Das Bemalen
So, jetzt kann es endlich losgehen. Die Figur und der Malplatz sind vorbereiten, du kannst beginnen sie zu bemalen. Was du beachten solltest:
Generelles
Bevor du den Pinsel in die Farbe tauchst, sieh dir deine Miniatur erst mal genau an. Überleg dir, wie du sie bemalen willst, welche Farben du für welche Objekte verwenden willst, usw. Am wichtigsten ist aber, dass du dir eine Reihenfolge überlegst, nach der du die Partien bemalen willst.
Am Besten fängst du mit den Partien an, die im ?Inneren? der Figur liegen. Denn beim Bemalen der Inneren Partien kommt es schon mal vor, dass Farbe auch auf die Äußeren Partien kommt, weil das Innere je nach Körperhaltung und Dynamik der Figur schwerer zu erreichen ist. Wenn du mit dem Äußeren beginnst und dich nach innen vorarbeitest, kann es also vorkommen, dass du bereits bemalte Fläche aus Versehen übermalst. Die dann notwendigen Korrekturarbeiten kannst du dir sparen, wenn du von innen nach außen arbeitest.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den du beachten solltest, ist die Konsistenz der Farbe. Zu dünn gewässerte Farbe deckt nur teilweise und schlecht(dieser Effekt kann aber teilweise durchaus so gewünscht sein), wo hingegen angetrocknete Farbe sich nicht gleichmässig verteilen lässt und so uneben oder unsauber aussieht. Bis du ein Gespür für die richtige Farbkonsistenz entwickelt hast, solltest du ein wenig mit den Farben experimentieren. Nun zu den eigentlichen Techniken des Figurenbemalens:
Die Miniatur auf das Bemalen vorbereiten
Nachdem du die Vorbereitungen an deinem Malplatz erledigt hast, musst du jetzt noch die Miniaturen vorbereiten. Darunter versteht man in erster Linie das Zusammen bauen, Entgraten und Grundieren der Miniaturen. Das Zusammenkleben der Miniaturen wird ausreichend in den Regelbüchern erklärt, auf das Entgraten und Grundieren will ich noch näher eingehen.
Es macht wenig Sinn nur eine Miniatur zu Entgraten und zu Grundieren, am Besten bereitest du deine Miniaturen in einem Aufschub vor. Ich persönlich bereite immer eine ganze Box vor, oder mindesten 5-8 Krieger, da sich der Aufwand sonst nicht lohnt.
Entfernen der Gussgrate
Da alle Miniaturen von GW gegossen werden, entstehen beim Gießen und zusammenfügen sogenannte Gussgrate. Du solltest die unschönen Streifen auf deiner Miniatur vorsichtig mit dem Skalpell oder der Minipfeile entfernen, da sie später auch unter mehreren Farbschichten noch zu sehen sind.
Damit eine Miniatur ein besonders schönes Aussehen hat, sollte natürlich das Entgraten sehr gewissenhaft von statten gehen. Es kann aber vorkommen, dass dich deine Miniatur trotz exzellenter Bemalung nicht zufrieden stellt, weil du am Anfang beim Zurechtbiegen oder Entgraten etwas nachlässig gewesen bist. Es gibt kaum etwas ärgerlicheres als eine Miniatur, die in stundenlanger Präzisionsarbeit bemalt wurde, aber wegen hervorstechender Gussgrate einfach schlecht aussieht.
Wenn du eine umwerfende Miniatur zu kreieren möchtest, dann erledige jeden Arbeitsschritt mit der notwendigen Sorgfalt. Lass dich nicht entmutigen, wenn du trotz stundenlanger Arbeit ein recht bescheidenes Ergebnis erzielst! Wir haben alle mal so angefangen, aber mit viel Übung und viel Sorgfalt und Konzentration kannst du dich in kürzester Zeit stark verbessern.
