Letztens wollten wir beginnen, die Szenarios aus dem Gefährenbuch zu spielen. Im Buch sind auch Geländebauartikel, die meiner Meinung nach aber nicht wirklich der Bringer sind. Der Grundgedanke der Geländeteile ist gut. Sie bauen aufeinander auf und lassen sich schön modular einsetzen. Die Ausführung ist jedoch nicht der Hit. Auch Anfänger können mit den entsprechenden Materialien deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Der erste Artikel behandelt ganz einfache Felsen. Felsen braucht man eigentlich immer, sind fast überall einsetzbar und sehr schnell hergestellt. In den folgenden Artikel kommen viele Techniken wieder und wieder zum Einsatz. Dort werde ich diese allerdings nicht neu erklären. Die Artikel bauen also auch aufeinander auf.

1. Die Vorlage

Für alle, die das Gefährtenbuch gerade nicht zur Hand habe, hier mal ein Bild der Vorlage.

2. Das Material

Das Grundmaterial für die Felsen stellt Styrodur da. Die Größe ist eigentlich egal, wobei ich Blöcke von 5 x 5 x 10 cm für gut geeignet halte. Felsen zu bauen ist eine gute Möglichkeit Reste zu verbauen. Styrodur sollte es in den meisten Baumärkten geben. Es wird ursprünglich zur Isolation bei Verklinkerungen und beim Fenstereinbau genutzt. Gängige Plattenstärken sind 20, 30, 40, 50, 60, 80 und 100mm. Die Platten sind meist 120 x 60cm groß. Die Farbe von Styrodur kann unterschiedlich sein, gewöhnlich leichtlila, hellblau, hellgrün oder blassgelb. Styrodur ist soweit ich weiss ein Markenname. Andere Marken sind Jackodur und Styrodor. Falls der Baumarkt kein Styrodur führt, hilft ein Blick in die gelben Seiten. Im Baustoffhandel (Firmen die Baustellen beliefern) gibt's das auf alle Fälle. Ein guter Tipp sind auch Baustellen. Dort wandern oft (für unsere Verhältnisse) richtig große Stücke in den Müll. Einfach mal fragen. 

3. Die Grundform

Mit einem Messer oder Heissschneidegerät werden die Styrodurklötze in eine grobe Form gebraucht. 

4. Das Steinreißen

Wenn man Styrodur schneidet entsteht eine gerade Fläche. Für Betonbauten ganz gut aber für Felsen eher ungeeignet. Wenn man Styrodur jedoch reißt, zerfasert die Reißfläche sehr schön unregelmäßig. Ich setze das Messer an und reiße Stücke aus der Oberfläche. Alternativ kann man hierzu auch die Fingernägel nehmen (das macht aber nicht wirklich Spaß). Zum Reißen verwende ich ein Messer mit gerader feststehender Klinge. Mit Cuttern oder Abbrechklingen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, da sich dies schlecht nachschleifen lassen und zu labberig sind. Wie so viele Techniken will auch das Reißen geübt sein, also nicht beim ersten Felsen direkt verzweifeln.

Beim Reißen ist allerdings besondere Vorsicht geboten. Sehr schnell hat man sich auch mal in den Finger gerissen. Also: Vorsicht!!

5. Der Felsen

Ein in Form gebrachter Felsen sieht dann ungefähr so aus.

6. Der Felsen mit den zwei Höckern

Beim Orignal stört mich insb. dass der Felsen aus drei Teilen besteht und auch genau so aussieht. Man sollte auch diesen Felsen aus einem Stück machen. Für die Höhe der Mulde habe ich 20mm festgelegt, die Breite beträgt 50mm. Alle anderen Maße des Höckerfelsens können beliebig sein. Mit diesen Maßen sollten auch die nachfolgenden Geländeteile klarkommen.

7. Die Mulde

Die angezeichnete Linie habe ich dann mit einem Heissschneidegerät ausgeschnitten. Alternativ kann man natürlich auch ein Messer benutzen. Durch das Arbeiten mit einer Hand (die andere hat die Kamera gehalten) ist der Schnitt leider etwas verrutscht und das Bild unscharf.

8. Der Höckerfelsen in der Grundform

Man hat nun zwei Teile. Eines mit zwei Höckern und einen Klotz. Aus dem Klotz lässt sich natürlich auch wieder ein Felsen machen.

9. Der Höckerfelsen

Die Steinstruktur wird wieder gerissen.

10. Die Grundierung

Grundiert habe ich mit Abtönfarbe und Pinsel. Als Unterlage benutze ich einen Kartondeckel, damit lassen sich die Felsen auch gut zum Trocknen zwischenlagern. Für die Abtönfarbe benutze ich Marmeladengläser mit breiter Öffnung. Die Farbe (man sollte da übrigens auf die Angebote der Discounter achten) wird etwas mit Wasser gemischt um sie flüssiger zu machen.

11. Das Trockenbürsten

Diese Felsen habe ich lediglich einmal trockengebürstet. Ich verwende ich mittleres Grau (um den GW-Jargon zu verwenden: Codex Grey). Dazu nimmt man etwas Farbe auf einen trockenen Pinsel (ich verwende Borstenpinsel) und streift diesen über einem Papier ab bis fast keine Farbe mehr auf dem Pinsel ist. Dann streicht man leicht (oder feste) über die Felsen. Dabei sollte man quer zu den Graten streichen. Auch hier macht Übung den Meister. Man muss erstmal ein Gefühl für's Trockenbürsten entwickeln. Am besten zuerst mit sehr wenig Farbe und ganz leichtem Streichen beginnen.

Und jetzt kommt noch das verbrauchte Material:

  • 50mm Styrodur, Kosten einer Platte ca. 5,50 Euro, Verbrauch ca. 5%
  • Abtönfarbe schwarz, Kosten der 500ml-Flasche ca. 1,80 Euro, Verbrauch ca. 5%
  • Dispersionfarbe, Kosten eines 10-Liter-Eimers ca. 5 Euro, Verbrauch ca. 0,1%

Die Gesamtkosten (für die abgebildeten sieben Felsen) des effektiv verbrauchten Materials betragen ca. 0,37 Euro


Und die Werkzeugliste (des von mir verwendeten Werkzeugs):

  • Messer
  • Heisschneidegerät
  • Geodreieck
  • Bleistift
  • diverse Pinsel (am besten für jede Verwenden einen)

Viel Spaß mit den Gefährten und bis zum Nächsten mal, wenn Sie Dr. Bob sagen hören "Wie macht man eigentlich Hügel?".

Gruß und Nice Dice
Rusus

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