Von Thomas "Turgor" Mattner und Sebastian "Maddrax" Wiese

 

Tja, nach einer Bauzeit die wohl ihresgleichen sucht (knapp ein Jahr, da ich 9 Monate beim Bund war und nur selten mal am Wochenende Zeit hatte) haben wir es endlich geschafft unser bisher größtes Projekt fertigzustellen : eine Helms Klamm Themenspielplatte!

Die Planungen dafür hatten schon im Mai/Juni letzten Jahres begonnen mit einer kleinen Skizze auf der ich einfach mal mit dem Gedanken gespielt hatte, wie denn wohl eine Helms Klamm Platte aussehen könnte, die sich möglichst nahe am Filmoriginal hält,

aber gleichzeitig eine größtmögliche "Spielbarkeit" gewährleistet. Schliesslich nützt die schönste Themenplatte nichts wenn man keinen Platz hat seine Minis zu bewegen. Allerdings wollte ich auch keine 2 x 2 Meter Platte bauen, mit der ich am ende nichtmal durch meine Kellertür passen würde :). Also probierte ich ein wenig herum bis ich mit meinem Entwurf so zufrieden war, dass ich mir überlegte das Ganze wirklich zu bauen.

Also rechnete ich mir im nächsten Schritt sämtliche Abmessungen der Platte aus, wie z.B. Höhe , Länge und Breite der gesamten Platte, aber auch einzelner Teile wie der Mauern, Treppen, Tore usw. Hierbei orientierte ich mich sehr an dem Helms Klamm von Games Workshop und schloss von der Höhe der Miniaturen auf Fotos im Regelbuch auf die Abmessungen. Danach brauchte ich nur noch eine Menge Baumaterialien und ein paar Leute die mir beim Basteln helfen wollten .

Die Unterstützung kam in erster Linie von Thomas, der mindestens genausoviel Arbeit in das Projekt gesteckt hat wie ich, aber auch unsere HdR- Mitspieler Steffen und Markus haben ihren Teil geleistet. Ausserdem stand uns Glorfunzel mehrere Abende mit Rat und auch Tat zur Seite (von ihm kam die Idee mit der Mauerstruktur durch Moltofill). Also erstmal danke an alle!

 

Und hier kommen jetzt noch besagte Baumaterialien :

- 3 ca. 120 x 60 cm grosse Styrodurplatten aus dem Baumarkt ca. 12 ?

- eine 1 cm dicke Styroporplatte  ca. 0,50 ?

- eine Menge Styroporabfälle vom Wertstoffhof  -gratis-

- Pappe in verschiedenen Stärken (von Kartons aus dem Supermarkt) -gratis-

- Eine Posterrolle, Durchmesser 5,5 cm/Länge 87 cm  ca. 2-3 ?

- Gips aus dem Baumarkt ca. 6 ?

- 1,5 - 2 kg Moltofill (Spachtelmasse für Innen)aus dem Baumarkt ca. 8 ?

- Mehrere Holzstäbchen von Mc Donalds  -gratis-

- Sand, kleine Steinchen usw. zum Dekorieren -gratis-

- Ein alter Pinsel   -gratis-

- 80 ml kristallklare Windowcolorfarbe ca. 4 ?

- 0,5 Liter Abtönfarbe in Schwarz und Weiss und Abtönfarbenkonzentrat in Braun ca. 13 ?

- ein wenig Grasstreu ca. 2 ?

- Heissklebepatronen ca. 5 ?

 

Ansonsten noch Kleber, Heissklebepistole, scharfes Bastelmesser, Schere, Pinsel usw. Bei den Kosten habe ich meistens immer etwas mehr angegeben, da ich die genauen Preise nicht mehr weiss.

Die eigentliche Anleitung geht leider nicht sehr ins Detail, da es einfach zu viel würde jeden Schritt genau zu beschreiben und von jedem Teil die Abmessungen anzugeben (selbst so wird es schon sehr umfangreich), aber ich werde mein bestes versuchen.

Als erstes kam die eigentliche Grundplatte dran, die wegen der Stabilität aus Styrodur sein sollte. Wir wollten die Platte in

2 Teile unterteilen , wobei auf dem größeren Teil die Hornburg mit den 2 Mauerringen stehen sollte, während auf dem kleineren

Teil der Klammwall mit dem Klammbach Platz finden sollte. Die grosse Platte misst 101 cm x 115 cm, die kleine 55 cm x  104 cm. Um uns den Bau etwas zu erleichtern und zu wissen was wohin kommt haben wir bevor wir richtig anfingen noch den Grundriss der Festung auf der Grundplatte aufgemalt.