Grundieren
Damit die Farben auf dem Model besser haften, benutzt man eine Grundierung aus schwarzer oder weißer Farbe. Du kannst entweder mit dem Pinsel eine dünne Farbschicht auftragen, oder die zeit- und arbeitsparende Methode der Sprühgrundierung benutzen.
Allerdings kenne ich niemanden der seine Miniaturen von Hand grundiert, da die Sprühgrundierung einfach schneller und gleichmäßiger ist. In den Regelbüchern wird Anfängern eine weiße Grundierung empfohlen. Ich rate allerdings auch Anfänger zu einer schwarzen Grundierung, da sie viele Vorteile hat.
In erster Linie den, dass schwarz bereits eine Schattierung ist und du Ränder oder Vertiefungen einfach in der Grundierungsfarbe belassen kannst. Helle Farben decken auf schwarzer Grundierung zwar schlechter, aber das lässt sich durch mehrer Farbschichten, wie sie beim Akzentuieren sowieso verwendet werden, leicht beheben. Anfänger haben allerdings meistens das Problem noch nicht feinfüllig genug zu sein, um Ränder sauber zu ziehen. Es bleiben an den Kanten oder Rändern weiße Stellen zurück, die auch aus der Entfernung noch hervorstechend ?weiß leuchten?.
Bei einer schwarzen Grundierung fallen solche Stellen gar nicht auf, weil sie wie Schattierungen wirken. Daher verwende ich die weiße Grundierung nur für Modelle, die ausschließlich hellfarbig sind, wie Gandalf, der Weiße, Saruman, oder weiße Pferde.
Technik: Schattieren
Um einer Figur ein dreidimensionaleres Aussehen zu verleihen, werden Vertiefungen schattiert. Es gibt 2 mögliche Wege eine Schattierung zu erreichen:
1.Schattierung als Grundfarbe
Bei dieser Methode beginnst du mit dem dunkelsten Farbton, den du für die zu bemalende Fläche vorgesehen hast. Meistens ist das die normale Grundfarbe mit einer Portion Chaos Black. Mit dieser dunklen Grundfarbe bemalst du nun die gesamte Fläche, und lässt nur an den Rändern, wo Übergänge zu anderen Partien sind, eine schmalen Streifen schwarze Grundierung. Solche Ränder hat jede Figur an vielen Stellen, z .B.: Am Übergang von Hemd zur Jacke, Stiefel zur Hose, Gürtel zum Hemd, Armschoner oder Handschuh zum Ärmel. Dieser schwarze Rand hebt zusätzlich den Übergang hervor und vermeidet, dass die Partien wie ?aneinandergeklebt? aussehen.
Mit der dunklen Grundfläche kannst du bereits, bei gut deckender Farbe, nach einer Schicht zum Akzentuieren übergehen.
2.Schattierung als Vertiefung
Eine weniger verbreitete Methode ist das Schattieren der Vertiefungen. Du bemalst zu erst alles in der Grundfarbe(bis auf die Ränder (siehe Methode1)) und schattierst dann, indem du in die Grundfarbe kleine Mengen Chaos Black mischst und damit die Vertiefungen bemalst. Trage jede Schicht so auf, dass jeweils der Rand der vorherigen Farbschicht erhalten bleibt. Die Vertiefung verläuft weicherer, wenn du jedes Mal nur sehr wenig Chaos Black in die Grundfarbe mischst und dafür mehr Schichten aufträgst.
Ich persönlich benutze in den meisten Fälle die erste Methode, weil das Prinzip praktischer und schneller ist.
An dieser Stellen sollen auch die Inks noch mal erwähnt werden. Es geht anscheinend in manchen Kreisen die Meinung um, dass Inks eine Art Schattierungsfarbe wären. Man müsse einfach den verdünnten Ink über die zu schattierende Fläche geben, die Farbe verläuft dann in die Vertiefungen und fertig ist die Schattierung. Wer schon mal eine so schattierte Miniatur gesehen hat, der wird erkennen, dass das totaler Blödsinn ist. Inks sind hochkonzentrierte Farbe, die durch eine spezielle Beigabe trotz der Konzentration besonders flüssig sind.
