Ein Gelände zu bauen verlangt vieles, sehr viel Planung, sehr viel Fantasie...aber vor allem sehr viel Geld. Viele Ausgaben kann man sich durch einen Ausflug zu Mutter Natur sparen, dadurch kann man aber auch seine eigenen Ideen viel besser verwirklichen.

Ausgaben die man tätigen muss

Es gibt ein paar Ausgaben, um die man nicht herum kommt. Zum Glück sind diese Ausgabennicht sehr kostenintensiv.

Natürlich braucht Ihr eine Holzplatte, doch das weis ja nun wirklich jeder. Ich gehe jetzt mal auf die Sachen ein, die mich (und das Baumarktpersonal) ins Grübeln gebracht haben.

Das Wichtigste überhaupt ist der Kleber. Man hört so viel über tausend verschiedene Sorten von Kleber und das man vor allem auch alle benötigt um ein Gelände zu bauen. Meine Erfahrung belehrte mich allerdings eines Besseren. Ihr braucht eigentlich nur zwei verschiedene Sorten von Kleber, einmal Styroporkleber und Holzkleber (ich habe noch eine Heißklebepistole aus alten Zeiten, aber es geht auch gut ohne).

Den Styroporkleber braucht man um die Platten aus Styrodur zusammenzukleben (und dieses Material solltet Ihr auch unbedingt benutzen, es ist einfach stressfreier als Styropor), es eignet sich aber auch sehr gut, um die Grasmatte auf die Platten zu kleben. Ein großer Vorteil dieses Klebers ist außerdem, dass er nur 3,49 €/1 kg kostet und sehr ergiebig ist. Eine andere gute Eigenschaft des Styroporklebers ist, dass der Kleber sehr zäh ist und später wie Spachtel aushärtet. So könnt Ihr gerne mal etwas großzügiger mit dem Kleber sein, wenn Ihr eine Kante abrunden wollt.

Mit dem Holzleim (Kosten ca. 5 €/große Flasche) könnt Ihr alles andere Kleben, ich gehe später noch mal darauf ein.

Für Werkzeuge müsst Ihr auf jeden Fall kein großes Geld ausgeben, denn jeder hat ja ein paar Werkzeuge im Haus die man auch mal zweckentfremden kann. Ich habe meine Werkzeuge nebenan mal abgebildet, von denen braucht Ihr aber essentiell nur einen Cutter (ganz wichtig) und einen breiten Pinsel (zum Auftragen des Klebers) sowie einen kleineren Pinsel für die Feinheiten.

Zum Zurechtzupfen des Mooses ist eine feine Zange immer gut (damit das Moos nicht abgerissen aussieht), eine Pinzette tut es aber auch...und wer hat die nicht im Haus?

Den Rest meiner Werkzeuge habe ich irgendwo in einer Kiste gefunden und zweckentfremdet, aber man braucht sie nicht wirklich.

Das Stuckateurwerkzeug habe ich z.B. bei kleinen Ausbesserungen mit Spachtel benutzt, ein rundes Holzstäbchen tut allerdings denselben Nutzen. Unterm Strich kostet Euch der Cutter (drauf achten, das er eine dünne Klinge hat und sie außerdem auswechselbar ist) und die beiden Pinsel 6-7 €. Alles in Allem haben mich die ganzen Sachen 21 € gekostet. 6 € für zwei große Styrodur- Platten, 6 € für die Grasmatte, ca.9 € für den Kleber und den Rest hatte ich schon, fairerweise rechnen wir aber trotzdem mit den 6 € Werkzeugkosten, also insgesamt 27 €, und das war esschon, den Rest liefert Mutter Natur frei Haus.

Noch einen kleinen Tipp für alle, die wie ich fast zwei Wochen nach einem Baumarkt suchen,der Styrodurplatten führt. Bei Praktika gibt es diese Platten, und der Unterschied zu vielen anderen Baumärkten ist: Sie wissen auch, das sie so was haben! Spaß beiseite, aber im Baumarkt das Richtige zu finden ist eine Tortur, und die Verkäufer kennen oft ihr eigenes Zeug nicht und fingen bei mir schon an zu grinsen, als ich von Kleber für Grasmatten usw. anfing.

