Flüsse oder generell Gewässer darzustellen sind eine anspruchsvolle Angelegenheit. Mir ist allerdings kein Modellbeispiel bekannt, in dem diese Aufgabe wirklich realistisch gelöst wurde. Angemalte Gipsflüsse wirken oft zu bunt und plakativ, die durchsichtigen Gießmassen wirken zu statisch und sind sehr teuer und echtes Wasser lässt sich nur sehr schwer auf einer Platte in Bewegung halten. Es muss also ein Kompromiss her.
Nach mehr oder weniger langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen, für das Auenlandspecial die Wässer als Gipsfluss zu bauen. Durch seine modulare Bauweise lässt er sich bei Bedarf auf eine bestehende Platte auflegen, da er nicht in die Platte eingelassen wird. Er ist recht einfach selbst zu bauen und der größte Vorteil: er ist sehr kostengünstig in der Herstellung.
In weiteren Artikeln werde ich die Flussteile noch durch Brücken und die Mühle in Wasserau ergänzen. Doch genug der Vorrede, hinein ins Bauvergnügen.
1. Der Querschnitt
Da der Fluss aus einzelnen Modulen bestehn soll, habe ich mir zunächst Gedanken über den Querschnitt gemacht. Dieser Querschnitt muss natürlich nicht durchgängig über die ganze Länge des Flusses gehalten werden, sollte aber an den Übergängen von Modul zu Modul berücksichtigt werden.
Ich habe den Fluss ca. 14cm breit angelegt. Die Dicke der Grundplatte ist 6mm plus 6mm für die Böschungen (damit das Wasser nicht auf den Tisch fließt). Diese Maße habe ich auf Pappe übertragen und ausgeschnitten. So habe ich eine Schablone, die ich beim Bauen immer wieder zur Kontrolle heranziehen kann.
2. Die Basis
Als Grundplatte für den Fluss verwende ich 6mm Selitron. Das ist ein Innendämmstoff, der auch als Untertapete bezeichnet wird. Sollte es eigentlich in jedem gut sortieren Fachhandel (Baumarkt) geben. Ich bin allerdings nur bei OBI fündig geworden.
Da die zusammengesetzten Module einen geschwungenen Flusslauf ermöglichen sollen, habe ich die Grundplatte leicht gebogen schnitten. Ein Modul ist ca. 40cm lang.
6. Die Steine
In den noch weichen Gips habe ich diverse kleine und auch gößere Stein gedrückt. Bei der Auswahl der Steine sollte man darauf achten, dass sie nicht zu porös sind und bröckeln und dass man sie vor dem Verarbeiten einmal abwäscht. Die Steine können nach Gutdünken platziert werden, wobei ich persönlich das Ufer bevorzuge.
7. Die Textur
Kleinere Steine und Schotter, der sich zwischen den größeren Steinen angesammelt hat, habe ich mit Sand dargestellt. Wenn der Gips vollständig trocken ist (über Nacht), werden die entsprechenden Stellen mit Leimwasser eingestrichen und mit Sand überschüttet. Nach dem Antrocknen wird der überschüssige Sand abgeschüttelt und das ganze nochmal mit Leimwasser überstrichen. Diese Versiegelung sorgt dafür, dass bei der Bemalung nichts mehr abfällt.
Material
- Selitron, 6mm stark, Kosten eines Pakets ca. 17 Euro, Verbrauch ca. 1%
- Holzleim, Kosten der 1-Liter-Flasche ca. 10 Euro, Verbrauch ca. 1%
- Kleber, lösungsmittelfrei, Kosten der 250-ml-Flasche ca. 2 Euro, Verbrauch 5%
- Abtönfarbe, schwarz, Kosten der 500-ml-Flasche, ca. 2 Euro, Verbrauch ca. 5%
- Abtönfarbe, blau, Kosten der 500-ml-Flasche, ca. 2 Euro, Verbrauch ca. 5%
- Abtönfarbe, braun, Kosten der 500-ml-Flasche, ca. 2 Euro, Verbrauch ca. 5%
- Dispersionsfarbe, weiss, Kosten des 10-Liter-Eimers ca. 5 Euro, Verbrauch ca. 1%
- Statisches Gras, Kosten eines kleinen Beutels ca. 1,50 Euro, Verbrauch ca. 10%
- Innenspachtelmasse, Moltofill o. Gips, Kosten eines 5-Kg-Beutels ca. 7 Euro, Verbrauch ca. 5%
- Steine, von draußen, umsonst
- Sand, von draußen, umsonst
- Pappe, von Haribokartons von Aldi, umsonst
- Wasser, aus dem Hahn, nicht der Rede wert
Das sind geschätzte Materialkosten von ca. 1,22 Euro pro Flussmodul.
Werkzeug
- Bleistift
- Geodreieck
- Schere
- scharfes Messer
- Spachtel
- Gipsbecher
- diverse Pinsel, für jede Verwendung einen
- Stecknadeln
Wie gesagt, geht's beim nächsten mal mit passenden Brücken weiter. Ich freue mich schon auf Eure Kritik im Forum.
Gruß und Nice Dice
Rusus