Da wir mit der größeren Platte anfangen wollten, haben wir dort erstmal eine Rück- und Seitenwand aus Styroporresten und Styrodur angeklebt. Danach  haben wir die Front der Hornburg zusammengeklebt und uns dabei sehr am Modell von GW gehalten.

Sie besteht einfach aus einer Styrodurplatte in die wir erst die 5 Torbögen geschnitten und dann verschiedene Schichten Pappe aufgeklebt haben. In die unterste Schicht haben wir vorher noch die kleinen Bögen geschnitten die später die "Fensterbögen" darstellen sollten. Danach kam die leicht erhöhte Fläche vor der Hornburg dran, mit den Stufen die später in den Hof hinunter führen sollten. Hier haben wir alles aus 1 cm dickem Styropor hergestellt, das wir mit Heisskleber zusammengeklebt habe.

Heisskleber ist wie ich finde die beste Möglichkeit Styropor zu verkleben, da er innerhalb von Sekunden bombenfest hält (ich glaube wir haben so viel Heisskleber verbraucht, dass man sagen kann die Platte besteht 50:50 aus Styropor und Heisskleber :) ). Man muss nur aufpassen, dass das Styropor nicht schmilzt!

Die Stufen sind aus Styrodur, da es beim Schneiden nicht so leicht zerbricht wie Styropor. In die Rückwand haben wir noch den Torbogen geschnitten, in den später das Tor der Hornburg eingebaut werden sollte. Anschliessend klebten wir die Front der Hornburg knapp über den Treppenstufen auf. Das ganze Gebilde haben wir dann in der richtigen Höhe auf die Platte aufgeklebt.

Unter die Stufen die zur Hornburg hinaufführen haben wir eine dickere tyroporplatte geklebt, die später den Burghof darstellen sollte.

Dann kam der schwierigere Teil : Die Mauerringe . Da wir keinen Styroporschneider hatten konnten wir uns nicht einfach aus einem massiven Styroporstück einen Bogen herausschneiden, sondern mussten uns eine andere Methode ausdenken. Also haben wir zwei lange 1 cm starke Stücke Styropor genommen und sie in die Form gebogen, die wir haben wollten. Bis zu einem bestimmten Punkt geht das ganz gut und für unsere Zwecke hat es sehr gut funktioniert. Um das ganze zu fixieren haben wir die beiden Stücke mit einem Styrodurstück verbunden, das ungefähr so lang war wie später die Mauer breit werden sollte. So entstand eine Mauer die genau die Biegung hatte die wir brauchten. Da bis jetzt nur die Wände unserer Mauer standen haben wir oben noch Pappe aufgeklebt um die Mauer zu schliessen. Allerdings würde ich beim nächsten mal keine Pappe sondern Styropor nehmen, da sich die Pappe später gewellt hat als wir das feuchte Moltofill aufgetragen haben. Nachdem der innere Ring fertig war haben wir außen Pappe an die Mauer geklebt um eine Fläche zwischen den beiden Ringen zu bekommen auf der man später die Minis vom Tor zum Burghof hinaufbewegen kann.

Dann kam die äußere Mauer, die wir nach demselben Prinzip gebaut haben wie die innere, allerdings besteht sie aus 2 Teilen, die in der Mitte von der Torsektion verbunden sind. Das Tor wurde ebenfalls aus 1cm dicken Styroporteilen gebaut die mit Heisskleber geklebt wurden. Natürlich wurde auch die äußere Mauer und das Tor von oben mit Pappe zugeklebt. Dann haben wir durch die innere Mauer links einen grossen und rechts einen kleinen Durchgang geschnitten, durch die man den Innenhof betreten kann. Bei dem rechten Durchgang haben wir noch eine kleine Brücke aus Styrodur angebracht , die den Innenhof direkt mit der äußeren Mauer verbindet. Die Streben und Treppen auf der inneren Mauer haben wir aus Styrodur geschnitzt. An der äußeren Mauer haben wir links noch einen kleinen vorstehenden Turm angebaut und direkt daneben ein Stück Mauer, das den Übergang zum Klammwall bildet, ebenfalls alles aus 1cm starkem Styropor.

