Ostlinge umbauen von Tankred
Als schwere Infantrie für meine Mordorarmee und als Sturmtruppe für Belagerungen habe ich mir einige Ostlinge zugelegt. Es existieren für Schwertträger und Helebardenträger nur jeweils zwei Posen. Inspiriert durch Finarfin und das GT begann ich meine Truppe zu planen. Auf den ersten Blick sollte man nicht erkennen, dass es zwei gleiche Miniaturen in der Ostlingtruppe gibt.
Benötigte Materialen
- Miniaturensäge (z.B. von Citadel)
- Minibohrer (z.B. von Citadel)
- kleine Feile
- Cutter bzw. Bastelmesser
- Green Stuff oder ähnliche Modelliermasse
- Draht
- diverse Modellierwerkzeuge
- Polystyrol Bastelplatten (gibt es im Bastelladen)
- Vaseline oder anderes Fett
Brutal werden: Umbau der Schwertträger
Eine Schwerträgerpose zeigt eine Miniatur, dessen Schwert am Bein anliegt. Mir lag viel daran, einen Schwerträger zu haben, der das Schild vor dem Körper trägt. Daher begann ich damit, das gesamte Schild und den Arm abzusägen.
Man kann das Schwert nicht so absägen, dass es hinterher noch zu gebrauchen ist. Daher habe ich die Klinge am Heft abgetrennt und stattdessen eine neue aus dem recht weichen Polystyrol geschnitzt. Das geht einfacher als es sich anhört.
Professionelle Miniaturendesigner nutzen übrigens Polystyrol, um Klingen zu gestalten. Auf diesem Bild sieht man sehr gut, wie detailliert man mit dem Material umgehen kann. Das Schnitzen geht wirklich leicht von der Hand, am schwierigsten ist es dabei, die Größe richtig zu wählen. Ein Problem, das wir von der ein oder anderen Minatur kennen (Ritter von Dol Amroth zu Fuß...).
Original und Fälschung
Hier der Vergleich der Ergebnisse. Auseinanderschneiden und Schnitzen war noch recht einfach. Der Zusammenbau der Miniatur beginnt in der Regel mit dem Bohren von zwei Löchern an der Schulter und am abgetrennten Unterarm. Ein Draht verbindet nun wieder die beiden Teile, darauf wird später dann modelliert.
Oft reicht es aber, einen Arm im Gelenk etwas anzusägen, um die Position zu verändern.
Der Umbau des Schwertarms ist mit Sicherheit die einfachste Variante. Das Schild neu zu positionieren ist wesentlich schwieriger. Ohne eine gute Säge kann man hier nichts ausrichten. Dabei muss man beachten, dass die Schulter hinzumodelliert werden muss, wenn das Schild vom Körper weggehalten werden soll.
Die Schulter wird in zwei Schritten modelliert:
- Zuerst wird auf den Draht grob der Arm modelliert. Hier habe ich die Falten des Ärmels gleich gestaltet. Normalerweise würde man erst ein grobes Muskelmodell machen, aufgrund der kleinen Fläche habe ich die Robe aber eben gleich mitgemacht.
- Nach einer Trocknungszeit von min. 8 Stunden habe ich die Schuppen modelliert. Dieser Part ist sehr schwierig. Am besten kam ich mit einer Einritzung eines Caromusters zurecht, das ich kann von oben nach unten nachmodelliert habe.
Helebardenträger und Greenstuffarbeiten
Auf dem linken Bild sieht man sehr gut die oben genannten zwei Modellier-Schritte.
Diesen Ostling wollte ich unbedingt die Helebarde mit zwei Händen führen lassen. Meines Erachtens kann man eine solche Waffe kaum anders führen. Die Helebarde selbst habe ich erstellt, indem ich die Klinge von der Miniatur abgetrennt habe, dann etwas angebohrt habe und auf ein Stück festen Blumendraht geklebt habe.
Blumendraht gibt es im Baumarkt in der Gartenabteilung. Man kann diesen Draht nur sehr schwer verbiegen und er hat zufälligerweise die gleiche Stärke wie Speere und Fahnenstangen.
Die Helebardenträger weisen nach den Sägearbeiten leider sehr viele Schäden auf. Zum Teil muss dann die Körperrüstung auch nachmodelliert werden.
Wie man sieht, stehe ich noch am Anfang meiner Greenstuff-Phase. Der Arm des rechten Ostlings ist mir etwas zu massig und zu lang geraten. Ich finde ihn allerdings nicht schlimmer als Elrohirs Arm...
Inzwischen sind die Figuren auf meinem Maltisch gelandet. Durch eine geschickte Bemalung kann man sehr gut Fehler kaschieren. Hierzu bemalt man nur einen Teil des Ärmels und lässt die schwarze Grundierung dort stehen, wo der Arm allzu massig ist. Das geht natürlich nicht überall, an dieser Minatur hat es aber sehr gut funktioniert.
Fazit
Das war die erste Umbauaktion für eine Truppe. Wenn man eine Einheit konzipiert, ist es leichter, den Gesamteindruck im Auge zu behalten. Mir ist es gelungen mit leichten und aufwändigen Umbauten eine sehr individuelle abwechslungsreiche Gruppe zu basteln. Es hat sehr viel Spaß gemacht, allerdings sind die Werkzeuge nicht billig und es erfordert schon gewisse Erfahrung.
Wer mit Umbauten beginnt, sollte sich zunächst eine Plastikminiatur vornehmen. Demnächst erwarten euch hier Bilder der bemalten Truppe.
Viel Spaß,
Euer Tankred




















