Rezension "Königliche Wache von Rohan" von Tankred

Endlich sind sie im Handel erhältlich: Die königliche Wache von Rohan. Erfahrt hier einiges, was bei diesem neuen Truppentyp interessant ist.

Bild: Games Workshop

Zunächst einmal möchte ich auf die Figuren eingehen: Wenn man die Blister öffnet, wird man von einer Sache erst einmal begeistert sein: Zu jeder Figur werden zwei alternative Waffenarme geliefert. Hurra, endlich Material zum Umbauen. Bei der berittenen Garde sind die Waffen ohne Hände gegossen! Die Gardisten zu Fuß enthalten Waffen mit dazugehörigem Arm.

Da die Waffen zu den Kriegern von Rohan passen, sollten Umbauten in Zukunft sehr leicht zu realisieren sein. Das lässt für die Zukunft hoffen.

Für die königliche Wache zu Fuß gibt es zwar 2 verschiedene Arme mit Speeren, aber offensichtlich nur eine Pose für den Schwertarm. Es sollte aber kein Problem sein, mehrere Posen beim Zusammenkleben zu gestalten. Die Figuren der Infanteristen selbst sind nur in einer Pose erhältlich. Das ist etwas schade, kann durch die verschiedenen Waffen aber verschleiert werden.

Die berittenen scheint es in mehreren Posen zu geben, zur Zeit liegt mir nur eine vor. Auf der amerikanischen GW Seite zähle ich vier verschiedene Posen.

Die Figuren sind hervorragend modelliert, sie haben sehr schön fallende Umhänge, einen stolzen Helm, insbesondere die Schilde machen etwas her. Mir ist nur aufgefallen, dass einige Schilde ziemlich verbogen aus der Form gekommen sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schilde so modelliert wurden.

Die Figuren fallen etwas größer aus, als die Krieger von Rohan in Plastik, sind aber in der Größe identisch mit den Helden von Rohan. Hier ist also nicht der gleiche Fehler gemacht worden wie bei den Waldläufern von Gondor.

Die Rüstung der Garde passt hervorragend zur Miniatur von Gamling. Da er der Anführer der Garde ist, macht das natürlich Sinn, wird aber auch optisch ideal passen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die bemalten Garden in meiner Armee machen werden.

Eine Bemalanleitung gibt es bislang noch nicht, allerdings finden sich im White Dwarf Nr. 89 bei der Anleitung zur Miniatur Gimli und Legolas beritten, große Bilder der Garde. Die Figuren sind aufgrund der vielen Details sicher etwas für Fortgeschrittene.

Mit der erhöhten Kampfkraft von 4 ziehen die Wachen mit den gefürchteten Uruk-hai gleich. Seit der Regel-Änderung im multiplen Nahkampf, die besagt, dass bei gleichstand des Würfelwurfes die Seite mit der höchsten Kampfkraft gewinnt, ist dieser Wert äußerst wichtig geworden. Insbesondere in Szenarien mit vielen Figuren und dadurch mit vielen multiplen Nahkämpfen sind Minis mit hoher Kampfkraft sehr wertvoll.

Durch die niedrigere Stärke entsteht den Wachen gegenüber den Uruk-hai ein kleiner Nachteil: Uruk-hai werfen auf die 5 um eine Wache zu beseitigen, Gardisten werfen auf die 6 um einen Diener Sarumans in die Schranken zu weisen. Dieser Nachteil sollte aber durch die geringeren Kosten von 9 Punkten für eine Wache ausgeglichen sein. Immerhin kommen die Wachen ebenfalls mit einer schweren Rüstung daher.

Neben den Szenarien wie zum Beispiel "Theoden greift an", kann man die königliche Wache sehr gut einsetzen, um den Armeen Isengarts zu begegnen: Im oben genannten White Dwarf Nr. 89 ist ein interessanter Artikel zu den Taktiken der Armeen Sarumans. Darin wird empfohlen eine 3 Figuren tiefe Schlachtreihe aus Urukhais mit Schwert und Schild und Pikenträgern mit billigen Orks und Dunländern im Rücken aufzustellen. Bei gegnerischem Kontakt blockieren Orks und Dunländer über die Flanke wichtige Kontrollzonen und geben den Uruks Platz zum Agieren. Das ist eine gute Tatkik. Wenn man allerdings die Schlachtreihe der Rohirrim zu Fuß stellenweise mit Wachen verstärkt, kann man sicherlich die geballte Macht der Uruk-hai Angriffe aufhalten. Zwar kann es durch die Piken drei Angriffe geben, aber Rohirrim können mit einem Schildblock oft das schlimmste verhindern. Wenn man gegen drei Uruk-hai in einem multiplen Nahkampf mit zwei Rohirrim antreten muss, ist es einfach super, wenn man eine Wache dabei hat. Bei 2 bzw 4 Würfen wenn man Schildblock macht, kann schon mal eine 6 dabei sein. Und dann macht sich die Wache bezahlt: Normalerweise haben die Uruk-hai automatisch gegen Menschen gewonnen, wenn sie eine 6 Würfeln, bei Wachen bedeutet das Gleichstand.

Meiner Meinung nach ist mit den Werten genau das erreicht worden, was eine Elitetruppe ausmacht: Sie ist etwas besser als die Kerntruppe, kann es mit den relativ teuren Uruk-hai aufnehmen, kommt aber nicht mit übermäßigen Kosten daher. Weiterhin wird den Hauptmännern durch diese Werte nicht die Show gestolen.

Das gleiche gilt natürlich für die berittenen Wachen. Hier ist nur wichtig zu beachten, dass berittene wachen deshalb sehr wertvoll sind, da Reiter hauptsächlich alleine einen kampf gegen mehrere Infanteristen bestreiten. Hier macht sich die höhere Kampfkraft doppelt bezahlt. Man sollte allerdings abwägen, wie viele Garden man aufstellt. Noch wichtiger als Elite Reiter sind Hauptmänner, die die Kavallerie aus brenzlichen Situationen mit einer heroischen Bewegung herausmanövrieren können. Siehe dazu auch die Rezension der Wargreiter.

Wie immer muss man sich beim Aufstellen der eigenen Armee immer überlegen, wieviele teure Zinnminiaturen man kauft. Im Falle der Wache reichen schon ein paar aus, um die Schlachtreihe der Rohaninfanterie standhafter zu machen und die Kavallerie in eine schlagfertige schnelle Truppe aufzuwerten.

Fazit

Wer eine Rohan-Armee aufbaut, freut sich über die neuen Wachen: Mit einem eindrucksvollen Äußeren dürften die Wachen böse Spieler beeindrucken und vorsichtiger agieren lassen. Die Werte der Wache schließen eine klaffende Lücke in der Armee der Rohirrim zwischen Kerntruppen und Hauptleuten. Sie bringen mehr Standfestigkeit und Schlagkraft in die Truppen und sollten in die Armee eingestreut werden. Wer es nicht lassen kann, kann sich natürlich eine Kompanie aufstellen, das sieht zumindest toll aus.

Euer Tankred