Bauanleitung für einen Mûmakil - Teil I

Die folgende Bauanleitung ist eher etwas für fortgeschrittenere und erfahrenere Konstrukteure und erfordert viel Zeit und Geduld.

Ich habe versucht einen Weg zu finden einen Olifanten billig und möglichst spieltauglich nachzubauen. Und in der Tat, viel braucht Ihr für ein Mûmakil nicht:

    • zwei Tennisbälle
    • Tapetenkleister
    • Klopapier
    • ein bis zwei Packungen Greenstuff
    • Plastilin (eine Knetmasse die beim Erhitzen aushärtet)
    • ein Stück Karton
    • ein paar alte Stifte

Das Grundgestell

Wir können also damit beginnen einen der Tennisbälle vom Volumen her etwas zu vergrößern. Dazu macht Ihr aus dem Kleister und dem Klopapier Pappmache, welches Ihr um den Ball tapeziert! Der Ball muss einen Zentimeter dicker werden.

Die beiden Bälle klebt Ihr nun mit dem Karton zusammen, sodass eine Art Birne entsteht: Vorne der größere Ball, hinten der kleinere und unberührte Tennisball und dazwischen, der zu einem Rohr gebogene, Karton, an dem Ihr die Bälle festklebt.

Dann müsst Ihr den Körper mit Pappmache austapezieren. Wenn Ihr fertig seid könnt Ihr es mit einem Föhn trocknen oder über die Nacht stehen lassen.

Nun werden die Beine mit den alten Stiften angeklebt. Nehmt etwas von eurer Knetmasse, um das Bein mit dem Körper zu verbinden.Beachtet, dass Ihr Euch jetzt entscheiden müsst, wie die Pose des Mûmakils werden soll: gehend, stehend oder gar laufend.

Wenn das erste Bein mit der Knete klebt, lasst die Knete aushärten. Danach verkleidet Ihr das Bein noch mit einer 3 mm dünnen Schicht Pappmache.

Wenn alles trocken und hart ist, könnt Ihr das nächste Bein ankleben. Achtet darauf, dass Ihr nicht alle Beine gleichzeitig befestigt. Das Gestell würde nicht stehen und vermutlich alles in einer feuchten Masse zusammenfallen! 

Das Grundgestell ist hiermit fertig.

Der Körper

Hier beginnt der schwierige Teil des Formens mit der Knetmasse. Ich benutze rotes und gelbes Plastilin,  es lässt sich sehr gut formen und ist mit fast jeder Art von Kleber verträglich ohne irgendwelche Schäden davon zu tragen.

Das wichtigste beim Modellieren des Körpers und der Beine ist sich ein bisschen den Knochenbau  und die Hautform solcher Tiere (z.B. Elefanten) anzusehen:

Elefanten haben einen dicken Bauch, doch die Olifanten sind viel muskulöser und haben einen etwas aufrechteren Gang. Ihr Vorderkörper ist breit und stark, während ihr Hinterteil etwas zusammen geht.

Bei den Beinen muss vor allem die Beinmuskulatur zum Vorschein kommen. Sehr wichtig ist auch die Wirbelsäule, sie ist zwar einfach zu modellieren, doch ist sie einer der wichtigsten Bestandteile am Aussehen der Olifanten.

Außerdem haben diese Tiere viele Falten, bei den Gelenken, zwischen Körper und Bein, am Bauch, am Hals und am Schwanz.

Es erfordert viel Übung dies alles gut darstellen zu können, und da es auch mein erstes Mal war, so etwas großes zu bauen, war ich doch überrascht, dass es mir recht gut gelungen war!

Falten lassen sich am besten mit einem kleinen Messer modellieren. Macht einen Schlitz ( z.B. bei den Knien) mit der stumpfen Seite des Messers in die Knetmasse rein und rundet ihn auf beiden Seiten schön ab sodass es nicht zu aufgeschlitzt aussieht!

Versucht mehrere Falten zu gestalten, die wiederum in andere Falten übergehen, so wirkt das Ganze realistischer!

Macht nicht zu viele Falten, und achtet auch auf die Länge, sie sollten recht lang und geschwungen sein.

