem ich sie in so großer Anzahl bemalt habe, setzte ich 16 Warge und einen Grimwarg in einer Liste bei Dagor Aglareb als Bündnispartner für meine Ostlinge ein. Meine erste Variation mit Spinnenkönigin wurde vom Veranstalter nicht zugelassen. Diese Variation mit 16 Wargen war unglaublicher Mumpitz.

Die großen Bases stehen andauernd gegenseitig im Weg herum und die Warge finden auch nicht ausreichend Deckung. Die Warge wirkten wie bepelzte Pfeilmagnete und wurden auch in den Nahkämpfen regelrecht massakriert, da sie ja keinen Kavalleriebonus erhalten. Die Performance ist also unglaublich schlecht, 18 wilde Warge ist definitiv nur was für Szenarien. In kleiner Anzahl, ca. 6 Warge in Kombination mit Riesenspinnen gehören Warge in jede Dol Guldur Armee, aber mehr lohnt nicht.

Der Grimwarg ist sicherlich ein interessantes Modell, da er auch entsetzlich ist und eine große Stärke hat. Aber mit einem Heldentumspunkt kann er auch nicht allzuviel reißen.

Ich sehe meine Truppe nunmehr als Gegner für die Gefährten und für die Hobbits und als Option für Armeen wie Angmar, Kreaturen aus der Tiefe, Dol Guldur. Eine solche Truppe sieht auch in der Vitrine gut aus.

Fazit

Warge sind wirklich schön in Szene zu setzen, die wilden Tiere machen sich auf Waldbases und auf steinigen Bases wirklich schön. Die Fellfarben kann man stark variieren oder wie ich, einem Plan folgen. Für Maler und Modellbauer sind Warge sicherlich sehr interessant. Größere Mengen bringen in Turnierspielen reichlich wenig, einzig für hintergrundgetreue Szenarien sind sie interessant. Natürlich werde ich über den Angriff auf die Gefährten berichten, wenn er sich zugetragen hat.

Euer Tankred

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