Nachdem wir uns im letzten Teil mit der Gestaltung einer Standardmauer befasst haben, kommen wir nun zum nächsten Schritt: Der Bemalung. Das ist meiner Meinung nach der flotteste Teil des Bauens, aber auch derjenige "in dem der Elefant das Wasser lässt". Hier zeigt sich, ob ein Geländestück gefunzt hat oder nicht.
Ich verwende zum Bemalen grundsätzlich Abtön- bzw. Dispersionsfarben. Für die meisten Geländestücke reichen Schwarz und Braun sowie weisse Wandfarbe. Damit lassen sich die grundlegenden Farben in verschiedenen Grau- und Braun- bzw. Beigetönen mischen. Abtönfarbe kann grundsätlich etwas mit Wasser verdünnt werden, damit sie besser fließt und keine Klümpchen bildet. Der besonderen Situation angepasst, werde ich für die Festung des Bösen aber auch Blau und Rot verwenden. Und da Ausnahmen die Regel bestätigen verwende ich für Metallteile ausnahmensweise mal die entsprechenden GW-Farben.
1. Die Felsen
Die angeklebten Felsen lassen sich natürlich auch problemlos so bemalen, wie sie sind. Da ich aber in nachfolgenden Teilen auch größere Felspartien, die ohne Spachteln nicht auskommen werden, verwenden möchte, werde ich die Felsen schon mal mit Spachtelmasse überziehen, damit's nachher auch einheitlich wird. Man sieht schon an so kleinen Details, dass es Sinn macht, sich an dieser Stelle schon Gedanken über die Zukunft zu machen.
Ich verwende zum Spachteln Moltofill. Ich weiss, es ist zwar etwas teurer als die Billigspachtelmasse aus dem Baumarkt, aber ich habe damit deutlich bessere Erfahrungen gemacht. Es wird nachher härter und hat eine längere Verarbeitungszeit als die Billigspachtel. Das Moltofill wird sehr dünnflüssig (ich sag mal so wie Joghurt) angerührt und mit einem alten Pinsel auf die Felsenaufgetragen.
2. Die Zinnen
Die Zinnen sollten ja eine Metallabdeckung erhalten. Dazu habe ich entsprechend große Pappstückchen aufgeklebt. Ich weiß, Ihr könnt es schon alle nicht mehr hören, aber ich will es nochmal schreiben. Als Pappe verwende ich die Deckel von Haribo-Kartons von Aldi. Das ist eine sehr stabile Pappe (keine Wellpappe), die sich noch gut mit der Schere bearbeiten lässt und das beste: sie kostet nix.
4. Blau??
Mein erster Versuch der Mauerbemalung war Blau. Ich habe mit einem Borstenpinsel vorsichtig die eigentliche Mauer (ohne Felsen und Zinnen) mit Blau trockengebürstet. Dazu nimmt man mit dem Pinsel wenig Farbe auf und stricht damit erstmal über ein Abwischpapier (z.B. alte Zeitung). Wenn kaum noch Farbe am Pinsel ist (er also fast "trocken" ist), streicht man nun mit dem Pinsel vorsichtig über die Mauer. Die noch am Pinsel befindliche Farbe trägt sich nun an den Vorsprüngen der Mauer ab. In den Fugen bleibt die Mauer dementsprechend schwarz.
Das ganze soll dazu dienen die Erhabenheiten (das sind die hohen Stellen bzw. Vorsprünge) der Mauer herauszuheben und die tiefen Stellen in den Schatten zu rücken. Durch diese Technik wird eine größere Dreidimensionalität erreicht, als sie das Modell von seinen natürlichen Schatten her eigentlich hat.
5. Rot??
Mit dem Ergebnis der blauen Mauer war ich allerdings nicht so ganz zufrieden. Mein nächster Versuch war dann Rot. Ich habe die Mauer also nochmal mit Rot trockengebürstet, allerdings etwas leichter als im vorherigen Schritt, so dass an der einen oder anderen Stelle noch das Blau durchschimmerte.
6. Blau, die Zweite??
Damit war ich dann aber auch wieder nicht zufrieden. Das viele Rot weckt schnell Assoziationen zu Blut und zu Warhammer-Chaos-Geländeteilen. Ziemlich albern, wenn Ihr mich fragt. Ich habe also nochmal das Blau zur Hand genommen und bin nochmal ganz leicht drüber gegangen. Das Ergebnis war, dass die Mauer von Ferne her ins Lila geht und bei Nahem betrachtet recht fleckig Rot und Blau aussieht. Das gefällt mir jetzt ganz gut und so werde ich es erstmal lassen.
Die Felsen sind einfach Grau trockengebürstet. Die Metallplatten sind mit Boltgun Metall und anschließend die Kanten mit Brazen Brass trockgengebürstet.
7. Die glänzenden Zinnen
Kommen wir mal ein bisschen zur Psychologie. Die meisten Menschen empfinden nass und glitschig aussehende Sachen als ekelig. Das ist natürlich genau das Richtige für eine Festung des Bösen.
Lösungsmittelfreier Kleber wird auf eine Mischunterlage geträufelt und mit einem alten Pinsel auf die Zinnen aufgetragen. Fertig. Wenn der Kleber getrocknet ist, wird er hart, behält aber seine glänzende Oberfläche. Wichtig ist, den Pinsel direkt nach dem Pinseln auszuwaschen, da dieser sonst knochenhart wird.
12. Die Ebenenkonstruktion
Mit lösungsmittelfreiem Kleber oder mit Holzleim werden die Ebenen übereinander geklebt. Um die Styrodurteile beim Kleben zu fixieren verwende ich Zahnstocher. Wenn der Kleber getrocknet ist, sollten die Seitenwände noch geglättet werden. Dise kann man mit einem Heissschneider, einem Messer oder mit Schleifpapier bewerkstelligen.
15 Material
Und jetzt kommt noch das bisher verbrauchte Material (ohne Mengenangaben):
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Styrodur, 50mm stark
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Kleber, lösungsmittelfrei
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Abtönfarbe: Schwarz, Blau, Rot
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Dsipersionsfarbe: Weiss
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Acrylfarbe: Boltgun Metal, Brazen Brass
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Zahnstocher
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Moltofill
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Pappe
Und die Werkzeugliste (des von mir verwendeten Werkzeugs):
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Bleistift
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Papier
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Geodreieck
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Schere
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scharfes Messer
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Stahllineal
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Heissschneidegerät
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Griffel
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diverse Pinsel
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Gipsbecher
In der nächsten Folge könnt Ihr dann den bemalten Turm sehen und dann kommt bestimmt schon was Neues.
Gruß und Nice Dice
Rusus


