Das Grundgerüst der Festung stand damit schonmal, allerdings fehlte noch das Gebirge in das sie hereingebaut wurde. Also haben wir aus Styroporabfällen grobe, kantige Stücke ausgeschnitten und diese dann in verschiedenen Winkeln aneinander geklebt und so puzzleartig das Gebirge um die Festung herum aufgebaut, sodass möglichst viele Vertiefungen und Kanten entstanden. Auf dieselbe Weise entstanden auch die Felsen rechts und links vor der äußeren Mauer. Die Rampe vor dem Tor war auch relativ einfach. Sie besteht aus einem leicht gebogenen 1cm starken Styroporstück, und 2 weiteren Stücken die die Seiten der Rampe schliessen.

Da jetzt der Rohbau soweit stand, konnten wir anfangen das Styropor mit Gips zu überziehen um eine realistische Steinstruktur zu bekommen. Wir haben auch kleine Steinchen und Sand in den noch feuchten Gips gestreut. Dann kamen die Details, wie das leichte Anschrägen der Zinnen auf den Mauern und das Herausschneiden der Schießscharten. Danach wurde  noch die Front der Torsektion etwas verbessert indem sie mit Pappe verkleidet wurde und die 5 vorstehenden "Steindinger" (ich weiss nicht wie die heissen) angeklebt wurden. Außerdem wurde die Holzfront mit den 3 Schießscharten angebracht, die sich direkt über dem Tor befindet. Hier haben wir mit Mc Donalds Rührstäbchen aus Holz gearbeitet.

Damit war die Torsektion natürlich noch nicht fertig, da das wichtigste ja noch fehlte: das Tor selbst :). Hier haben wir besonders viel überlegt, da wir wollten, dass man es mit Hilfe eines Scharniers öffnen und schliessen kann. Das eigentliche Tor besteht aus mehreren übereinandergeklebten Pappschichten, die wir dann von beiden Seiten mit Rührstäbchen von Mc Donalds beklebt haben. Anschliessend haben wir dann noch mehrere gezackte Pappstücke auf das Holz geklebt, die später die Metallbeschläge darstellen sollten. Ich sage zwar die ganze Zeit "wir", aber eigentlich ist Markus ganz allein für den Bau des Tores zuständig gewesen. Nach einem "Unfall" mit lösungsmittelhaltigem Kleber auf Styropor, mehreren Neuanfängen und stundenlangem abschmirgeln, damit das Tor auch wirklich genau passte, waren das Haupttor und das Tor der Hornburg nach ca. 9 Monaten auch schon fertig. Vielen Dank also nochmal an Markus für diesen unermüdlichen Einsatz ;). Allerdings fehlte immer noch ein Scharnier. Also haben wir an die Außenkante jedes Torflügels zwei längliche Styrodurstücke geklebt, durch die jeweils ein Stück eines Zahnstochers gesteckt wurde, sodass der Zahnstocher oben und unten mehrere Millimeter aus dem Styrodur herausragte. Danach haben wir die überstehenden Zahnstocherspitzen einfach in kleine Styrodurblöcke gesteckt und alles, bis auf die Styrodurstücke durch die die Zahnstocher gebohrt waren, weil die sich ja bewegen sollten, fest mit der Torsektion verklebt. So lässt sich das Tor auf den Scharnieren bewegen, allerdings nur nach außen, und die Vorrichtung fällt kaum auf nachdem alles angemalt ist.

Bei der kleineren Platte wurde als erstes das Bachbett  für den Klammbach aus der Grundplatte herausgeschnitten und dann das Gebirge im Hintergrund auf dieselbe Weise gestaltet wie auf der ersten Platte, inklusive des Übergangs zu den Treppenstufen, die auf die äußere Mauer hinaufführen. Anschliessend wurden kleine Steinchen und Sand in das Bachbett geklebt und danach die ganze Platte mit Gips überzogen und ebenfalls wieder Steinchen und Sand aufgestreut.

Dann folgte der Wall, der wie schon die Mauern auf der grossen Platte, aus 1 cm dickem Styropor entstand und von oben mit Pappe zugedeckt wurde (schon wieder Pappe, die sich natürlich auch gewellt hat  :( ) .  In der Mitte wurde ein grosses Stück so gebaut, dass man es aus der Mauer herausnehmen kann und 2 zerstörte Mauerstücke dafür einsetzen kann, um den gesprengten Wall darzustellen.  Ausserdem wurde außen an der Mauer noch eine Zierleiste aus Pappe angebracht damit es nicht so langweilig aussieht und auch an eine Öffnung aus Styrodur  für  den  Klammbach wurde gedacht. 

Damit war auch die kleine Platte soweit fertig.