Ich habe die Füße eines alten Spielzeugelefanten abgeschnitten und hier eingebaut.

Die Knete wurde leicht mit Kleister angefeuchtet, um einen schönen Übergang zu erzielen. Einfach mit dem Messer glatt streichen und hart werden lassen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man Elefantenfüße auch leicht selber aus Knete machen kann. Es lässt sich schwer beschreiben, aber wenn Ihr es schafft einen Mûmak zu bauen, werdet Ihr es an Hand einer Vorlage auch schaffen einen Elefantenfuß hinzukriegen!

Nach jedem Arbeitsschritt, solltet Ihr das Ganze aushärten lassen. Das Plastilin wird durchs erwärmen hart. Dafür hielt ich es einfach über eine Kerze, anstatt es stundenlang im Ofen brutzeln zu lassen.

Den Schwanz könnt Ihr vorerst noch mal weglassen. Beachtet, dass er mit der Wirbelsäule verschmelzen muss.

Wenn Ihr den Schwanz erst ganz am Schluss dazu modelliert, besteht keine Gefahr, dass er während der Konstruktion abbricht.

Wenn nun Wirbelsäule, Beine, Falten und jegliche Muskulatur fertig gestellt ist, geht noch mal davon aus dass auch wirklich alles ausgehärtet und unverformbar ist! Dann könnt Ihr nun mit dem Kopf beginnen!

Der Kopf

Hier beginnt der schwierigste Teil, für den man viel Geduld braucht. Ich habe gut eine Woche versucht und probiert die passende Form hinzukriegen. Dafür habe ich immer wieder andere Techniken ausprobiert und bin schließlich zu dieser Methode gekommen:

Ich habe zuerst einen Klumpen Plastilin gehärtet, und diesen dann mit Pappmache zu einem Mûmak Kopf geformt.  Oben etwas dicker aufgrund des kleinen, aber doch vorhandenen, Hirns und unten etwas flach aber breit, dort wo sich die oberen Stoßzähne befinden.

Am Anfang muss man etwas Kleister auf den Rohkopf schmieren. Dann folgt das Plastilin auf den Kleister und man kann beginnen die Schädelstrukturen mit beiden Daumen oder den Zeigefingern zu formen.

Beginnt zuerst mit dem Schädel. Wenn Ihr mit der Form zufrieden seid, folgen der Ursprung des Rüssels und die Ausläufer des oberen Stoßzähnepaars. 

Dazu müsst Ihr den Rüssel leicht von den Stoßzahnsektionen anheben, so dass eine Fuge zwischen Stoßzahnursprung und Rüssel zu erkennen ist. Die Stoßzahnursprünge formt Ihr einfach schön rund. Um es zu glätten, verwendet Ihr einfach etwas Kleister auf der Knete und verstreicht diesen gut!

Nehmt für den Unterkiefer ein neues Stück Knete. Der Unterkiefer hat an den Auslaufseiten zwei Stoßzähne, welche Ihr auf die selbe Art gestaltet wie zuvor beschrieben.

Ihr könnt in der Mitte, beim Mund eine kleine Spitze formen. Dieses spitze Mundende ist typisch für einen Elefanten oder Mûmak!

Beginnt damit das Stück Knete platt zu drücken, und es vorne auseinander zu formen. Danach formt Ihr die Stoßzahnöffnungen auf beiden Seiten rund. In der Öffnung solltet Ihr die Mulde so formen, dass Ihr später keine Schwierigkeiten habt einen Stoßzahn hineinzukleben. Dann könnt Ihr im Inneren des Mundes noch etwas Details anbringen. Wenn Ihr soweit seid, fügt das Ganze unten vorsichtig an und formt auch gleich die Backen dazu. Um die Backen vom Hals zu unterschieden, hebt sie einfach ein wenig hervor.

Die Augenhöhlen könnt Ihr einfach unter der Hirnplatte anbringen, in dem Ihr unten noch einen Streifen Knete hinzufügt und ihn schön einbaut. Dann könnt Ihr das Ganze hinten noch etwas verschönern, indem Ihr diesen Streifen mit der Schädeldecke verschmelzen lässt und einformt.

