Das Spiel

Einige Moderatoren und HdR-Spieler kamen vor einiger Zeit, nach dem Usertreffen 2006, auf die Idee, eine Regelerweiterung zu Herr der Ringe und Legends of the Old West zu verfassen, das Piraten zum Thema hat.

Die Regeln gediehen recht gut, da Dahark viel Zeit und Muse investierte und auch von Asuryan, Sör Lanselot, Glorfunzel, Tankred, Feanor, Rusus, Finarfin, Blood Brother und Azgul unterstützt wurde. Wie es der Zufall so will machte sich in nur kurzem Zeitabstand auch Games Workshop an ein entsprechendes Regelwerk. Das nahm uns etwas den Wind aus den Segeln, wenngleich wir dieser Erweiterung auf dieser Seite gerne einen eigenen Bereich einräumen wollen.

Daher wollen wir aber die Arbeit, die vor allem Dahark sich machte, nicht unhonoriert lassen und haben uns entschlossen zumindest die hervorragende Einleitung zu veröffentlichen, die sich mit den historischen Piraten und deren Geschichte beschäftigte. 

"A Scummy Pirate´s Skirmish Game"

Treasure Island (kurz TRIS) ist ein Tabletop-Spiel, dass zu der Blütezeit der Piraterie in der Karibik spielt. Als grobes Zeitfenster sind damit die Jahre zwischen 1577 (Sir Francis Drake) und und 1727 (Georg I. wird König von England). In diesen 150 Jahren sind die meisten Dinge und Ereignisse geschehen, die das heutige Bild der Piraterie z.B. in Filmen, Büchern, Spielen oder Comics geprägt haben. Den Spielern soll es also möglich sein, die Abenteuer von Sir Francis Drake, Sir Henry Morgan oder Blackbeard Teach zu erleben, und als gemeiner Bukanier oder Flibustier auf Kaperfahrt zu gehen.

Die Idee des Spiels ist es dabei, im gewissen Rahmen den historischen Tatsachen treu zu bleiben. Zusätzlich möchten wir aber mit dem Spiel auch all jene Klischees bedienen, die in einer Welt der Piraten und Freibeuter üblich sind! Macht euch also auf ungewöhnliches, phantastisches und historisch nicht immer ganz so korrektes Spiel gefasst! Das Spiel basiert auf den Spielregeln von ?Legends of the Old West? bzw. dem ?Lord of the Rings? Tabletop-Strategiespiel von Games Workshop.

Diese kleine Erweiterung erhebt dabei keinerlei Anspruch auf das Regelwerk oder sonstige Publikationen von Games Workshop die damit in zusammenhang stehen. Bis auf unsere eigenen Änderungen, liegt das Urheberrecht sämtlicher Spielregeln oder Fachbegriffen aus den Spielregeln bei Games Workshop. Diese Erweiterung ist also ein reines Fan-Projekt ohne kommerziellen Hintergrund. Habt also einfach nur Spaß am Spiel, und taucht in die phantastische Welt von Piraten, Freubeutern und finsteren Säbelschwingern ein!

I. Eine kurze Geschichte der Piraterie



Piraten gab es schon immer. Bereits Aristoteles teilte die Seefahrt in Fischerei und Piraterie ein. Die als ?peirates" bezeichneten Griechen waren vornehmlich Männer, die als Abenteurer über das Meer fuhren, um Küstenüberfälle zu begehen.

Zu jener Zeit war es vor allem der Mangel an Nahrungsmitteln, der die Menschen in die Piraterie trieb. Für einige Zeit war daher der Beruf des Piraten eine überaus ruhmvolle Tätigkeit.

Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. gab es zu Zeiten der Ägypter See- und Küstenräuber.

Und im 1. Jahrtausend v. Chr. trafen die ersten Piraten der Griechen und Phönizier aufeinander.

Einer der ersten schriftlich erwähnten Piraten war Polykrates, der auch de Tyrann von Samos genannt wurde. Er kommandierte eine Piratenflotte von weit über 100 Schiffen, und herrschte lange Zeit über die Küsten der Ägäis und Kleinasiens.