Um die kahlen Mauern optisch zu verbessern hatten wir vorgehabt kleine Papierrechtecke auszuschneiden und auf die Mauern zu kleben (wie bei GW) um Mauersteine darzustellen, aber irgendwie schien uns das zu aufwendig. Glorfunzel brachte uns aber mit seiner Rohanmauer auf eine gute Idee bei der er Moltofill verwendet hatte um eine realistische Mauerstruktur zu bekommen. Das Moltofill wird so mit Wasser vermischt, dass sich eine sehr dickflüssige Masse ergibt, die auf die Mauer aufgetragen und glattgestrichen wird (geht sehr gut mit einem angefeuchteten Finger). Anschließend kann man mit einem Zahnstocher die gewünschte Struktur in die Masse kratzen. Wichtig ist hierbei, dass man die Masse nicht zu dick aufträgt, da sonst kleine Wülste beim ritzen entstehen, die das ganze unsauber aussehen lassen. Im Endeffekt erwies sich das bei einer so großen Platte zwar als mindestens genauso aufwendig, da wir wirklich jeden Zentimeter Mauer und auch den Turm mit Moltofill bestrichen haben, aber dadurch wurden viele kleine Ungenauigkeiten in der Mauer verspachtelt und verschwanden, und am Ende war es die Mühe wert wie ich finde. Wenn man genau hinsieht, kann man sogar die kleine Geheimtür rechts vom Tor erkennen, die im Film von Aragorn und Gimli benutzt wird :).

Da die Mauern jetzt auch fertig waren konnten wir anfangen die Platte zu bemalen. Als erstes haben wir alles mit dünnflüssigen Schwarz grundiert und es vor allem in die Fugen der Mauerstruktur laufen lassen. Anschließend haben wir die Felsen und das Bachbett in einem dunklen Grau und die Mauern etwas heller bemalt. Danach wurde alles mit einem Hellgrau trocken gebürstet und an manchen Stellen ein bisschen Grün eingebracht um Moos darzustellen. Der Boden vor der Festung wurde erst Dunkelbraun bemalt und dann Hellbraun trocken gebürstet. Anschließend haben wir die Rück- und Seitenwände der Platte etwas  verschönert indem wir sie Schwarz bemalt haben. Um das Wasser im Klammbach darzustellen haben wir Windowcolorfarbe verwendet, die wir in mehreren Lagen in das Bachbett gegossen und ,nachdem sie trocken war, mit Klarlack versiegelt haben.

Das Schilf um den Bach und die Grasbüschel auf der Platte bestehen aus Pinselborsten, die in einen Tropfen Heisskleber gesteckt wurden und so auf der Platte kleben. Um das Ganze etwas grüner werden zu lassen kam an einigen Stellen auch noch etwas Grasstreu dazu.

Damit war unsere Platte dann endlich fertig und wir hatten so ziemlich alle unsere Ziele die wir vor dem Bau festgelegt

hatten erreicht. Man kann entweder nur um den Klammwall spielen oder nur den Kampf um die Hornburg, oder beide Platten

zusammenlegen und eine riesige Schlacht um die gesamte Festung spielen. Das Tor lässt sich per Scharnier öffnen und am

Klammwall lässt sich die Sprengung durch das herausnehmbare Mauerteil auch simulieren. Da der Turm abnehmbar ist, passt die Platte leicht durch jede Tür und lässt sich mehr oder weniger einfach transportieren. Durch die Moltofill Spachtelmasse bekommen die Mauern einen sehr realistischen und "alten" Look (bei GW hat mich vor allem gestört, das die Festung aussah wie ein Neubau obwohl sie ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat :) ). Außerdem wirkt die Festung im Vergleich zu den Figuren nicht zu klein, ohne aber gleich zu riesig zu sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit der Platte die Helms Klamm Szenarios aus dem HdR-Erweiterungsbuch "Belagerung von Gondor" sozusagen perfekt nachspielen kann, da es fast exakt dieselbe Platte ist wie in der Szenariobeschreibung vorgesehen. Auch was die Ausgaben für die Platte betrifft war ich am Ende sehr überrascht, denn wir hatten für das Baumaterial nicht einmal 50 ? ausgegeben. Das einzige was mich noch stört ist, dass wir noch keine Statuen für den Innenhof gefunden haben die Helm Hammerhand irgendwie ähneln. Naja, vielleicht kommt das noch :).

Falls ihr es geschafft habt alles bis hier hin zu lesen, hoffe ich ihr fandet es interessant oder hilfreich und wünsche euch viel Spass falls ihr die Platte nachbauen wollt.

 

Schreibt mir wie Euch unsere Platte gefällt

 

Euer Maddrax

 

 

 

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