Nun müsst Ihr alles aushärten lassen. Den schwierigsten Teil habt Ihr jetzt geschafft und die folgenden Schritte sind alle ganz simpel und nicht schwer.

Damit der Olifant seinen Bösen Blick erhalten kann, braucht er zunächst mal Augen. Nehmt eine kleine Kugel Knete und klebt sie mit Kleister in die Augenhöhle.

Nehmt dazu keinen Sekundenkleber, denn das Kügelchen darf auf keinen Fall sofort hart werden. Gestaltet einen gute Übergang und beginnt langsam, in dem Ihr rund um das Auge mit einem kleinen Messer die Knete auseinander schiebt, ein Auge raus zu formen. Wenn Ihr wollt könnt Ihr noch versuchen ein Augenlied darüber zu legen, das muss aber nicht sein.

Wie es deutlich zu erkennen ist, habe ich eines gestaltet.

Die Ohren schneidet Ihr aus flach gerollter Knete aus, und rollt die obere Linie vorsichtig hoch. Mit dem Messer könnt Ihr ein bisschen Struktur einritzen. Wenn Ihr das Ohr anklebt und es ein bisschen faltet, sieht das ganz hübsch aus.

Die Ränder sollten natürlich und nicht abschnitten aussehen, spielt ein bisschen mit Eurer Kreativität und zerfledert das Ohr schön.

Dann klebt es mit Superkleber hinten an damit es schnell fest klebt und bringt es in eine beliebige Position zum Aushärten.

Nun könnt Ihr das kleinere Paar Stoßzähne anbringen. Formt ein Röhrchen und klebt es auf die dazugehörigen Ursprünge. Die Stoßzähne hab ich diesmal nicht aus Plastilin geformt, sondern aus Green Stuff, da es eine glatte Struktur benötigt. Das Plastilin wird beim Härten durch die Hitze etwas rau und uneben.

Die oberen Stoßzähne sind viel geschwungener, dicker und etwas größer. Für das dritte, kleine Paar nehmt Ihr einfach zwei, aus Greenstuff geformte, kleine Kegel und klebt sie mit Superkleber auf Ihren entsprechenden Platz.

Sie sollten alle halbwegs gut und genau reinpassen, also vor dem Härten des gesamten Stoßzahnes, solltet Ihr den oberen Teil erst der Mulde anpassen, und dann härten, so dass er besser hineinpasst!

Das letzte was euer Mûmakilkopf noch benötigt, ist ein dicker, pompöser Rüssel:

Bildet eine etwa 12 cm lange Wurst und formt sie oben und auf den Seiten Rechteckig, so dass ein länglicher Quader entsteht. Die Oberseite muldet Ihr ein bisschen ein, damit meine ich eine kleine Half-Pipe. Danach macht ein paar natürliche Schlitze mit der stumpfen Seite eures Messer rein. Am Rüssellende formt Ihr es zu einer Spitze zusammen und macht zwei Löcher mit einem Röhrchen von 2 mm Durchmesser hinein.

Das Rüssellende sollte deutlich durch ein plattes, spitz zusammengehendes Ende mit zwei Löchern zu erkennen sein. Dann kringelt es so ein, dass es sowohl realistisch, als auch euren Vorstellungen entsprechend angeklebt werden kann und härtet es.

Stiftet es, wie es auf dem Bild zu erkennen ist, und verwendet extra Knete, mit der Ihr einen schönen Übergang gestalten könnt.

Verwendet dafür am besten Greenstuff und Superkleber, damit der Rüssel wirklich fest sitzt und nicht abreisst oder abbricht.

Endlich! Der Kopf ist fertig! Eure gesamte Arbeit war hoffentlich ein Erfolg. 

Nun könnt Ihr Euer Werk bestaunen und jemand anderem vorführen.

Die Anleitung für das Zusammenbauen von Kopf und Körper muss ich erst noch schreiben, da mein Körper beim ersten mal zu klein geraten ist und ich noch einen neuen machen muss. Aber keine Sorge, es folgt bald der nächste Teil der Mûmakil-Anleitung mit der Anleitung für den Hals und Belagerungsturm. 

 

Ich hoffe Euch hat es gefallen und freue mich auf ein Feedback im Forum!

Euer Nino (MitDemLangemNamen)