Ohne Werbung zu machen haben die Jungs von Praktika nicht nur gleich gewusst was ich wollte, sie haben mir auch gute Tipps geben können. Also wenn es bei Euch in der Nähe einen Praktika gibt, dann könnt Ihr ja mal vorbeifahren, dort gibt es nämlich auch den Styroporkleber.

Klippen und Vorsprünge

Ich habe auf meiner Platte eine Sektion mit einer Klippe und einem Vorsprung gebaut. Diese Bestandteile habe ich beide aus einem alten vergammelten Baumstumpf herausgeschnitten. Es muss natürlich ein Baumstumpf eines kleinen Baumes sein, damit Ihr nicht eine Tonne braucht um ihn zu transportieren, aber gerade am Waldrand werden kleine Bäume oft abgesägt und gammeln dann vor sich hin. Man muss nur ein paar Meter in den Wald reinlaufen und einfach mal gegen einen dieser Stümpfe gegentreten, bricht er ab ist er ideal.

Vergammeltes Holz bildet mit der Zeit eine typisch schroffe Struktur, ideal um Abhänge und Vorsprünge darzustellen.

Auf dem Bild links sieht man den Stumpf, nachdem ich beide Teile heraus- bzw. abgesägt hatte. Der obere Teil bildet die Klippe, während der herausgesägte Teil den Vorsprung bildet. Ihr werdet kaum einen Stumpf finden, der oben nicht mit Moos zugewachsen ist, diese Tatsache könnt Ihr aber sehr gut nutzen, indem Ihr das Moos nur teilweise entfernt und die Grasmatte unter dem Moos versteckt. So erzielt Ihr den Effekt eines Busches oder einer Flechte, die über die Klippe.

Die Verwendungszwecke von Moos

Die Grasmatte ist in meinen Augen schon wichtig, sie gibt der Platte einfach den einheitlichen Look, den man mit Moos nicht so gut hinbekommt (bzw. es ist sauschwer Moos so zu verlegen oder zu streuen, das der Maßstab stimmt). Um aber etwas Leben in die Landschaft zu bekommen, ist Moos für mich nicht zu ersetzen, und ich spreche von RICHTIGEM Moos!

Im Wald findet Ihr Moos in allen erdenklichen Grüntönen und allen verschiedenen Sorten. Einige Sorten eignen sich super für kleine Büsche, andere als Laubwerk für selbstgebastelte Bäume.

Bewaffnet Euch einfach mit einer herkömmlichen Spachtelkelle (oder irgendetwas, mit dem Ihr unter das Moos kommt) und löst das Moos langsam vom Boden bzw. vom Holz.

Wichtig: Um späteren Ärger zu vermeiden solltet Ihr die Erde, die sich eventuell unter dem Holz befindet vorsichtig entfernen oder abschütteln, sonst bröckelt Euch das getrocknete Moos später in den Händen auseinander (wenn Ihr die Erde entfernt, hält die Faserstruktur das Moos zusammen, wird das aber nicht gemacht, bricht die Erde später mit der Faser und alles ist hin).

Aus dem gesammelten und getrockneten Moos könnt Ihr später so einiges machen. Ihr könnt es für oben genannte Zwecke benutzen, Ihr könnt es aber auch für meinen Lieblingszweck anwenden: Ich hacke immer einen Teil des Mooses klein (also richtig klein!) und benutze dieses später um Erhöhungen, Geländefalten etc. zu akzentuieren, was richtig cool aussieht.

Um diese Akzente zu setzen muss man zuerst einen oder mehrere (je nach Umfang der beabsichtigten Fläche) Tropfen Holzleim auf den Untergrund tropfen lassen und dann mit einem trockenen Pinsel schnell und flach über die Fläche gehen. Der Leim verteilt sich dann wie ausgehende Farbe und verhindert eine gekünstelte Optik. Auf die Fläche muss jetzt nur noch das kleingehackte Moos gestreut werden (ruhig ein bisschen mehr als nötig), welches dann vorsichtig mit einem drübergelegten Blatt festgedrückt wird.