Auch die Römer hatten unter Piraten zu leiden. Der Legende nach geriet sogar der junge Gajus Julius Cäser in die Gewalt von Piraten, konnte sich aber kurze Zeit später frei kaufen.Im Jahr 67 v. Chr. war es der Feldherr Gnaeus Pompejus, der gezielt eine Flotte aufbaute um der Piratenplage im Mittelmeer ein Ende zu bereiten. Mit über 500 Schiffen gelang es ihm, in nur 40 Tagen die meisten Piraten aus dem Mittelmeer zu vertreiben.

Doch die Piraterie kam niemals wirklich zur Ruhe. Goten, Wikinger und Vandalen waren gleichermaßen als Küstenpiraten gefürchtet. Ostseeslawen, Normannen, Dänen und Schweden hielten im Mittelalter den Schrecken der Piraterie aufrecht.

Erst zu Zeiten der Hanse ab dem Jahr 1392 gelang es den mittelalterlichen Königreichen und Stadtstaaten, die Piraterie einzudämmen.Im 14. Jahrhundert waren es Klaus Störtebeker und Gödeke Michels, die das Bild des klassischen Seeräubers erneut prägten. Genauso wie die Piraterie im Englischen Kanal, unter der Flagge des Peter von Danzig.

1492 beginnt mit der Entdeckung Amerikas schließlich eine neue Blütezeit der Piraterie. Die schnelle Kolonisierung der Spanier und Engländer sorgt für einen flukturierenden Seehandel, und den schnellen Ausbau zahlreicher Küstenstädte und Inselfestungen.

In den Jahren 1577 bis 1580 plündert Sir Francis Drake im Auftrag der Englischen Krone spanische Niederlassungen in Amerika.Es folgt der spanisch-englische Krieg, der 1588 mit der Vernichtung der spanischen Armada endet.

1640 befestigen die Flibustiers Tortuga.

1716 wurde der wohl bekannteste Pirat Blackbeard Teach zum Seeräuber. Zwei Jahre machte er die Küste von Nord-Carolina unsicher, ehe er 1718 im James River von Robert Maynard gestellt wurde.Berichten zufolge, soll Blackbeard erst nach einem langen Kampf und 5 gezielten Pistolenschüssen auf Kopf und Herz zu Fall gebracht worden sein. Insgesamt zählte sein Körper 25 Wunden!

Bis 1727 blieb die Piratie eine nie endende Bedrohung an den Küsten der neuen Welt. Aber auch im indischen Ozean oder an den Küsten von China und Japan gab es Piraten.

Es folgt der Englisch-französische Krieg um Kolonialbesitz, und schließlich der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg 1775.

Zu jener Zeit war die Blütezeit der Piraterie aber bereits vorbei. Kaperbriefe und ?fahrten wurden seltener, und die europäischen Hoheitsmächte wie z.B. Frankreich, England, Spanien oder Holland bedienten sich wieder stärker traditioneller Kriegsmittel. Piraten wurden gezielt bekämpft und zur Strecke gebracht.

Mit den Beginn der Französischen Revolution 1789 verlagern sich die Schwerpunkte der Geschichte wieder nach Europa. Zu jener Zeit war der Beruf des Piraten bereits eine undankbare und verachtenswerte Tätigkeit. Ein brotloser geächteter Beruf, der nur noch von ein paar Verzweifelten und Ausgestoßenen betrieben wurde.

II. Interessante Fakten über Piraterie, Seeräuber und Freibeuter

Piraten waren bei ihren Überfällen nicht nur auf Gold, Schätze oder         Reichtümer aus. Dadurch, dass sie stets vor der Staatsgewalt auf der Flucht waren und in Verstecken leben mussten, waren Dinge des Alltags viel wichtiger. Seife, Kleidung, Geschirr oder Lebensmittel standen ganz oben auf der Beuteliste vieler Piraten.

Einzelne Piratenschiffe waren eher selten. Oft schlossen sich Piraten zu ganzen Flotten zusammen. Außeinandersetzungen mit Kriegsschiffen versuchte man zu vermeiden. Stattdessen waren kleine Handelsschiffe ein beliebtes Ziel.