Allerdings glänzt eine getrockneter Ink viel stärker als normale Farbe und verteilt sich auf Großflächen immer fleckig. Zwar hebt Mattlack später den Glanzeffekt teilweise wieder auf, aber die unschönen Flecken bleiben. Inks sollten daher nur zum Tuschen von Metallteilen oder stark strukturierten Oberflachen benutzt werden, wie Felle oder Harre. Ich empfehle, Inks niemals zum Schattieren von Großflächen wie Mänteln oder, noch schlimmer, Pferdekörpern zu verwenden(leider hab ich solche Kreationen schon gesehen...). Ich empfehle, dass du das Inken am Besten an einem billigen Plastikmodel übst, da Inken auch schon mehr in den Bereich Fortgeschrittenes gehört.
Technik: Akzentuieren
Die hohe Kunst des Bemalens, die über das Aussehen deiner Miniatur massgeblich entscheidet, ist ein gelungener Akzent. Akzentuieren ist eigentlich umgekehrtes Schattieren. Du nimmst eine hellere Farbe oder fügst in die Grundfarbe einen Aufheller hinzu und bemalst damit nicht die Vertiefungen sondern die Erhebungen. Was für die Farbe, die du gerade benutzt, der passende Aufheller ist, hängt von der Grundfarbe, aber auch von der Richtung in die der Akzent gehen soll ab.
Braun- und Grüntöne werden meistens mit Bleached Bone aufgehellt. Blau-, rot- und Grautöne werden durch Skull White aufgehellt. Hauttöne können mit Elben Hautfarbe aufgehellt werden, während Metallfarben nur sehr schlecht aufgehellt werden können, so dass du zu einer helleren Metallfarbe greifen solltest. Trage die aufgehellte Farbe immer so auf, dass ein Rand der darunter liegenden Farbe erhalten bleibt.
Ein weicher Akzent kommt durch zustande, wenn du nur langsam die Menge des Aufhellers erhöhst und dafür mehr Schichten mit dünneren Rändern malst. Näheres dazu und praktische Anleitungen findest du unter ?Details und Feinheiten?.
Technik: Trockenbürsten
Ein weit verbreitete Technik zum Akzentuieren von grobkonturigen Objekte, wie Kettenhemden, Plattenpanzer oder zum Bemalen betont ungleichmäßiger Objekte, wie Felsen, Steine und grober Uruk-Hai oder Goblinrüstungen. Zum Trockenbürsten (engl. drybrushing) verwendest du am Besten einen Drybrush.
Das GW Regelbuch erklärt das Trockenbürsten eigentlich ganz gut, aber ich erklär es hier trotzdem noch mal im Detail. Zuerst solltest du die Farbe etwas antrocknen lassen, da die Farbe später auf dem Objekt nicht mehr in die Vertiefungen laufen darf. Nimm Farbe auf deinen Pinsel und streiche sie auf einem Taschentuch oder einem Stück Küchenrolle ab. Wenn nur noch eine hauchdünne Farbschicht auf dem Taschentuch zurück bleibt, streiche mit dem Pinsel über die zu bemalende Kontur, und du wirst sehen, dass die Farbe nur auf den Erhebungen zurückbleibt.
Streiche am Anfang behutsam, wenn die meiste Farbe des Pinsels verbraucht ist auch ein wenig kräftiger über die Kontur. Das Trockenbürsten erspart dir z. B. die Arbeit, alle Konturen eines Kettenhemdes von Hand nachzuziehen. Außerdem findet das Trockenbürsten beim Geländebau und bei der Basegestaltung vielfach Verwendung. Ein praktisches Beispiel findest du ebenfalls unter ?Feinheiten und Details?.