Nach einer Stunde könnt Ihr das überflüssige Moosstreu absaugen (übrigens eignet sich dieses Moosstreu auch hervorragend für die Begrünung der Bases).

An meinem noch nicht fertigen Bachlauf habe ich aus feinem Moos kleine Büsche platziert, hierzu habe ich kleine Löcher ins Styrodur geschnitten und die kleinen Moosinseln mit Holzleim bogenförmig hineingesetzt,so erhält man die typische Form eines Busches.

Wenn Ihr Laub oder ähnliche Sachen darstellen wollt, könnt Ihr entweder das kleingehackte Moos oder kleingehacktes Laub (logisch) nehmen, das kleingehackte Laub sieht allerdings um einiges authentischer aus.

Wichtig: Was Ihr auf jeden Fall immer beachten müsst, ist die Materialien immer gut trocknen zu lassen. Ihr könnt die Sachen im Keller etc. trocknen lassen oder (den Tipp habe ich selber erst bekommen) die Sachen im Ofen trocknen (aber Vorsicht, Eure Mutter könnte eventuell nicht begeistert sein!). Wer das nicht macht wird bald jede Schlacht verlieren, da man von mehreren Insektenarmeen angegriffen wird (Kankra lässt grüßen) ;-)!

Welcher Stein und welche Farbe?

Über Steine muss ich hoffentlich nichts sagen, denn ich denke das die nun wirklich niemand kauft. Einen Tipp habe ich aber trotzdem: Man kann sich das Bemalen der Steine unter Umständen sogar sparen, wenn man die Steine aus Bächen sammelt. Diese weisen nämlich tolle (und vor allem saubere) Muster auf die auch ohne Farbe gut aussehen. Außerdem gibt es in Bächen auch sehr feine Steinchen und sehr schönen Sand, mit dem ich meinen kompletten Bachlauf gestaltet habe um mir auch hier wieder das Bemalen zu sparen.

Ob Farbe oder nicht bleibt natürlich Geschmackssache, aber es ist in meinen Augen eine schöne Alternative. Als Beispiel habe ich mal einen Stein aus meiner Platte abgelichtet. Das rechte Foto zeigt den Stein kurz nach dem Einsetzen, beim linken habe ich dann direkt nach dem Leim ein paar kleine Büschel Moos zuerst aufgeklebt und dann erst den Stein, so entsteht auch ohne Farbe ein schöner Effekt. Versucht es mal!

Ruinensektionen

Auf meiner Platte kommt noch eine Ruinensektion, für die ich leider noch keine Zeit gefunden habe...aber den Untergrund habe ich schon gestaltet.

Die verbrannte Erde, auf der die Überreste der Stadt stehen, habe ich mit grauem Kieselsand von der Baustelle gestaltet. Hört sich ganz normal an, aber auch hier habe ich einen Tipp für Euch:

Ich habe den Boden mit einer steinähnlichen Struktur versehen. Um solch eine Struktur zu erzielen, muss die Sektion mit Holzleim bestrichen und dann mit einer flachen Schicht grauem Sand überzogen werden.

Dann habe ich in 4-5 Schritten immer wider in Zickzackbewegung Holzleim über die flache Fläche bis in die grüne Fläche hinein gespritzt und anschließend die Holzleimfäden wieder mit dem Sand bestreut. Das Ergebnis sieht für mich wesentlich interessanter aus als nur eine flache Schicht (Tipp: ich habe den Sand kurz nach einem Regenguß geholt, dann eine Seite beim Trocknen immer wieder flachgedrückt damit es wie Puder wird, die andere Seite aber in Körnern trocknen lassen, diese Körnerstruktur bleibt später durch den Leim erhalten).

