Rohan Burg von Delariand - Teil 5

Hätten einst die Verteidiger dieser Festung die Schlacht nicht nach ihrem mutigen Kampf gegen die von Osten hereinströmenden Horden Mordors notdürftig repariert, hätten diese den Rest wahrscheinlich ebenfalls dem Erdboden gleich gemacht.  Hier im 5. Teil möchte ich euch zeigen wie ich mir das vorgestelle.

Die Mauer

Um dies nun darzustellen musste für mich dieser Teil klare und harte Kampfspuren aufweisen. In einer Länge von 31cm und einer Breite von 4,8cm ist dieser Abschnitt hauptsächlich in der Breite größer ausgefallen als der Rest der Wehrmauer.

Der Grund liegt im Ausgleich, da ich mich im Vorsegment vermessen hatte (Nobody is perfect). Die Länge der Mauer sollte groß genug werden um das Zusatzmodell für dieses Mauerteil (die Schmiede und das Lagerhaus) nach Außen hin abzudecken.

In meinem Fall belief sich die Rohlänge auf 40cm. Der Aufbau der Mauer erfolgte in der gewohnten Weise. Nachdem die Mauer fertigt war, kamen jetzt die Schäden an die Reihe. 

Die Schäden

Zunächst einmal musste ich mir klar machen, wie weit die Mauer in einem halbwegs intaktem Zustand sein sollte und wie groß die verdeckte Schmiede ist.

Den Abbruch der Mauer schnitt ich in schräger Richtung nach unten hin ab. Im Mauerverlauf selbst wurden willkürlich Teile heraus geschnitten und gebrochen. Nachdem ich die Positionen und die Menge der Beschädigungen soweit fertig hatte, wurden die Bereiche mit Moltofill bearbeitet.

Die Bruchstücke werden großzügig mit Moltofill zugeschmiert. Lasst es nicht vollständig austrocknen, eher leicht anziehen, um das Material mit dem Schaber bearbeiten zu können. Da ihr das Moltofill recht unordentlich aufgetragen haben solltet, könnt ihr mit dem Schaber Steine heraus modellieren. Es muss ein bisschen Geduld und ein bisschen Formgefühl aufgebracht werden. Also nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Der Turm

Nach der Mauer (mit Verbesserung, noch mal ein Dankeschön an yapyap für sein Kommentar im Forum) machte ich mich an den Turm.

Die Arbeit mit dem Rundturm wollte ich mir dieses mal ersparen und so kam die quadratische Form zum Zuge.

In den Maßen von H 23cm, B 10cm und T 0,6cm schnitt ich insgesamt 8 Platten aus dem Selitron heraus. Jeweils 2 Platten für eine Wand. In der Höhe zum Mauerübergang, genau auf der Lauffläche der Mauer, wurden 4 Platten bis in diese Höhe zur Hälfte hin abgeschnitten. Weiterhin wurden 2 Platten in diesem Bereich vollständig abgetrennt um den Turm an die Mauer anzupassen.

Anschließend wurden die Fenster und Türbogen eingezeichnet und  ausgeschitten. Das Ganze wurde verleimt und das fehlende Stück im Bodenbereich wurde mit einer weiteren Platte, die vorher mit dem Bodenmuster versehen wurde, ausgeglichen.

Nach dem Trocknen machte ich mich an die Bruchstücke des Turms. Hierbei braucht ihr keine Messer. Wo rohe Kräfte sinnlos walten kann niemand mehr den Modeller halten. Die Bearbeitung der Bruchstücke mit Moltofill erfolgt genau wie bei der Mauer.

Zu guter letzt kam dann die Frage auf, ob der Ruinenturm noch einen wehrfähigen Zweck erhalten solle oder lediglich als zierendes Beiwerk zur Mauer sein Dasein fristen würde. Nach langem hin und her überlegen entschied ich mich für die erste Option.

Die Palisade

Das Einzige, was für mich in Frage kam, war eine Palisade mit Holzboden. Zunächst schnitt ich aus Balsaholz eine Platte zurecht, die dem Innendruchmesser des Turms entsprach. Anschließend zeichnete ich Muster (Holzbretter) auf. Um mir den Zuschnitt von Stützbalken zu ersparen, klebte ich einige Selitronreste an die Turminnenwände an die Stelle, an der sich der ursprüngliche Boden befunden haben könnte. Maßgeblich war hier eine Miniatur. Pi mal Daumen wurde der Boden in etwa in der Höhe der Füße der Miniatur angeklebt.