Feinheiten und Details
Um den Look deiner Miniaturen zu verbessern und echte Kunstwerke aus ihnen zu machen, kannst du spezielle Details besonders betonen. Nun folgen Detailbeschreibungen und Beispiele für das Gesicht, Hände, ein Schwert, ein Kettenhemd und einen Umhang.
Das Gesicht
Das Gesicht und seine Mimik sind die Königsdisziplin für jeden Profimaler. Es erfordert höchste Präzision und Erfahrung. Es gibt auch unter den Profis nur wenige, die die Gesichter der Miniaturen jedes Mal einwandfrei hinkriegen. Auf jeden Fall gehört viel Übung und eine sehr ruhige Hand dazu.
Angefangen wird bei Gesicht wie bei allen anderen Flächen mit einer Grundfarbe. Für faltige Gesichter oder dunklerer Hautfarbe solltest du mit Dark Flesh oder Scorched Brown beginnen, Gesichter mit hellerer Haut werden zu erst mit einem Mix aus Darkflesh und Dwarf Flesh, oder bei sehr hellhäutigen Gesichtern(Elben) auch sofort mit reinem Dwarf Flesh bemalt.
Lasst euch nicht von den Bezeichnungen Dwarf und Elf verleiten, sie geben nur die Helligkeit an und sind keine Empfehlung als Grundfarben für entsprechende Miniaturen. Der erste Akzent für dunklere Gesichter ist Dwarf Flesh gemischt mit Dark Flesh. Damit bemalst du alles bis auf die Ränder des Gesichts und des Halses. Der nächste Akzent ist reines Dwarf Flesh. Bemale damit wieder alles bis auf die Ränder, die Augenhöhlen und die Nasenflügel.
Wenn du Augen malen willst, dann füge nun eine weiße Grundfläche in das Auge ein. Beachte, dass Augen nur bei den Modellen Sinn machen, die die Augen auch geöffnet haben. Die Miniaturen der ?Helden von Helms Klamm? -Box zum Beispiel kneifen fast alle ihre Augen zusammen. In diesem Fall und in dem Fall, das du keine Augen malen willst, solltest du die Augenhöhlen möglichst in einem der dunkleren Farbtöne belassen. Geöffneten Augen fügst du nun einen winzigen Punkt Chaos Black als Pupille hinzu. Dies ist für viele der schwierigste Moment bei Bemalen, da das Augen nur den Bruchteil eines Millimeters groß ist und da beim kleinsten Fehler schielende oder auseinanderblickende Augen das ganze Gesicht verschandeln.
Solltest du mit dem Auge nicht zufrieden sein, gehen einfach noch mal mit weiß drüber und versuche es erneut. Wie immer gilt: Übung macht den Meister. Der letzte Akzent für dunkle Gesichter ist Dwarf Flesh gemischt mit Elf Flesh. Damit bemale nur noch den Nasenrücken, die Wangenknochen, das Kinn, die Augenbrauen, die Augenlider und die Stirnfalten. Fertig ist eine Gesicht auf mindestens fortgeschrittenem Niveau. Für heller Gesichter verschiebe die Farbwahl jeweils um eins nach hinten und benutze als letzten Akzent reines Elf Flesh oder Elf Flesh mit ein wenig Skull White. Profis fügen dem Gesicht vor allem durch die Gestaltung der Mundwinkel und der Lippen eine der Körpersprache entsprechende Mimik hinzu. Zähne der Menschen und Elben werden mit Skull White vorsichtig bemalt, für Orks, Uruk-Hai, Goblins und Warge nimmst du am Besten vergilbendes Bleachend Bone. Als Grundhautfarbe für Uruk-Hai dient Dark Flesh, für Orks und Goblins Mischungen aus Grün- und Grautönen.