Auch unter Freibeutern gab es an Bord eine Ordnung, die der auf einem Kriegsschiff nicht unähnlich war. Neben dem Kapitan gab es ?Offiziere" und Mannschaftsgrade. Auf eine andere Weise wären organisierte Überfälle gar nicht möglich gewesen.

Viele Piraten waren in Wahrheit unter einer bestimmten Landesflagge unterwegs. In Kriegszeiten sorgten so genannte Kaperbriefe dafür, dass Piraten auf legitime Weise Schiffe einer anderen Landesflagge plündern durften. Ein Teil der Beute musste jedoch abgegeben werden.

Bei so genannten Enterkampf wendeten Piraten häufig folgende Taktik an: Man griff in drei Gruppen an. Eine Gruppe versuchten den Kapitän und die Offiziere anzugreifen, und eine weitere Gruppe besetzte die Pulverkammer. Die dritte Gruppe kämpfte mit der Mannschaft und den Soldaten.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Karibik auch die ?Spanische See" genannt. Die Karibik bildete lange Zeit den Eingang zur Neuen Welt.

Korsaren waren ebenfalls gewöhnliche Piraten oder Kaperfahrer. Der Begriff stammt aus dem Italienischen, bezeichnet aber ursprünglich die nordafrikanischen Raubschiffe.

Rum wurde hauptsächlich in Kuba und Jamaika hergestellt. Das Getränk besteht aus Zucker, Sirup und Zuckerrohrschaum, der entsprechend zum Gären eingelagert wurde.

III. Typische Klischees, ?falsche? Wahrheiten und Legenden über Piraten

Piraten waren stets auf Gold, Silber und andere Schätze aus. Häufig versteckten sie ihre Schätze auf einsamen Inseln in großen Schatztruhen. Die dafür vorhandene Schatzkarte wurde anschließend häufig in drei Teile geteilt.

Alle Piraten waren übelriechende, grogggurgelnde Schweine. Männer ohne Moral, die ihre Seele an den Teufel verkauft haben.

Fast alle Piraten hatten Holzbeine, Augenklappen, Hakenhände oder waren auf eine andere Art verstümmelt, und überaus hässlich anzusehen.

Piraten, die sich mit verfluchten Schätzen aus der Neuen Welt eingelassen haben, wurden verflucht. Ihre Seelen wanderten in die Hölle, doch ihre Körper blieben auf der Welt zurück. Seitdem durchstreifen untote Piraten und Geisterschiffe das Meer.

Schöne Frauen, die unrechtmäßig von Piraten geraubt wurden, verliebten sich unweigerlich irgendwann in den Piratenkapitän (der meist dann doch kein so schlechter Kerl war).

Ein guter Piratenkapitän hatte stets einen sprechenden Papagei, oder einen schlauen Affen auf der Schulter.

 

Diese Liste lässt sich beliebig anhand von typischen Klischees aus verschiedenen Filmen, Computerspielen oder Büchern erweitern?

IV. Wissenswertes über den Jolly Roger


Der Jolly Roger, die ?Totenkopfflagge" der Piraten wurde auch Black Jack genannt, und war eine Anlehnung an den britischen Union Jack. Es gibt verschiedene Gerüchte über die Herkunft des Namens dieser Flagge. Bekannt ist jedoch, dass man schon in der Antike Piratenschiffe dadurch gekennzeichnet hat, dass man Knochen oder Gebeine an die Rah gehängt hat.

Neben der bekannten schwarzen Flagge, die übrigens ein Zeichen dafür war, dass man die Absicht hatte, ein Schiff zu plündern, gab es auch noch die rote Flagge.

 

Sie war wesentlich gefürchteter, denn Piraten die unter dieser Flagge segelten, hatten die Absicht keine Gefangenen zu machen.

 

Ob Totenkopf und gekreuzte Knochen oder zwei gekreuzte Säbel und ein Stundenglas. Es gibt viele Zeichen die auf der schwarzen Flagge zu finden sind.

 

Ostasiatische Piraten hatten übrigens keinen Jolly Roger. Sie bevorzugten bunte Flaggen in den Farben rot, schwarz, weiß, grün, blau oder gelb.