Nun kommen Schaschlickspieße ins Spiel. Aber zunächst sollte ich folgendes schreiben:

Vorsicht!

Der von mir hier verwendete Dremelaufsatz kann bei unsachgemäßem leichtfertigem Gebrauch zur leichten bis zur schweren Verletzungen führen. Materialien, die mit diesem Aufsatz bearbeitet werden, sollten fest fixiert sein (z.B. mit einem Schraubstock oder ähnlichem), um das Abrutschen oder Verkeilen des Sägeblattes oder Materials zu vermeiden.

Der Dremel besitzt kein Nothalt und was sägt, das sägt. Finger nicht in die Nähe des Blattes im Betrieb bringen. Nach Möglichkeit Schutzbrille tragen (empfohlen), da kleinere Teile nach dem Abtrennen unkontrolliert zu kleinen Geschossen werden können.

Die Spieße habe ich beim Anbringen an den Turm zunächst nicht zurecht geschnitten sondern im Ganzen auf die Mauer aufgesetzt und an der Kontaktfläche der Bodenplatte sowie dem Aufsetzpunkt der Mauer verleimt. Anschließend habe ich nach dem Trocknen die Überstände mit besagtem Dremelaufsatz so abgeschnitten, dass die Spieße mit der Plattform bündig abschlossen. Wie gesagt ist Vorsicht ratsam. Wer über keinen Dremel + Aufsatz verfügt, muss den längeren Weg gehen und Spieß für Spieß zurecht schneiden oder andere Methoden verwenden, die mir jetzt nicht bekannt sind.

Für den Aufbau auf der Palisade benutzte ich eine Schablone von Alan "Dagorlad" Harrison ( http://www.tabletop-hdr.de/Edoras-Teil-1-Die-Palisade-von-Dagorlad.167.0.html ), die für sein sehr gut gelungenes Mauerelement von Edoras verwendet wurde. Hier schnitt ich die Holzstücke (Spieße) in 3cm lange Stücke. Fertigt ruhig mehr als genügend an. Die Übriggebliebenen werden später noch Verwendung finden. Zu beiden Seiten hin der Stücke habe ich die Spitze zur Miete hin angeschrägt (spitz zulaufend) und anschließend mit Hilfe der Schablone zusammengeleimt. Ich bin so vorgegangen, dass ich die Hölzer vom Längsten ausgehend links und rechts bis zum kürzesten Stück zusammen gesetzt habe. Das Bild ähnelt dann einer Panflöte.

Nachdem das Ganze getrocknet war, legte ich das Stück wieder auf die Schablone, so dass der mittlere Balken deckungsgleich mit dem meiner Vorlage auflag. Mit einem Blechlineal wurde eine Linie gezogen an der die Überstände entfernt werden konnten. Hier sei gesagt, dass ich diesen Teil lediglich mit den Fingern fixieren konnte und abtrennte, da mir das gute Stück warscheinlich im Schraubstock auseinander gebrochen wäre. Im Nachhinein habe ich mir kleinere Zangen bei Plus (Schleichwerbung) besorgt mit denen ich spätere Fixierungen solcher Art vornehmen konnte.

Nachdem die Teile passend zurecht geschnitten waren, wurden sie ebenfalls wieder aufgeklebt und zusätzlich noch von Innen her mit einem ca.2mm dicken Holzstück versehen. Von Außen habe ich noch ein zurecht gefeiltes (um eine gerade Auflage Fläche zu erhalten) 6mm dickes Rundholz zur Abdeckung zwischen des Übergangs der Palisade und dem Aufbau verwendet. Ein paar Andeutungen von herausstehenden Querbalken (ebenfalls aus dem 6mm Rundholz) und fertig war die Palisade.

Fazit

Ich hoffe, dass euch auch der 5. Teil gefallen hat und ihr ein wenig Inspiration für eure Bauvorhaben finden konntet. Auf dem letzten Bild sieht man, dass ich einiges vergessen habe zu erklären. Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie gerne im Forum
Gruß, Euer

Delariand

Leserbewertung