Hände
Schöne Hände oder Handschuhe sind vergleichsweise einfach zu malen. Für normale Hände nimmst du zuerst eine dunkle Grundfarbe (Dark Flesh oder Scorched Brown) und bemalst die gesamte Hand. Dann Akzentuierst du die gesamte Hand bis aus die Fingerzwischenräume und die Übergänge zu Ärmel mit Dwarf Flesh. Nun nur noch die Handfläche und die Fingergelenke mit Elf Flesh akzentuieren und fertig ist eine schöne Hand.
Manche Leute fügen gerne noch Fingernägel hinzu, dass finde ich allerdings persönlich eher kitschig. ?Oh, hat Aragorn aber schöne Fingernägeln...na, dass ihm die mal bei Uruk-Hai-Schlachten nicht abbrechen!? ? Nein, danke. Bei Handschuhen ist es das selbe, nur das du mit Chaos Black beginnen solltest und dann mit der Handschuhfarbe weiter akzentuierst.
Schwerter
Ich gehe mal von einem Standardschwert aus, wie es die Menschen tragen. Die Grundfarbe ist Gunbolt Metal gemischt mit wenig Chaos Black. Verdünne die Farbe etwas, damit die Farbschicht dünn und das Schwert hinterher glatt, glänzend und geschliffen-scharf aussieht. Bemale die Klinge und, wenn du das Heft ebenfalls in Silbermetall haben willst, auch das Heft.
Der erste Akzent ist dann Chainmail, damit bemalst du die Klingenkanten sowie die Kanten der Führungsrille im Schwert, sofern diese vorhanden ist, und das Heft. Der letzte Akzent ist Mithril Silver, damit akzentuierst du noch mal das Heft, die äußeren Klingenkanten und die Klingenspitze.
Die Technik lässt sich auch für die Klingen von Äxten und Speeren anwenden. Für eine blutverschmierte Klinge füge starkverdünnten Red Ink oder rote Farbe hinzu. Um ein altes Schwert zu erhalten, tusche das schwert mit einem Mix aus verdünntem Brown und Black Ink. Auch ein goldenes Heft ist meistens ganz nett anzusehen.

- Leider sind wegen des Glanzes die Akzente hier schwer zu erkennen
Kettenhemden
Grundiere das ganze Hemd mit verdünnter schwarzer Farbe. Lass etwas Gunbolt Metall leicht antrocknen, tauche den Pinsel ein und streiche den Großteil der Farbe am Taschentuch ab. Nun bürste leicht über das Kettenhemd, bis die gesamte Kettenstruktur eisern ist und die Zwischenräume schwarz verblieben sind.
Nun wieder holst du dies Schritt mit Chainmail gemischt mit Mithril Silver und bürstest damit eventuell erhobene Falten im Hemd. Optional kannst du den Hemdrand oder Hemdsaum mit Mithril Silver oder Gold auf normale Weise, keine Trockenbürsten, akzentuieren. Du erhältst dann bei Gold den schönen Effekt wie bei Theodens Plattenrock.

- Die Schuppenpanzer von Theoden und Gamling sowie Aragorns Kettenhemd
Umhang
Ich gehe von einem Umhang der Elben, die Haldir nach Helms Klamm begleiten, aus. Die Grundfarbe ist Regal Blue gemischt mit wenig Chaos Black. Dann werden die Falten mit Regal Blue und einem Hauch Chaos Black zum ersten Mal akzentuiert.
Der nächste Akzent ist reines Regal Blue, jeder weitere Akzent Regal Blue mit einer steigenden Menge Skull White. Mach die Schritte möglichst klein, dann fallen die Ränder weniger auf, der Übergang wird weicher. Je nach dem wie viel Zeit du hast, solltest du mindestens 4 Akzentschritte machen, nach oben sind die Grenzen im logischen Rahmen weites gehend offen.

