Da ich zur Zeit auf einem Rohan-Trip bin, wollte ich meine bestehenden Rohan-Häuser noch um ein Haupthaus ergänzen. Mein großer Dank geht hier besonders an Mike Färber, der ja schon mal gezeigt hat, wie das geht. Von diesem Haus und von ein paar Screenshots aus dem Film habe ich meine Inspiration gezogen. Dieses Making of ... ist keine Schritt-für-Schritt-Bauanleitung, sondern zeigt eher die prägnanten Baustufen. Ein gewisses Maß an eigener Kreativität und vor allem Planung ist also ein Muss für den Nachbau.

 

1. Der Rohbau (von vorne)

Mein Haupthaus sollte auf einem Hügel stehen, der über zwei Treppen zu ersteigen ist. Die Bereiche um diese Treppen sollten in Mauerstruktur (Bruchstein) und die restlichen Teile des Hügel als Grasbewachsene Felsen gestaltet sein. Ich wählte ein 50mm dicke Fliederplatte (z.B. Styrodur, Jackodur) als Grundlage. Diese habe ich mit einem Messer in Form geschnitten

 

2. Der Rohbau (von hinten)

Das Haus sollte aus einem großen Haupttrakt bestehen, bei dem die Eingangstür etwas zurückgesetzt ist. Daran an- bzw. eingebaut ein Wachturm mit abnehmbaren Dach und ein kleinerer Anbau, ebenfalls mit Eingang. Die Türen sollten praktischerweise direkt an den Treppen liegen. Ich habe alle Wände aus Pappe (Deckel von Haribo-Kartons von Aldi) geschnitten und mit Krebband (Malerkreb) zusammengeklebt. Das ist erstmal ein sehr wackelige Angelegenheit. Die Wände habe ich dann auf den Hügel geklebt. Um den Rohbau zu stabilisieren habe ich in die Ecken kleine Fliederklötze geklebt. Diese müssen aber rechtwinklig sein. Während des Trocknens des Klebers habe ich die Klötze mit Zahnstochern stabilisiert.

 

3. Die Wände

Der nächste Schritt war, alle Wände mit Holzstreifen zu bekleben. Ich verwende dazu Obstkisten vom Wochenmarkt, die ich mit einer Dekupiersäge in dünne Streifen schneide. Wenn sie zu dick sind, spalte ich sie noch. Wenn die Streifen nicht gerade sind, macht überhaupt nichts. Dann wird's eben rustikal. Fenster- und Türöffnungen habe ich vorsorglich schon mal frei gelassen.

 

4. Die Details

Auch aus Obstkistenholz habe ich diverse Details hinzu gefügt: Fensterbänke, Balken über der Tür, die Fensterläden (von Innen hinein geklebt) und diverse Zierleisten/-balken. Das Base habe ich in den Bereichen an den Türen in Bruchsteinoptik gestaltet, indem ich mit dem Griffel unregelmäßige Fugen eingeritzt habe. Vor dem Haupteingang habe ich zwei Pferdeköpfe in das Base geritzt.

 

5. Die Textur

Rund um das Haus und an allen Stellen an denen nachher Erde bzw. Steine zu sehen sein sollten, habe ich Leim-Wasser-Gemisch aufgepinselt und groben Sand drübergestreut. Nach dem Trocknen wurde der überschüssige Sand abgeklopft und das Ganze nochmal mit dem Leim-Wasser überpinselt.

Am Ende habe ich alle nicht texturiereten Teile des Base mit Modellgras beklebt.

6. Die Grundierung

Zur Grundierung ist nicht viel zu sagen. Alle Holzteile dunkelbraun (ca. Scorched Brown) und alle Stein- bzw. Felspassagen schwarz (ca. Chaos Black). Zum Bemalen benuzte ich ausschließlich Abtönfarben.