Bei den Ruinen hat ein Freund von mir seine Gebäude aus zerschlagenen Kacheln gebaut. Das sieht zwar auch ziemlich cool aus, aber leider kann man so fast nur unkontrolliert Bruchstellen verursachen, außerdem ist der Stein auch schwerer und macht die ganze Platte nur noch mehr zum Klotz.

Wer aber weder das Gewicht scheut, noch Ruinen mit Treppen oder anderen komplizierten Feinheiten darstellen möchte kann es ja mal versuchen. Falls irgendjemand Infos zum Thema Sollbruchstelle bei Kacheln und wie das geht (es geht, nur wie weiß ich noch nicht) hat, kann er mir das gerne mitteilen, ich bin ganz Ohr.

Muss die Grasmatte immer perfekt verlegt sein, ohne eine sichtbare Falte?

Bei dieser Frage scheiden sich ja wirklich die Geister, doch ich plädiere pro Falten. Einerseits schaffe ich es ums Verrecken nicht diese Matte glatt aufzukleben, doch irgendwann erkannte ich auch einige Vorteile dieser eigenwilligen Falten. Denn irgendwie verhalten sich die Falten so, wie sie sich in der Natur auch verhalten würden, und wenn man die Falten noch mit ein bisschen Streumoos herausarbeitet, gewinnt der Hügel oder der Vorsprung ohne Ende an Lebendigkeit. Seht es als Zeichen meiner Unfähigkeit, aber ich finde das nicht Perfekte sieht echt perfekt aus...in meinen Augen (auf den anderen Bildern an sieht man die Schattierung ganz gut...habe nämlich ausgerechnet dieses große Stück noch nicht bis in die Feinheiten gemacht).

Bachläufe

Wie schon oben erwähnt, ist mein Bachlauf noch nicht fertig, ich bin immer noch auf der Suche nach einem billigen Füllmittel, nur wer mit Gußharz arbeiten will, muß die Fläche nicht vorher ausspachteln. Wenn Ihr den Sand einfach mit einer dicken Schicht Holzleim aufklebt und den Leim noch etwas an den Seiten hochzieht, härtet der Holzleim super aus und nichts schmilzt weg (natürlich darauf achten, daß nichts daneben geht).

Mittelerde ist da, wo das Auge ist!

[Anmerkung von Tankred: Ist da nicht Mordor? ;)]

 

Zum Schluss noch ein kleines Special zum Thema Augen immer nach brauchbaren Rohstoffen aufhalten.

Ich hatte schon seit ich spiele immer vor eine Platte zu bauen, die ein bisschen Fangorn-Flair hat, nur fehlten mir dazu immer die passenden Materialien. Als ich vor einer Woche dann in Österreich zum Snowboarden war, sah ich oberhalb von 2000 Metern super viele tote Bäume, deren Zweige mit Moosen und Flechten übersäht waren, die es hier überhaupt nicht gibt und die echt super aussehen. Also habe ich direkt mal einige Male meine Taschen gefüllt. Natürlich könnt Ihr jetzt nicht einfach mal nach Österreich fahren, aber interessante Materialien findet man überall (Tipp: ähnliche Flechte findet man in den unteren, kaum mit Licht durchfluteten Bereichen von Fichten-Wäldern, für die Nicht- Landeier: das sind die immer akkurat in der Reihe stehenden Nadelbäume, die in Kopfhöhe keine Nadeln mehr haben weil das Licht fehlt!).

Also haltet einfach die Augen offen, Euer Geldbeutel und die Optik Eurer Platte werden es Euch danken.

Totalansicht

So, zum Abschluß noch mal eine kleine Totalansicht meines Geländes, da fehlt natürlich noch eine Menge zu der mir im Moment noch ein wenig die Zeit fehlt. Wenn es Euch allerdings so wie mir geht und Euch ein bisschen umschaut in der Natur, werdet Ihr sehen, dass Ihr auch keine weiteren Bilder benötigt...denn die Muße kommt von alleine. Ich hoffe ich konnte trotzdem ein paar viel Spaß beim Sammeln und verwenden.

 

 

Tangaerion – Sohn der Wälder

 

 

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