- Ältere Miniaturen von mir, trotzdem schöne Umhänge
Spezielle Bemalanleitungen, auch ausführliche, findet ihr im Internet auf vielen Seiten, in Foren oder bei den Profis in dem Tabletop-Geschäft in deiner Nähe. Trau dich ruhig, Fragen an mich oder die Profis in den Foren zu mailen. Nach meiner Erfahrung helfen mindestens 95% Anfängern gerne weiter. In meinem Bekanntenkreis haben sich so schon Spielgruppen entwickelt.
Der Abschluss
Wenn du deine Figur fertig bemalt hast, solltest du erst einmal tief durchatmen, denn der schwierigste, zeitaufwändigste und anspruchsvollste Teil deiner Arbeit ist geschafft. Aber du kannst den Look deiner Miniaturen noch durch eine schöne Base aufwerten, und du solltest die Miniaturen noch mit Mattlack vor Beschädigungen schützen.
Die Base
Ein gelungen Base rundet eine schöne Miniatur ab und ist zudem nicht mal besonders schwer. Um effektiv zu Arbeiten solltest du Bases immer für einen ganzen Schwung Figuren gestalten.
Streiche zuerst mit einem alten Pinsel verdünnten Bastelleim auf die Oberseite der Base und lasse ihn 3-4 Minuten antrocknen. Sei vorsichtig, dass kein Leim an der Miniatur hängen bleibt (im Notfall mit einem angefeuchteten Pinsel abwaschen), denn gerade die Miniaturen mit langem Mantel sind da etwas schwieriger.
Nun tauche die Base in eine Mischung aus groben und feinem Sand. Klopfe den losen Sand vorsichtig ab und streich über größere Steine noch eine Schicht verdünnten Bastelleim. Dann lasse die Base 3-4 Stunden trocknen.
Nun bemalst du alle Steine mit Brown Ink für eine erdige Base und mit schwarz für eine steinig-felsige Base. Den Rand der Base kannst du nun mit einer Farbe deiner Wahl bemalen und wenn du willst, auch mit einem Muster verzieren. Nun bürste die Base für eine erdige Base zuerst mit einem Mix aus Snakebite Leather und einem Grauton, dann mit dem selben Mix aufgehellt durch Bleached Bone trocken. Nach dem Lackieren kannst du mit Bastelleim noch statisches Gras aufkleben , um die Base zu vollenden. Für besondere Figuren bauen Profis ganze Mini-Dioramen mit abgeschlagenen Gegnerköpfen, ganzen Feindesleichen, Pfeilen, Speere oder Schwerter, die im Boden stecken, oder Sträuchern und Pflanzen.
Das Lackieren
Das Lackieren ist vielleicht die heikelste Angelegenheit der ganzen Miniaturengestaltung. Den nun hast du Stunden in die Gestaltung deiner Miniatur investiert und kannst ihre Gesamterscheinung in wenigen Minuten zur Nichte machen. Von Glanzlack rate ich vollkommen ab, da eine glänzender Wollmantel, fettige Haut und Haare und glänzende Steine jedes Model verunstalten.
Aber auch nicht jeder Mattlack ist so matt, wie er verspricht. Ich finde auch den Lack von GW eher schlecht und rate zu einem Baumarktprodukt. Erkundige dich im Baumarkt, du mal eine Testfläche (nicht gleich eine Miniatur) sprühen darfst und sieh dir an, ob die Oberfläche nach dem Trockenen wirklich matt ist. Ist der Lack geeignet, übe dich zuhause zuerst an 0815-Goblins, etc. eine dünne gleichmässige Schicht zu sprühen, bevor du dich an deine Helden wagst.
In jedem Fall empfehle ich eine oder zwei dünne Schichten Lack. Solltest du mehr drauf sprühen, wirkt dass Modell sehr dick, was auf zahllosen Bildern im Internet zu sehen ist. Tu dir die Frustration von Hochglanz-Nazgul, -Pferden, -Orks und ?Helden nicht an, ich kenne leider jemanden, der sein Hobby wegen eines solchen Rückschlages aufgegeben hat.