 

7. Das Trockenbürsten

Diese Technik wurde schon an anderer Stelle erklärt, also beschränke ich mich auf die Farbwahl. Die Holzteile wurden mit Mittelbraun (ca. Bestial Brown) und dann mit Hellbraun bzw. Beige (ca. Bleached Bone) trockengebürstet. Für die Felsen bzw. Steine verwendete ich ein mittleres Grau (ca. Codex Grey).

 

8. Die Dachpappe

Die Dachflächen wurde aus Pappe ausgeschnitten und aufgeklebt. Beim Anbau muss man etwas friemeln bis der Übergang zum Hauptdach passt. Man sollte die Dachpappen erst aufkleben, wenn man sie wirklich passgenau geschnitten hat. Zur Fixierung habe ich mit Gummiringen gearbeit.

 

9. Das Dach

Die Dachflächen sind als Reetdach gestaltet. Ich habe ein altes Frotteehandtuch und Streifen geschnitten und diese überlappend auf die Dachpappe geklebt. Dann habe ich das ganze Dach mit dem Leim-Wasser eingepinselt und mit einer alten Zahnbürste nach oben gebürstet. Das Dach wird durch die nasse Pappe jetzt recht labberich, aber dadruch kann man es in eine schöne unregelmäßige Form bringen. Nachdem das Leim-Wasser "an"getrocknet ist, habe ich das ganze nochmal eingepinselt und diesmal nach unten gebürstet. Jetzt muss das Dach erstmal komplett durchtrocknen. Diese Technik habe ich SirBHorn abgeguckt/abgelesen, dem ich dafür herzlich danken möchte.

Die Bemalung erfolgte mit einer dunkelbraunen (ca. Scorched Brown) Grundierung, die von einer mittelbraunen (ca. Bestial Brown) und einer blassgelben (ca. Mischung aus Sunburst Yellow und Bleached Bone) Trockenbürsten gefolgt wurde.

Die Balken an den Giebeln sind wieder aus den bekannten Obskisten ausgesägt, angeklebt und wie die anderen Holzteile bemalt.

 

10. Das fertige Haus

Jetzt ist das Haus fertig zum Spielen. Wenn auch nicht die Goldene Halle, so könnte dies aber durchaus das Haupthaus von z.B. Erkenbrand sein.

 

Und jetzt kommt noch die Materialverbrauchsliste:

  • Styrodur, 50mm stark, Kosten einer Platte ca. 5,50 Euro, Verbrauch ca. 30 %
  • Kleber, lösungsmittelfrei, Kosten einer Flasche ca. 2,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
  • ein paar Zahnstocher, nicht der Rede wert
  • Pappe, Deckel von Haribo-Karons von Aldi, umsonst
  • Sand, von draussen
  • Holzleim, Kosten einer 1-Liter-Flasche ca. 15,00 Euro, Verbrauch ca. 5 %
  • Holz, aus Obstkisten vom Wochenmark, umsonst
  • Abtönfarbe: schwarz, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 5 %
  • Abtönfarbe: braun, Kosten einer 500-ml-Flasche ca. 4,00 Euro, Verbrauch ca. 10 %
  • Dispersionsfarbe: weiss, Kosten eines 10-l-Eimers ca. 5,00 Euro, Verbrauch ca. 1%
  • ein altes Frotteehandtuch, muss organisiert werden bzw. gibt's günstig in Ramschläden
  • Elektrostatisches Gras, Kosten eines kleinen Beutels ca. 1,50 Euro, Verbrauch ca. 10 %

 

Gesamtkosten des effektiv verbrauchten Materials: 3,40 Euro

 

Und die Werkzeugliste (des von mir verwendeten Werkzeugs):

  • Bleistift
  • Papier
  • Geodreieck
  • Schere
  • scharfes Messer
  • Stahllineal
  • Dekupiersäge
  • Griffel
  • Gummiringe
  • diverse Pinsel in verschiedenen Stärken (am besten für jede Verwendung einen eigenen

 

Ich hoffe, das Tutorial war einigermaßen verständlich und wünsche Euch viel Erfolg beim Selberbauen.

 

Gruß und Nice Dice

Rusus

 

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