Ohne Grenzen: Umbauten
Jede Figur ist einzigartig und jeder noch so blutige Anfänger ist ein Künstler. Da aber die Figuren der Film-Trilogie nachempfunden sind, bemalen fast alle Spieler und Sammler die Figuren sehr ähnlich. Nicht nur Profis wünschen sich da ein besonderes auffälliges und ausgefallenes Unikat zu besitzen. Das Umbauen beginnt. Was an Umbauten möglich ist, begrenzt lediglich dein Fantasie. Komplete Dioramen, neue Figuren, neue Posen, neue Bewaffnungen, diese Liste lässt sich endlos fortführen.
Was für Profis alles möglich ist, wirst du irgendwann selber mit Erstaunen feststellen, aber ein paar einfache Umbautipps will ich hier einfügen. Den Standartenträger aus dem Regelbuch will ich nicht mehr erwähnen, aber das Regelbuch gibt noch eine weitere Inspiration für einen einfachen Umbau: Das Austauschen der Waffenhände des Reiters von Rohan mit der Axt und dem mit dem Schwert.
Dieser Umbau ist kinderleicht, im Grunde reicht abschneiden und neu kleben völlig(Stiften kann man machen, muss aber nicht). Ein weiterer Vorteil für Anfänger isst, das ihr bei diesem Umbau keine Figurenteile übrigbehaltet. Später werdet ihr solche Überbleibsel, sogenannte Bits, sammeln um neue Figuren zu kreieren, für den Anfänger ist der Verlust einer Spielfigur aber eher ärgerlich.
Aus eigener Erfahrung muss ich eingestehen, dass ich am Anfang meines HdR-Tabletop Hobbies durch die schiere Anzahl von Umbaumöglichkeiten den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Wenn euch die Inspiration fehlt, dann lest als Inspiration noch mal die Bücher (wer das noch nie gelesen hat: ?Schäm dich?!), oder schaut euch die zahllosen Umbauten im Internet an. Keine Sorge, Nachmachen geht sowieso nicht, den niemand hat es bis jetzt geschafft eine Figur zu klonen.
Umbauen heißt aber auch nicht unbedingt nur anders zusammenbauen sondern auch einfach mal anders bemalen. Als Beispiel füge ich meinen ersten Umbau hier ein, der nun schon einige Zeit zurückliegt:
Korrumpierter Soldat von Gondor
Nach kleiner Schnitzarbeit und vollkommen ungewöhnlicher Bemalung wurde aus einem gestandenen Soldaten Gondors, der dem Willen des dunklen Herrschers Sauron erlegen war, ein Diener des Herrn der Ringe. Geschichtlich zwar nicht erwähnt, aber durchaus denkbar, das Sauron Soldaten des Feindes korrumpierte. Das Ergebnis meiner Umbauarbeit gefiel mir so gut, dass ich gleich eine zweite Figur gestaltet habe.

- Einfacher Umbau, kleine Schnitzarbeiten an Helm, Schwert und Schild, sowie ein neues Farbschema in rot, gold und schwarz.
Schlusswort
So, dass wars... 16 Seiten sind es geworden, einige Tage intensiver Arbeit und viel Ärger mit meiner Digitalkamera stecken nun in diesem Guide. Ich hoffe, dass die Mühe sich gelohnt hat, und dass dieser Guide dem einen oder anderen vielleicht weiterhilft. Für weitere Fragen, Lob oder Kritik stehe ich gerne zu Verfügung:
Rockster alias Sebastian Schaper s.schaper(at)arcor.de
Bei Notfällen oder dringenden Anfragen auch im ICQ Nr. 150946964
Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen und bin auch im Forum von www.tabletop-hdr.de und www.herr-der-ringe-tabletop.de öfters präsent.
Vielen Dank fürs Lesen und Tschüß, vielleicht auch ?Bis bald? (ein Guide für das Geländebauen ist in Planung)
Zum runden Abschluss noch einige von meinen Miniaturen:










